Kollodium

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Kolumbowurzel

und  schöner  durch  Glühen  von  Vitriolschlamm,
dem  rotgelben  Absatz,  der  sich  beim  Eindampfen
von  Eisenvitriollösungen  bildet,  dargestellt.  Das
feinste  Polierrot  erhält  man  durch  Glühen  von
oxalsaurem  Eisenoxyd.
Kollodium  (Collodium)  nennt  man  die  Auflösung ­
  von  K.-Wolle  (Dinitrozellulose)  in
Äther-Alkohol.  Die  Kollodiumwolle  (Kolloxylin) ­
  wird  in  ähnlicher  Weise  wie  die  Schießbaumwolle ­
  (Pyroxylin)  hergestellt,  doch  läßt
man  die  entfettete  Baumwolle  nur  so  lange  in
dem  Nitrierungsgemisch  von  Salpeter-  und  Schwefelsäure ­
  liegen,  bis  sie  sich  eben  in  Äther-Alkohol
löst,  da  bei  längerer  Einwirkung  die  Trinitrozellulose
  (Pyroxylin)  entsteht.  Die  Kollodiumwolle ­
  wird  dann  mit  Wasser  von  den  Säuren  befreit ­
  und  getrocknet  und  darauf  sofort  in  Alkohol-Äther ­
  gelöst.  Das  K.  ist  eine  dickliche,
wasserhelle  oder  schwach  gelbliche  Flüssigkeit,
die  beim  Verdunsten  an  der  Luft  ein  dünnes,  in
Wasser  unlösliches,  durchsichtiges  und  fest  anhaftendes ­
  Häutchen  hinterläßt.  Auf  dieser  Eigenschaft ­
  beruht  seine  Verwendung  in  der  Medizin
zur  Bedeckung  von  Schnittwunden,  Hautabschürfungen ­
  und  flachen  Geschwüren,  für  welche
Zwecke  man  ihm  aber  meist  einen  geringen  Zusatz ­
  von  Terpentinöl  oder  Rizinusöl  gibt,  da
das  dann  entstehende  Häutchen  weit  elastischer
ist  (Collodium  elasticum).  Auch  wird  K.  im
Gemisch  mit  Medikamenten  wie  Quecksilbersublimat ­
  oder  Kantharidentinktur  als  ätzendes
oder  blasenziehendes  K.  angewandt.  Die
Technik  benutzt  es  zur  Herstellung  kleiner  Luftballone ­
  und  künstlicher  Blumen  sowie  für  photographische ­
  Zwecke.
Kolonialwaren.  Mit  diesem  Sammelnamen
bezeichnet  man  die  große  Klasse  der  Genußmittel ­
  und  Gewürze,  z.  B.  Kaffee,  Tee,  Kakao,
Pfeffer,  Zimt  usw.  Die  Besprechung  erfolgt  bei
den  einzelnen  Gegenständen.
Kolophonium  (Colophonium,  Geigenharz,
frz.  Colophone,  engl.  Colophony),  das  gereinigte,
von  ätherischem  Öl  (Terpentinöl)  und  Wasser  befreite ­
  Harz  von  Fichten  und  anderen  Nadelhölzern, ­
  hinterbleibt  bei  dem  völligen  Abtreiben ­
  des  Terpentinöls  aus  dem  Terpentin
durch  Destillation  mit  oder  ohne  Wasserdampf.
Der  Rückstand  wird  in  offenen  Kesseln  unter
beständigem  Umrühren  so  lange  geschmolzen,
bis  alles  Wasser  verdampft  ist,  dann  der  Ruhe
überlassen,  und  das  klare  Harz  vom  Bodensatz
abgeschöpft.  Das  meist  bräunlichgelbe  bis  gelbbraune, ­
  bei  den  französischen  Sorten  auch  hellgelbe ­
  Harz  ist  spröde  und  von  glänzendem
Bruch,  erweicht  bei  70 0 ,  schmilzt  bei  etwa  too 0
und  verbrennt  mit  rußender  Flamme.  Das  spez.
Gew.  beträgt  1,070.  K.  ist  in  Wasser  unlöslich,
in  Petroläther  teilweise,  in  fast  allen  übrigen
organischen  Lösungsmitteln  aber  völlig  löslich.
Seine  Hauptbestandteile  sind  HarzsäUren,  besonders ­
  Abietinsäure  oder  bei  französischem  Harz
Pimarsäure.  Bei  der  trockenen  Destillation
entstehen  neben  Essigsäure  und  Pinolin,  welches ­
  unter  dem  Namen  Harzessenz  als  Terpentinölersatz ­
  benutzt  wird,  besonders  Harzöle,
die  als  Schmiermittel  dienen,  und  Pech.  K.
findet  vielfach  Anwendung  zur  Darstellung  von
Seife  (s.  d.)  und  Sprengstoffen,  zum  Leimen  von
Papier  (s.  d.),  zum  Pichen  der  Fässer,  zum  Löten,

zur  Herstellung  von  Siegellack,  Firnissen  und
Pflastern.  Neuerdings  werden  aus  K.  durch
Kochen  mit  Blei-  oder  Manganoxyden  auch
schnell  trocknende  Resinate  (Sikkative)  hergestellt. ­
  Die  etwa  100  000  t  betragende  amerikanische ­
  Einfuhr,  von  der  80  000  t  im  Lande  verbraucht ­
  wurden,  hoffen  unsere  Forstleute  durch
bessere  Ausnutzung  unserer  Nadelwälder  (gVa  Millionen ­
  Hektar),  Einführung  des  Flaschen  oder
Becherverfahrens,  Extraktion  des  Holzes  mit
Äthylentrichlorid  völlig  ersetzen  zu  können.
Koloquinten  (lat.  Fructus  colocynthidis,  frz.
Coloquintes,  engl.  Colocynth  apples),  die  getrockneten ­
  und  meist  geschälten  Früchte  der  Koloquintengurke ­
  (Cucumis  Colocynthis).  einer
einjährigen,  zur  Gurken-  und  Kürbisfamilie
gehörigen  Pflanze,  die  in  Syrien,  Arabien,  Ägypten, ­
  Zypern  und  Spanien  wild  wächst,  auch  zum
Teil  angebaut  wird,  besitzen  die  Größe  einer
Apfelsine  und  sind  mit  einer  gelblichen  oder
bräunlichen  pergamentartigen  Schale  bedeckt.
Geschält  und  getrocknet  erscheinen  sie  ganz
weiß  oder  gelblich  und  auffallend  leicht,  da  die
trockene  Fleischmasse  eine  dem  Holundermark
ähnliche  Struktur  hat.  Die  im  Inneren  mit  iahlreichen
  gurkenkernähnlichen  Samen  angefüllten
Früchte  finden  sich  im  Handel  sowohl  in  ganzer
unversehrter  Form,  als  stark  zusammengedrückt
und  mit  Bruchstücken  gemengt.  Die  Droge  ist
ausgezeichnet  durch  ihren  Gehalt  an  dem  bitter
schmeckenden  Glykoside  Kolozynthin,  das  sich
mit  anderen  Stoffen  durch  Wasser  oder  Alkohol
ausziehen  läßt  und  die  heftig  purgierende,  in  größeren ­
  Gaben  stark  giftige  Wirkung  bedingt.
Wegen  ihrer  Giftigkeit  werden  die  K.  kaum
noch  als  Purgiermittel  benutzt,  bilden  aber  in
Form  von  Abkochungen  oder  als  Zusatz  zu
Tünche  und  Tapetenkleister  ein  geschätztes  Mittel
zur  Bekämpfung  von  Wanzen  in  Bettstellen  und
Wandbekleidungen.  Man  unterscheidet  im  Handel ­
  ägyptische  Ware  als  die  beste,  mit  den  größten, ­
  wenig  Samen  enthaltenden  Früchten,  ferner
syrische  und  zyprische,  die  kleiner,  schwerer  und
vielsamiger  sind.  Zur  Erleichterung  des  .  Pulverisierens
  werden  die  von  den  unwirksamen  Samen
befreiten  Früchte  mit  Tragantschleim  vermengt,
wieder  getrocknet  und  dann  zerstoßen.  Neuerdings ­
  benutzt  man  aber  meist  das  alkoholische
Extrakt.
Kolumbowurzel  (Ruhrwurzel,  Calumbawurzel,
  lat.  Radix  Columbo,  frz.  Racine  de  Colombo, ­
  engl.  Calumba  root)  ist  die  rübenförmige
Wurzel  eines  rankenden  Gewächses,  Menispermum
  palmatum  (Jatrorrhiza  palmata),  das  in
den  Wäldern  der  O  tküste  Südafrikas  wild  wächst
und  in  Ostindien,  auf  Isle  de  France,  den  Seychellen- ­
  und  Maskareneninseln  auch  angebaut  wird.
iJie  Ware  kommt  meistens  in  Querscheiben  geschnitten ­
  in  den  Handel,  die  zVz—3V2  cm  Durchnesser
  und  3—9  mm  Dicke  haben  und  durch
las  Trocknen  doppelt  konkav  geworden  sowie
ingeschrumpft  sind.  Das  Innere  der  Wurzel  ist
ehr  mehlig,  ihr  Geschmack  schleimig  und  s.ark
jitter,  dabei  aromatisch  und  etwas  scharf.  Die
Troge  ist  ein  gesuchter  Handel  art  ke  g  worden,
ler  als  Mittel  gegen  Ruhr  und  Diarrhöen  geschätzt ­
  wird.  Es  kommen  daher  auch  Beinengungen ­
  anderer  PI  lanzenwurzein  vor  die
aber,  bei  Kenntnis  der  echten,  leicht  aufzufinden