Lutecienne

Magdalarot

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mählich  und  mit  Vorsicht  an  Lupinenfutter  gewöhnt ­
  werden  können.  In  der  Nahrungsmittelindustrie ­
  finden  L.  beschränkte  Anwendung  als
Kaffee-Ersatzmittel  (s.  d.),  nachdem  man  im
Kriege  aber  gelernt  hat,  durch  Gärung  und  Behandlung ­
  mit  Säuren  den  bitteren  Geschmack
völlig  zu  beseitigen,  auch  als  Suppenmehl
u.  dgl.  .
Lutecienne  (Rouge  francais),  ein  roter
Teerfarbstoff,  besteht  aus  einer  Mischung
von  Orange  I  mit  Echtrot  A.  Auch  wird  Eosin
BN  so  genannt.
Luteolin.  Diesen  Namen  führen  zwei  Stoffe:
1.  der  in  kleinen,  glänzenden,  gelben  Nadeln
kristallisierende  gelbe  Farbstoff  des  Wau
(s.  d.),  welcher  im  Handel  nicht  vorkommt;
2.  ein  Teerfarbstoff,  der  Wolle  in  sauerem
Bade  orangerot  färbt,  ein  orangegelbes,  in
Wasser  schwer  lösliches  Pulver,  welches  aus
dem  Natronsalze  des  Metaxylidinsulfosäureazodiphenylamins
  besteht.
Luzienholz  nennt  man  sowohl  das  wohlriechende ­
  Holz  des  Mahalebkirschbaumes,
von  dem  die  sog.  Weichselrohre  kommen

(s.  d.),  als  auch  das  weiße  bis  gelbliche  Holz
der  Traubenkirsche  (Prunus  Padus),  das  zu
Tischler-  oder  Drechslerarbeiten  benutzt  wird.
Noch  geschätzter  ist  das  Holz  des  amerikanischen ­
  immergrünen  Traubenkirschbaumes ­
  von  Karolina,  das  in  der  Färbung  dem
Mahagoniholz  gleicht.  Es  dient  als  sog.  falsches
Mahagoni  zur  Herstellung  von  Möbe  n,  die  mit
der  Zeit  ein  immer  schöneres  Aussehen  erhalten. ­

Lyddit,  der  in  England  zur  Füllung  von  Granaten ­
  benutzte  Sprengstoff,  besteht  aus  gepreßter ­
  Pikrinsäure  (s.  d.).
Lysol,  das  viel  genannte  Desinfektionsmittel,
eine  dunkelbraune  klare  Flüssigkeit,  welche  sich
in  Wasser,  Alkohol  und  Benzin  löst,  besteht  aus
einem  Gemisch  gleicher  Teile  Rohkresol  und
Leinölschmierseife.  L.  besitzt  ebenso  wie  die
analog  zusammengesetzten  Präparate  Barvarol,
  Bazillol  eine  ausgezeichnete  desinfizierende ­
  Wirkung.  Wegen  des  häufigen  Mißbrauchs ­
  zu  Vergiftungen  sind  Lysol,  Kreolin
und  ähnliche  Kreosoiverbindungen  im  Kleinverkehr ­
  der  Giftverordnung  unterstellt  worden.

M.

Madeira  gehört  zu  den  Dessertweinen,  und
zwar  den  sog.  trockenen  Dessertweinen  (Likörweinen), ­
  welche  zwar  süß  schmecken,  aber
neben  hohem  Alkoholgehalt  doch  verhältn.smäßig
  niedrigen  Extraktgehalt  besitzen.  Er
stammt  von  der  Insel  Madeira  und  den  Kanarischen ­
  Inseln  und  wird  aus  Malvasier-  und
Vidognatrauben  in  der  Weise  hergestellt,
daß  man  den  Most  gleich  nach  dem  Auspressen
mit  Spiritus  vermischt  und  dann  vergären  läßt.
Nach  Beendigung  der  Gärung  folgt  ein  nochmaliger ­
  Alkoholzusatz  und  darauf  eine  5—6jahrige
  Lagerung,  welche  zu  seinem  völhgen  Ausbau
erforderlich  ist.  Der  M.  hat  eine  bräunlichgelbe ­
  Farbe  und  kräftiges  Aroma.  Sein  Gehalt
an  Alkohol  beträgt  durchschnittlich  14,43  S  in
100  ccm,  sein  Gehalt  an  Extrakt  5,23  S&lt;  an  Zucker
2.95  g.  Neben  dem  stark  süßen  Malvasier  oder
Malmsey,  dessen  feinste  Marken  für  den  portugiesischen ­
  Hof  geliefert  wurden,  bildet  der
herbere  Dry-Madeira  die  eigentliche  Handelsware. ­
  Der  M.  unterliegt  mannigfachen  Verfälschungen ­
  und  wird  selbst  vollständig  nachgemacht. ­

Madia  (Madin,  Ölmadin,  frz.  Le  madia  cultivö,
  engl.  Cultvated  madia),  eine  zu  den  Kompositen ­
  gehörige  ö  pflanze  aus  Chile,  Madia
sativa,  wurde  eine  Zeitlang  in  größerem  Umfange ­
  angebaut.  Die  Pflanze  hat  eine  tiefgehende
Wurzel  und  verlangt  deshalb  tiefgründigen  Boden,
gedeiht  aber  auch  in  leichteren  Gründen  und  ist
in  den  Anforderungen  an  Düngung  und  Pflege
ziemlich  genügsam.  Als  Nachteile  des  Anbaues
sind  zu  erwähnen  die  ungleiche  Reifung  (noTage),
hohe  Erntekosten,  der  unangenehme  Geruch  der
Pflanze  und  ihre  drüsig  klebrige  Behaarung,
welche  die  Samenernte  erschwert.  Die  kleinen,
dem  Kümmel  ähnlichen  Samen  mit  ein  oder
zwei  stark  hervortretenden  Nerven  geben  35  °/o

öl.  —  Als  Handelsware  kommt  Madiasamen
selten  und  nur  örtlich  vor.
Madiaöl  (frz.  Huile  de  Madi,  engl.  Madi  oil),
das  fette  öl  der  Madiasamen,  besitzt  eine  gelbe
Farbe,  einen  mi  den,  an  Nußöl  erinnernden  Geschmack ­
  und  eine  dickliche  Konsistenz,  wird  aber
nach  dem  Raffinieren  mit  Schwefelsäure  dünnflüssig. ­
  Das  spez.  Gew.  beträgt  0,926—0,930,  die
Verseifungszahl  122—123,  die  Jodzahl  1,8.  Das
öl  kann  als  Speiseöl  Verwendung  linden,  dient
aber  hauptsächlich  zum  Brennen  und  zur  SeLenfabrikaticm.

Mafuratalg  (Maffuratalg,  frz.  Suis  de  mafura,
  engl.  Mafura  tallow),  ein  Pflanzenfett,
welches  in  Mozambique  aus  den  Samen  der
Mafureira  oleifera  gewonnen  wird,  ist  von
gelblicher  Farbe,  Kakaobutter  ähnlichem  Geruch ­
  und  schmilzt  bei  42 0  C.  Es  löst  sich  nur
wenig  in  kochendem  Alkohol,  dagegen  leicht  in
Äther  und  besteht  aus  den  Triglyzeriden  der  Ölsäure ­
  und  Palmitinsäure.  M.  wird  wie  Kokosnußöl ­
  verwendet  und  eignet  sich  wegen  des
hohen  Schmelzpunktes  seiner  Fettsäuren  von  52
besonders  gut  zur  Herste. lung  von  Kerzen.
Magdalarot  (Naphthalin rot,  Naphthalinrosa, ­
  Sudanrot,  Rosanaphtylamin),  ein  zur
Gruppe  der  Safranine  gehöriger  Teerfarbstoff,
entsteht  durch  Erhitzen  von  Alphaumüoazonaphthalin
  mit  salzsaurem  Alphanaphtylamin  unter
Abspaltung  von  Ammoniak  und  besteht  daher
aus  der  Chlorwasserstoffverbmdung  des  Diamidonaphtylnaphthazomums.
  Es  erscheint  tei  s  als
dunkelbraunes  Pulver,  teils  in  grünschillernden
Kristallnadeln,  ist  in  heißem  Wasser  löslich  und
zeigt  in  alkoholischer  Lösung  eine  sehr  schöne
gelbrote  Fluoreszenz.  Das  M.  wird  nur  in  der
Seidenfärberei  und  auch  hier  nur  für  zarte  Töne
angewandt,  da  es  auf  Seide  ein  violettstichiges
Rosa  mit  prachtvoller  Fluoreszenz  erzeugt.