Mavzolano

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Masut

hergestelltes  M.  hat  als  nachgemacht  zu  gelten
und  darf  nur  als  Marzipanersatz  bezeichnet
werden.  Surrogate  der  Kriegsindustrie,  die  überhaupt ­
  keine  Samen,  enthielten,  sondern  aus
Stärkekleister,  Zucker  und  Parfüm  bestanden,
sind  auch  als  Marzipanersatz  beanstandet  worden. ­
  Besonders  berühmt  sind  die  Marzipane  von
Lübeck  (hier  die  Fabrik  von  Niederegger  seit
1809)  und  Königsberg.  Die  größte  Fabrik  für
Rohmarzipan  ist  1870  von  Oetker  in  Altona-Bahrenfeld
  errichtet  worden.
Marzolano,  das  feinste  zu  Geflechten  verwendete ­
  Stroh,  welches  hauptsächlich  in  den
Strohhutfabriken  zu  Florenz  in  ungespaltenem
Zustande  verarbeitet  wird,  stammt  von  einer  besonderen ­
  Art  Sommerweizen,  Grano  marzuolo,
  die  im  März  ausgesät  wird.
Massoyöl,  das  gelbe  und  ziemlich  dünnflüssige ­
  ätherische  Öl  der  Massoyrinde  (s.  d.),
von  Cinnamomum  xanthoneuron,  besitzt
einen  aromatischen,  an  Nelken  und  Opopanaxöl
erinnernden  Geruch  und  scharf  brennenden  Geschmack, ­
  ein  spez.  Gew.  von  etwa  1,05  und  deutliche ­
  Rechtsdrehung.  Den  Hauptbestandteil  bildet ­
  Eugenol  (70—80  °/o)  neben  Safrol  und  etwa
6  0/0  eines  Einen  enthaltenden  Terpengemisches,
das  eine  Zeitlang  Massoyen  genannt  wurde.
Massoyrinde  (lat.  Cortex  mas  soy,  frz.  Ecorce
de  massoy,  engl.  Massoy  bark).  Unter  diesem
Namen  findet  man  im  Drogenhandel  drei  verschiedene ­
  Rinden  von  Bäumen  aus  der  Familie
der  Laurineen.  1.  Die  Rinde  von  Cinnamomum ­
  xanthoneuron,  in  Neu-Guinea,  ist
außen  von  einer  dunkleren,  unebenen,  aus  gestreiften ­
  Zellen  bestehenden  Schicht  bedeckt.
Darunter  folgt  eine  körnige  Schicht  mit  weißen,
der  Außenschicht  annähernd  parallel,  aber  unregelmäßig ­
  unterbrochen  verlaufenden  Gefäßbündeln ­
  und  schließlich  eine  dunklere  Lage,
welche  Vs  der  Rinde  ausmacht  und  zahlreiche
dünne  Markstrahlen  zeigt.  Dieser  Teil  ist  der
ölreichste  und  aromatischste  und  besitzt  einen
stechenden,  beim  Kauen  an  Zeylonzimt  und
Raute  erinnernden  Geschmack.  2.  Die  Rinde  von
Cinnamomum  Kiamis  (Nees),  von  den  Malaien ­
  auf  Java,  Sumatra  und  Borneo  Kayu
manis  sabrang  genannt,  kommt  in  dicken
Bündeln,  ähnlich  der  Kassia,  in  den  Handel  und
bildet  große,  flache,  sehr  harte  und  fast  hornartige ­
  Stücke,  die  außen  aschgrau  mit  helleren
Flecken,  innen  auf  der  Bastfläche  aber  glatt
und  dunkelbraun  erscheinen.  Der  Geruch  ist
schwach  aromatisch,  der  Geschmack  widerlich
gewürzhaft,  nicht  bitter.  3.  Die  Rinde  von
Sassafras  Goesianum,  in  Neu-Guinea,  bildet ­
  nur  dünne  Stücke  mit  sehr  schwach  entwickelter ­
  Mittelschicht,  die  außen  rissig,  nach
innen  deutlich  gestreift,  auf  dem  Querschnitt
sehr  blaß  erscheinen.  Der  Bruch  ist  kurzkörnig,
nicht  splitterig,  der  Geruch  dem  der  ersten  Sorte
ähnlich,  der  Geschmack  etwas  bitter  und  stechend.
Mastix  (lat.  Resina  seu  Gummi  mastiche,  frz.
und  engl.  Mastic)  ist  das  aromatische  Harz  der
Mastixpistazie  (Pistacia  Lentiscus),  eines  zu
den  Terebinthazeen  gehörigen  immergrünen
Bäumchens,  das,  im  Orient  und  an  der  nordafrikanischen ­
  Küste  heimisch,  besonders  auf  Chios  in
einer  breitblättrigen  Art  (Pistacia  Lentiscus  var.
j  Chia)  kultiviert  wird  Zur  Gewinnung  des

Harzes  macht  man  im  Mai  Rindeneinschnitte,
aus  denen  der  M.  als  zähflüssige,  an  der  Luft
erhärtende  Masse  austritt,  die  im  August  gesammelt ­
  wird.  Durch  Auslesen  werden  drei  Sorten  hergestellt, ­
  deren  feinste  als  Haremharz  nur  an  den
türkischen  Hof,  hingegen  nicht  in  den  Handei
gelangt.  Der  M.  besteht  aus  rundlichen,  erbsen
großen  Körnern,  von  gelblichweißer  bis  hell
gelber  Farbe  und  glasglänzendem  Bruch,  die
ziemlich  hart  sind,  aber  beim  Kauen  eine  weiche
wachs  artige  Masse  bilden,  zum  Unterschied  von
dem  sonst  ähnlichen  Sandarak,  der  hierbei
sandig  zerbröckelt.  Die  hellsten  und  reinsten
Körner  (Tränen)  bilden  ausgelesen  den  eie
gierten  M.,  die  dunkleren,  durch  Sand  und
Erde  verunreinigten  den  M.  in  sortis.  Das
balsamisch  riechende  und  schmeckende  und  besän
ders  beim  Verbrennen  stark  aromatische  Dämpfe
entwickelnde  Harz  löst  sich  völlig  in  Äther,  fetten
Ölen  und  heißem  Alkohol,  in  kaltem  Alkohol
nur  zu  90  0/0.  Sein  spez.  Gew.  liegt  zwischen
1,070—1,074,  es  erweicht  bei  ioo°  und  schmilzt
bei  10;—120°.  Man  benutzt  M.  zum  Kauen,
um  den  Atem  wohlriechend  zu  machen  und  das
Zahnfleisch  zu  stärken,  weiter  als  Zusatz  zu
Konfitüren,  Räucherpulvern,  Pflastern  und  Zahnfüllungen. ­
  Das  sog.  Zahnwachs  ist  eine  zu
sammengeschmolzene  Mischung  von  M.  und
Wachs.  Zahnkitt,  der  auf  Watte  geträufelt  in
die  Zahnhöhlung  gedrückt  wird,  eine  dickliche
Lösung  von  M.  und  Sandarak  in  Weingeist.
Eine  als  Mastisol  bezeichnete  Lösung  von
M.  in  Benzol  findet  als  nichtreizendes  Verbandmittel ­
  Anwendung.  In  der  Technik  wird  M.  zur
Herstellung  von  Firnissen  und  Kitten  benutzt,
für  sich  allein  gibt  er  farblose,  harte,  rasch  trocknende ­
  Überzüge,  die  ihn  als  Bilderlack  und  Negativlack ­
  für  Photographien  geeignet  erscheinen
lassen,  im  Gemisch  mit  anderenHarzen  (Schellack)
erhöht  er  den  Glanz  und  die  Trockenfähigkeit.
Durch  Mischung  von  M.  mit  Hausenblase  entsteht ­
  ein  vortrefflicher  Kitt  für  Glas,  Porzellan
und  zur  Fassung  von  Edelsteinen.  Geringere
Sorten  werden  zu  dunklerem  Firnis  und  feinem
Siegellack  .verarbeitet.  Der  echte  oder  orientalische ­
  M.  kommt  von  den  Hauptmärkten
Konstantinopel  und  Smyrna  über  Triest  und
Marseille  zu  uns.  —  Bombay-  oder  ostindischer ­
  M-,  dem  Weihrauch  ähnliche  gelbe  bis
bräunliche  Stücke  oder  Tränen  mit  helleren  Einschlüssen, ­
  stammt  von  Pistacia  Khinjuk  und  P.
cabulica  in  Afghanistan  und  Beludschistam  und
wird  über  Bombay  nach  London  ausgeführt.
Mastixöl,  das  durch  Destillation  in  Menge
von  etwa  2%  aus  Mastix  erhaltene  ätherische
öl,  hat  angenehmen  Geruch,  ein  spez.  Gew.  von
0,857—0,903,  eine  Drehung  von  +22  bis  +34°,
einen  Siedepunkt  von  155  bis  etwa  160 0  und
besteht  hauptsächlich  aus  Pinen.
Mastixzemerite  (Mastixdächer)  haben  mit
Mastix  nichts  zu  tun,  sondern  sind  Gemische  von
Sand,  Kalksteinpulver  und  etwas  Bleiglätte,  die
mit  altem  Leinöl  aufgekocht  und  heiß  verbraucht
werden.  Der  Name  erklärt  sich  daraus,  daß  M.
in  England  und  Frankreich  allgemein  Kitt  und
Zement  bedeutet.
Masut  nennt  man  die  bei  der  Petroleumdestillation ­
  zurückbleibenden  Mineralöle,  die  ia