Milch

Methylal  276

diazobenzolsulfosäure  ßuf  Alphanaphtol,  Metanilorange ­
  II  auf  Betanaphtol  erhalten.
Methylal,  der  Methylendimethyläther,  CH 3 .
(O.CH 3 ) 2 ,  eine  bei  42 0  siedende  Flüssigkeit,
findet  als  Schlafmittel  und  Anästhetikum  medizinische ­
  Anwendung.
Methylblau,  ein  dem  Anilinblau  verwandter,
1862  entdeckter  Teerfarbstoff,  entsteht  durch
Einwirkung  von  Anilin  auf  Pararosanilin,  Sulfurieren
  des  gebildeten  Triphenylrosanilins  und
Sättigen  mit  Soda  und  ist  daher  das  Natronsalz
der  Triphenylpararosanilintrisulfosäure.  Man  erhält ­
  es  als  dunkelblaues,  in  Wasser  lösliches
Pulver,  das  gebeizte  Baumwolle  blau  färbt.
Methylenblau,  Äthylenblau,  Phenylenblau
  (Bleu  de  Poteaux),  ein  seit  1876  bekannter ­
  Thiazinfarbstoff,  wird  erhalten,  wenn
man  eine  salzsaure  Lösung  von  Nitrosodimethylanilin
  mit  Schwefelwasserstoff  reduziert,  die  entstehende ­
  Verbindung  mit  Eisenchlorid  behandelt
und  schließlich  durch  Zusatz  von  Chlorzinklösung
und  Kochsalz  den  Farbstoff  als  Chlorzinkverbindung ­
  ausfällt.  Zurzeit  stellt  man  den  Farbstoff
ausschließlich  nach  dem  sog.  Thiosulfatverfahren
  her,  indem  man  Paraamidodimethylanilin
bei  Gegenwart  von  unterschwefligsaurem  Natrium ­
  oxydiert,  die  entstandene  Thiosulfonsäure
durch  Behandlung  mit  Chromat  und  Dimethylanilin ­
  in  das  entsprechende  Indamin  überführt
und  letzteres  mit  Chlorzinklösung  kocht.  Das
Endprodukt,  das  Leukomethylenblau,  gibt  dann
bei  der  Oxydation  mit  Eisenchlorid  den  Farbstoff, ­
  ein  vierfach  alkyliertes  Lauthsches  Violett ­
  (s.  d.)  von  der  Formel  (CH 3 ) a  .  N  .  C 6 H 3  .
(NSC1)C 6 H 3 N  .(CH 3 )g.  Man  erhält  das  M.  entweder ­
  als  dunkelblaues  Pulver  oder  in  kupferartig ­
  glänzenden  Nadeln,  die  in  Wasser  löslich
sind.  Der  Farbstoff  eignet  sich  zum  Blaufärben
von  Seide  und  mit  Tannin  gebeizter  Baumwolle
und  findet  auch  beschränkte  medizinische  Anwendung. ­
  —  Als  Abkömmlinge  des  M.  sind  anzuführen: ­
  Methylengrün,  ein  Nitroprodukt,
Thiokarmin,  ein  aus  Methylbenzylanilinsulfosäure
  dargestellter,  Neumethylenblau  N,  ein
vom  Nitrosomethyltoluidin  ausgehender  Methylenblaufarbstoff. ­

Methylgrün  (Lichtgrün,  Parisergrün,
Grünpulver,  Vert  ötincelle,  Vert  lumiöre),
ein  seit  1871  bekannter  Triphenylmethanfarbstoff,
  besteht  aus  der  Zinkchloridverbindung ­
  des  Chlormethylhexamethylpararosanilinchlorwasserstoffs
  und  wird  durch  Behandlung
von  Methylviolett  mit  einer  Lösung  von  Chlormethyl ­
  in  Amylalkohol  und  nachherigen  Zusatz
von  Chlorzink  dargestellt.  Man  erhält  das  M.  in
grünen  Kristallen,  die  sich  in  Wasser  leicht  mit
blaugrüner  Farbe  lösen  und  zum  Färben  von
Seide  und  Baumwolle  benutzt  werden.  Wendet
man  bei  der  Darstellung  anstatt  Chlormethyl
Bromäthyl  an,  so  erhält  man  eine  andere  Sorte
M.,  die  in  chemischer  Hinsicht  als  Äthylgrün
anzusprechen  ist.
Methylorange  (Dimethylorange,  Dimethylanilinorange, ­
  Helianthin,  Tropaeolin
  D),  ein  Azofarbstoff  (s.  d.),  der  1875  entdeckt ­
  wurde  und  aus  dem  Natronsalze  des  Sulfanilsäureazodimethylanilins,
  C 14 H U N 3  .  S0 3 Na,  besteht, ­
  bildet  ein  ockergelbes,  in  Wasser  lösliches

Pulver  und  wird  gewöhnlich  auch  als  Orangelll
bezeichnet.  Vgl.  Orange.
Methylviolett  (Methylanilin  violett,  Pariser ­
  Violett,  frz.  Violet  de  Paris,  Violet  direct),
ein  schon  seit  186t  bekannter  Teerfarbstoff
der  Triphenylmethanreihe,  besteht  gewöhnlich
aus  einem  Gemenge  von  Salzen  zweier  Basen,
nämlich  des  Pentamethyl-  und  des  Hexamethylrosanilins.
  Man  erhält  den  Farbstoff  durch  Oxydation ­
  von  Dimethylanilin  mit  Kupfernitrat  und
Kochsalz  und  Entfernen  des  Kupfers  durch
Schwefelleber.  An  Stelle  des  Kupfernitrats  kann
auch  Kupfersulfat  und  chlorsaures  Kali  angewandt ­
  werden.  Um  mehr  rötliche  Färbtöne
zu  erzielen,  nimmt  man  ein  Gemenge  von  Dimethylanilin ­
  und  Methylanilin.  Durch  Auskochen ­
  des  Reaktionsproduktes  mit  Salzsäure
erhält  man  die  Chlorwasserstoffverbindung  der
Basen,  welche  mit  Kochsalz  ausgefällt  wird.  Das
M.  kommt  in  metallisch  grünglänzenden  Stücken
oder  auch  als  Pulver,  selten  kristallisiert,  in  den
Handel.  Es  gibt  mit  Wasser  eine  violette  Lösung, ­
  welche  durch  Zusatz  von  Salzsäure  grün
wird.  Die  verschiedenen  Arten  des  M.  werden
zum  Färben  von  Wolle,  Seide  und  Baumwolle
benutzt.  Unter  der  Bezeichnung  Methylviolett ­
  ;  B  und  6B  kommen  andere  Farbstoffe  in
den  Handel,  welche  durch  Einwirkung  von  Benzylchlorid ­
  auf  Rosanilin  erhalten  werden;  siehe
Benzylviolett.  Das  reine  Hexamethyl-p-Rosanilin
  wird  als  Kristall  violett  bezeichnet.
Metol,  das  salz-  oder  schwefelsaure  Salz  des
Monomethylparamidometakresols,  ist  in  verschiedenen ­
  Haarfärbemitteln,  wie  Aurin,  aufgefunden ­
  worden,  soll  aber  unter  Umständen  Hautentzündungen ­
  hervorrufen.  Für  photographische
Zwecke  findet  es,  besonders  in  Verbindung  mit
Hydrochinon,  als  Entwickler  Anwendung.
Migränin  ist  der  den  Höchster  Farbwerken
geschützte  Name  für  ein  Gemisch  von  ungefähr
91  Teilen  Antipyrin,  8  Teilen  Koffein  und  0,5  0/0
Zitronensäure,  das  als  Mittel  gegen  Kopfschmerzen ­
  und  Migräne  vielfach  Anwendung  findet,
seit  1906  aber  von  den  Apotheken  nur  auf  ärztliche ­
  Verordnung  abgegeben  werden  darf.
Mikrobin,  ein  neues  Konservierungsmittel  für
Obsterzeugnisse,  besteht  aus  parachlorbenzoesaurem ­
  Natrium,  CeH 4 Cl.  COONa.
Milch  (lat.  Lac,  frz.  Lait,  engl.  Milk)  ist  die
von  den  Milchdrüsen  der  Säugetiere  abgeschiedene ­
  und  für  die  Ernährung  der  Nachkommen
im  Jugendzustande  bestimmte  Flüssigkeit.  Zum
Begriff  der  Handelsmilch,  als  welche  in
erster  Linie  und  nahezu  ausschließlich  die  Kuhmilch ­
  in  Frage  kommt,  gehört  weiter,  daß  sie
durch  vollständiges  Ausmelken  gewonnen  worden ­
  ist  und  erst  einige  Zeit  nach  dem  Abkalben
in  den  Verkehr  gebracht  wird.  Die  in  den  ersten
Tagen  nach  dem  Kalben  abgesonderte  Flüssigkeit ­
  (Kolostrum,  Kolostralmilch,  Biestmilch) ­
  darf  hingegen  nicht  verkauft  werden.
Die  Milch  stellt  eine  undurchsichtige,  weiße  bis
gelbe  Flüssigkeit  dar,  von  amphoterer  Reaktion
und  angenehm  süßlichem  Geschmack  und  besteht ­
  aus  einer  Emulsion  von  mikroskopisch
kleinen  Fettkügelchen  in  einer  weißen,  dünnschleimigen, ­
  wäßrigen  Lösung,  dem  sog.  Milchplasma. ­
  Bei  längerem  Stehen  steigen  die  suspendierten ­
  Fettröpfchen  an  die  Oberfläche  und