Obstkraut

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Öle,  fette

an  Mineralsalzen  und  Aromastoffen.  Das  O.
wird  sowohl  frisch  wie  gekocht  genossen  und
für  längere  Aufbewahrung  in  verschiedener
Weise  durch  Trocknen  (Dörrobst)  oder  Einkochen ­
  mit  Zucker  zubereitet,  sowie  zu  Fruchtsäften, ­
  Gelees  und  Marmeladen  verarbeitet.
Obstkraut  (Apfel-,  Birnenkraut)  nennt
man  die  durch  Eindicken  von  Obstsäften  (be*
sonders  Kernobst)  ohne  Zuckerzusatz  bis  zur
Sirupkonsistenz  gewonnenen  Erzeugnisse,  die
besonders  im  Rheinlande  in  großen  Mengen
hergestellt  werden.  Die  Verarbeitung  von  Abfällen ­
  der  amerikanischen  Ringäpfelindustrie
(Kerngehäuse,  Schalen)  sowie  der  Zusatz  von
Zucker  und  Stärkesirup  hat  als  Verfälschung
zu  gelten  und  muß  deutlich  gekennzeichnet
werden.  Die  Bezeichnung  des  O.  als  Gelee  ist
nicht  zulässig.
Obstwein  und  Beerenwein  nennt  man  alkoholische, ­
  weinähnliche  Getränke,  welche  statt
aus  Trauben  aus  dem  Safte  von  Obst-  und
Beerenfrüchten  gewonnen  werden.  Zu  ihrer
Herstellung  werden  die  zerquetschten  oder  gemahlenen ­
  Früchte  ausgepreßt  und  dann  für  sich
oder  nach  Zusatz  von  Zuckerwasser  der  Gärung
überlassen.  Direkt  verwendbar  ist  der  Apfelmost, ­
  während  der  Birnenmost  meist  infolge
seines  geringen  Säuregehaltes  ein  fade  schmeckendes ­
  Getränk  liefert  und  daher  meist  mit  Apfelmost ­
  verschnitten  wird.  Im  Gegensatz  zu  ihm
enthalten  die  Beerenfrüchte  meist  zuviel  Säure
und  zu  wenig  Zucker  und  müssen  daher  einen
Zusatz  von  Wasser  und  Zucker  erhalten.  Die
Gärung  läßt  man  entweder  freiwillig  oder  mit
Weinhefe,  am  besten  bei  15—20 0 ,  verlaufen  und
füllt  nach  beendeter  Hauptgärung  und  dem  Absatz ­
  der  Hefe  auf  geschwefelte  Fässer  ab,  damit ­
  hier  noch  eine  Nachgärung  erfolgt.  Zur
völligen  Klärung,  die  übrigens  meist  von  selbst
eintritt,  kann  noch  eine  Schönung  mit  Milch
oder  Hausenblase  erfolgen.  Die  trinkfertigen
O.  sind  meist  alkoholarm,  besitzen  aber  sonst
die  Zusammensetzung  der  Traubenweine,  abgesehen ­
  von  dem  Vorwiegen  der  Apfel-  und
Zitronensäure  an  Stelle  der  Weinsäure.  Von
den  O.  spielt  der  Apfelwein,  der  besonders  in
der  Frankfurter  Gegend,  aber  auch  am  Rhein,
in  Franken,  Thüringen,  Sachsen  und  der  Schweiz
erzeugt  wird,  die  Hauptrolle.  Unter  den  Beerenweinen ­
  sind  Heidelbeer-,  Johannisbeerund
  Stachelbeerwein  die  wichtigsten.  Die  O.
finden  als  angenehme,  alkoholarme  Getränke
vielfach  Anwendung.  Zu  beachten  ist,  daß  sie
den  für  weinähnliche  Getränke  erlassenen  Bestimmungen ­
  des  Weingesetzes  unterliegen  (s.
Wein)  und  daher  u.  a.  weder  Teerfarben  oder
Salizylsäure  noch  Stärkesirup  enthalten  dürfen.
Ocker  (Ocher,  frz.  Ocre,  engl.  Ochre)  nennt
man  lockere,  abfärbende  tonige  Erden,  die
durch  mehr  oder  weniger  Eisenoxyd  verschieden ­
  gefärbt  sind,  und  von  hellgelb,  bräunlichgelb, ­
  zuweilen  hoch-  oder  goldgelb  bis  zu  gedämpftem ­
  Rot  wechselnde  Farben  zeigen.  Derartige ­
  Mineralien,  die  aus  verwitterten  eisenhaltigen ­
  Gesteinen  hervorgegangen  sind,  werden
an  vielen  Orten  und  oft  in  großer  Anhäufung,
namentlich  in  der  Nähe  von  Eisenlagern,  gefunden ­
  und  teils  im  natürlichen  Zustande,  teils
geschlämmt  und  präpariert  in  den  Handel  gebracht. ­

  Die  O.  bilden  wohlfeile  Farbkörper,  die  1
sich  zu  Außenanstrichen  sowohl  als  Öl-  wie  als  I
Leimfarbe  verwenden  lassen.  Zur  Ölfarbe  soll  I
man  kalkhaltige,  gutdeckende  Sorten  nehmen,  I
während  die  tonerdereichen  sich  mehr  für  die  I
Wassermalerei  eignen.  Man  unterscheidet  ge-  |
wohnlich:  Gelb  (Gelberde),  Gold-,  Orangeund
  Ölocker,  und  als  teuersten  den  hochgelben
Satinocker  (Satinober),  zu  dem  auch  die  französischen ­
  Sorten  gehören.  Die  natürlichen  hellen  1
O.  lassen  sich  durch  stärkeres  oder  gelinderes
Glühen  in  dunklere  Farbentöne  von  Rot  und
Braunrot  überführen  und  heißen  dann  gebrannter ­
  O.,  kommen  auch  wohl  unter  beson-  1
deren  Namen,  wie  Hausrot,  Berlinerrot,  I
Nürnberg  erröt,  Preußischrot  in  den  Handel.  I
Zu  ihnen  rechnet  man  in  der  Regel  auch  das  ||
Eisenrot  oder  den  Kolkothar  (s.  d.).  Der  I
feinste  gebrannte  O.  ist  die  Sienaerde,  die  I
auch  zur  Kunstmalerei  dient.  Zwischen  rotem  | :
Bolus  und  O.  besteht  kein  wesentlicher  Unter-  j
schied,  nur  sind  die  letzteren  mehr  erdig  locker,  s
da  ihr  Ton  nicht  so  fett,  sondern  durch  Kalk  \
mergelig  ist.
Ochsengalle  (Rindsgalle,  lat.  Fel  tauri,  frz.  1
Fiel  de  boeuf,  engl.  Ox  gall),  der  Inhalt  der
Gallenblase  von  Rindern,  findet  im  gerei-  I
rügten  Zustande  mehrfache  technische  wie  me-  1
dizinische  Verwendung.  Die  Reinigung  der  I
rohen  Gallenflüssigkeit  erfolgt  durch  Erhitzen  I
bis  zum  Aufkochen  und  Abfiltrieren  von  den  I
geronnenen  Teilen.  Sie  hat  dann  noch  eine  I
grünliche  Farbe,  kann  aber  mit  Knochenkohle  I
und  anderen  Klärmitteln  entfärbt  werden.  Die  I
Galle  ist  ein  sehr  kompliziert  Zusammengesetz-  I
tes  Gemisch  und  enthält,  neben  den  Na-  I
tronverbindungen  der  Glykocholsäure  und  Tau-  I
rocholsäure,  Cholesterin,  Cholin  (Neurin),  Lezi-  I
thin,  Taurin  und  Farbstoffe.  Sie  wird  vielfach  I
für  sich  wie  als  Bestandteil  von  Seife  (Fleck-  I
seife)  zur  Entfernung  von  Flecken  aus  Stoffen,  |
die  durch  weniger  milde  Mittel  leiden  würden,  I
gebraucht.  Bei  der  Miniaturmalerei  auf  Elfen-  |
bein  bewirkt  sie  das  Anhaften  der  Farben  und  |
bei  der  Herstellung  von  Marmorpapier  (tür-  I
kischer  Marmor)  sowie  geaderter  Bücherschnitte  I
die  Entstehung  aderförmiger  Gebilde.  —  Medi-  1
zinisch  wird  gereinigte  Galle  gegen  Magen-,  I
Leber-  und  Milzleiden  verordnet.  Sie  wird  in  j
den  Apotheken  eingedickt  (lat.  Fel  tauri  in-  1
spissatum,  frz.  Extrait  de  fiel  de  boeuf,  engl.  1
Purified  ox  gall),  als  eine  zähe  pechartige  1
dunkle  Masse,  wie  auch  als  ein  trockenes  gelb-  1
liebes  Pulver,  erhalten  durch  Ausziehen  der  j
Galle  mit  Weingeist,  Entfärben  mit  Knochen-  |
kohle  und  Abdunsten  des  Lösungsmittels,  vorrätig ­
  gehalten.  Die  letztere  Form  bildet  das
gallensaure  Natron  (lat.  Natrium  choleinicum).

Odol,  das  mit  großer  Reklame  vertriebene
Mundwasser  (s.  d.)  der  Lingner-Werke,  besteht
aus  einer  wäßrigalkoholischen  Auflösung  von
Pfefferminzöl,  Saccharin,  Salizylsäure  und  Sali-  I
zylsäureestern  des  Menthols  und  wahrscheinlich  j
des  Kresols.
Öle,  fette  (lat.  Oleum,  frz.  Huile,  engl.  Oil).  I
Zum  Unterschiede  von  den  in  besonderen  Auf-  |
sätzen  besprochenen  ätherischen  ölen  und
Mineralölen  sind  die  fetten  Ö.  (lat.  Olea

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