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Oriean

Orangen

Natronsalze  der  Toluidinazobetanaphtolmonosulfoeäure
  und  ist  ein  scharlachrotes,  in  Wasser
mit  orangegelber  Farbe  lösliches  Pulver.  Orange
MN  ist  Metanilgelb  (s.  d.).  Orange  N  ist
Kurkumein  (s.  d.).  Orange  R  besteht  aus
dem  Natronsalze  des  Xylidinsulfosäureazobetanaphtols.
  Man  erhält  es  als  feurigrotes  Pulver,
welches  Wolle  in  sauerem  Bade  orangerot  färbt.
Orange  T,  bisweilen  auch  Orange  R  genannt,
ist  identisch  mit  Mandarin  GR,  aus  diazotierter
  o-Toluidinsulfosäure  und  p-Naphtol  und
endlich  Orangerot  I  mit  Doppelbrillantscharlach ­
  (s.  d.).
Orangen  sind  die  Früchte  der  immergrünen
Gewächse  aus  der  Gattung  Citrus  L.,  zu  denen
die  Apfelsinen,  Pomeranzen,  Zitronen,  Limonen
und  Limetten  gehören.
Orangenblüten  (Pomeranzenbluten,  lat.
Flores  aurantiorum  s.  Flores  naphae,  frz.  r  murs
d  orange,  engl.  Orange  flowers)  kommen  nicht
nur  im  frischen  Zustande,  sondern  auch  getrocknet ­
  und  eingesalzen  zur  Darstellung
von  Orangenblütenwasser  und  -ol,  in
den  Handel.  —  Die  besten,  am  feinsten
riechenden  O.  stammen  nicht,  wie  man  häutig
angegeben  findet,  vom  gewöhnlichen  süßen
Orangenbaum  (Citrus  aurantium  Risso),
sondern  vom  bitteren  Pomeranzenbaum
(Citrus  Bigaradia  Risso)  und  sind  von  den
ersteren  leicht  zu  unterscheiden.  —  Die  Bigaradblüte
  hat  30—34  Staubfäden  una  einen
,2—14  fächerigen  Fruchtknoten,  während  die
Blüten  von  C.  aurantium  nur  20—22  Staubfäden
und  einen  9—11  fächerigen  Fruchtknoten  besitzen. ­
  Der  Kelch  ist  ferner  bei  ersterer  fünfeckig, ­
  bei  letzteren  oval.  Im  frischen  Zustande
haben  die  Blüten  eine  fleischige,  weiße  Blumenkrone, ­
  die  nach  dem  Trocknen  dünn,  pergamentartig ­
  und  schmutzig  gelb  ist.  Man  benutzt
die  O.  zu  Parfümeriezwecken  sowie  auch  als
Tee.  "Die  Gegenden  um  Nizza,  Grasse,  Cannes
kommen  für  den  Anbau  hauptsächlich  in  frage.
Orangenblütenöl  (Pomeranzenblütenöl,
Nerohöl,  lat.  Oleum  aurantiorum  florum  s.
Oleum  naphae,  frz.  Essence  de  Ndroli,  engl.
Oil  of  Neroli),  ein  äußerst  fein  und  lieblich
riechendes,  ätherisches  öl,  wird  aus  den  frischen
Blüten  der  Orangenbäume  durch  Destillation
mit  Wasserdampf  oder  durch  Extraktion  mit
Petroläther  in  Menge  von  etwa  0,1  °/o  gewonnen.
Das  beste  öl  stammt  von  den  Blüten  des  bitteren
Pomeranzenbaums  (vgl.  Orangenbluten)  und
wird  daher  als  Big  aradöl  bezeichnet.  Das
dünnflüssige  Öl  erscheint  frisch  bereitet  fast
farblos,  wird  aber  nach  und  nach  braunhchrot
und  ist  in  starkem  Weingeist  klar  löslich.  Das
spez.  Gew.  beträgt  0,870—0,881.  Bei  längerem
Stehen  scheidet  sich  ein  weißes  kristallinisches,
aus  Paraffin  bestehendes  Stearopten  aus  (Nerolikampfer). ­
  Erwähnenswerte  Bestandteile
des  Öls  sind:  Pinen,  Kamphen,  Dipenten  Dezylaldehyd,
  Linalool,  Linalylazetat,  Phenylathylalkohol,
  Terpineol,  Nerol,  Geraniol,  Jasmon  und  als
Träger  des  charakteristischen  Aromas  Anthramlsäuremethylester,
  C 6 H 4 (NH 2 ).  COOCH,.  Zusätze
der  beliebtesten  Verfälschungsmittel  Bergamottund
  Petitgrainöl  sind  nur  in  großen  Mengen  nachzuweisen. ­
  Das  vom  süßen  Pomeranzenbaume
stammende  Neroli-PortUgalöl,  frz.  Essence

de  Nöroli,  Essence  de  Beurs  d  oranges  Portugal,
riecht  viel  weniger  fein.  —  Als  Ne b e "P  d
bei  der  Darstellung  dieser  Ö  e  erhalt  m a"  “
Orangenblütenwasser  (lat.  Aqua  florum
Aurantiorum  s.  Aqua  naphae,  frz  Eau  äistillde
de  t'leurs  d'oranges,  engl.  Orange  flower  water)
das  ebenfalls  den  Geruch  des  Öles,  jedoch  m
viel  schwächerem  Grade  besitzt.  Wahrend  das
öl  zu  Parfümeriezwecken,  namentlich  bei  »c
reitung  von  Kölnischwasser  Verwendung  findet
wird  das  Wasser  mehr  von  Konditoren  und  als
Arzneimittelzusatz  benutzt.  m]1 _, in
Organdis  (frz.  Organdie,  engl.  Book  muslm,
Book 8 )  sind  lockere  feine  und  ^atteBaumwoUgewebe,
  die  weiß  oder  auch  gefärbt,  aus  Garn
Nr  100—150,  etwas  dichter  als  Musselin,  aber
ebenso  fein  im  Faden  und  etwas  steifer  appretiert ­
  hergestellt  werden.  Der  Stoff  kam  früher
auf  Ostindien,  wird  aber  jetzt  von  allen  europäischen ­
  Musselinwebereien  m  den  Handel  gebracht ­
  und  dient  meist  zu  Unterfutter  für
‘  Organsinscids  (Kettenseide,  frz.  Organsin,
engl  g Orgfnzme)  nennt  man  die  gezwirnte,  aus
den  besten  Kokons  gewonnene  Seide,  die  m
den  Geweben  die  Kette  und  den  Auszug  bilden
Man  unterscheidet  z  weif  a  dl  ge  (O.  a  deux
bouts)  und  dreifädige  (O.  ä.  tro ‘ S  KokÖn-Teder
  Faden  besteht  aus  drei  bis  acht  Kokon
fäden  (s.  Aufsatz  Seide).  .  ,  .  ..
Oriean  (lat.  Orellana,  frz.  Roucou,  Achiotte,
engl  Annatto),  ein  bekannter  gelbroter  1  arb
Stoff  stammt  von  dem  im  tropischen  Amerika
heimischen,  aber  auch  in  Zanzibar  und  auf  den
Sandwichinseln  angebauten  straucharUgenBaume
Bix&amp; Ore  liana  (Famine  der  Cistif  loren).  Die
Frucht,  eine  herzförmige,  zusammengedruckt  ,
weichstachelige  Kapsel  von  Walnußgroße,  d
sich  bei  der  Reife  zweiklappig  öffnet,  enthalt
etwa  10  Samen  in  einem  orangegelben,  klebrigen ­
  Brei,  zu  dessen  Gewinnung  man  das
Fruchtfleisch,  mit  Wasser  übergössen,  längere
Zeit  einer  Gärung  überläßt  und  alsdtmn  durdi
Siehe  streicht  Der  erhaltene  weiche  Brei  setzt
sich  aus  dem  Wasser  allmählich  als  Bodensatz
ab  und  bildet  dann  eine  lebhaft  gelbrote  Masse,
die  mehr  oder  weniger  wasserhaltig  ist.  Im
O  sind  zwei  Farbstoffe  enthalten,  das  wasserlösliche ­
  Bixin  und  das  Orellin,  ein  harzartiger ­
  Körper,  der  sich  in  Weingeist,  Äther
und°  Fetten  löst.  Die  Hauptsorte  für  techmsche
Zwecke  ist  der  Kuchenorlean,  der  in  Porm
ziemlich  trockener  viereckiger  Kuchen  von  1  bis
ii/  k cr  Gewicht,  die  in  Bananenblatter  gewickelt ­
  und  in  Fässer  verpackt  sind  fast  ausschließlich ­
  aus  Kayenne  und  Guadeloupe  nach
Frankreich  ausgeführt  wird.  Rollenorlean  aus
Brasilien  eine  in  kleine  Rollen  oder  Zylinder
geformte  harte  und  trockene  Masse  theaußen
bräunlich,  innen  schön  rot  erscheint,  wird  in
England  zur  Käse-  und  Butterfärberei  verwand  ■
T  cf  gor  lean,  eine  etwa  60  0/0  Wasser  enthaltende ­
  weiche  Masse,  die  im  Gegensatz  zu  dem
veilchenartigen  Geruch  der  übrigen  Sorten  meist
nach  Ammoniak  riecht,  kommt  neuerdings  häufig ­
  an  Stelle  der  Kuchen,  in  Fässer  oder  Blechbüchsen ­
  verpackt,  in  den  Handel.  Auch  bildet
der  vom  Fruchtfleisch  getrennte  reme  Farba
  „  ‘  -CW,,-  Vlpiner  Täfelchen  einen