Phenosafranin

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Phosphor

koholischem  Quecksilberchlorid  als  ein  farbloses
Kristallpulver.
Rhenosatranin  (Safranin  B  extra),  ein
durch  Oxydation  eines  Gemisches  von  Paraphenylendiamin ­
  und  Anilin  dargestellter  Teerfarbstoff,
Paraamidophenylparaamidophenazoniumchlorid,
bildet  grüne  glänzende  Kristalle,  die  in  Wasser
mit  roter  Farbe  leicht  löslich  sind.  Konzentrierte
Schwefelsäure  gibt  eine  grüne  Lösung,  die  beim
Verdünnen  mit  Wasser  erst  blau,  dann  violett
und  schließlich  rot  wird.  Mit  Tannin  und  Brechweinstein ­
  gefärbte  Baumwolle  wird  rot  gefärbt.
Phenylurethan  (Euphorine),  ein  neueres  viel
gerühmtes  M.ttel  gegen  Gelenkrheumatismus,  entsteht ­
  durch  Behandlung  von  Chlorameisensäureäthylester ­
  mit  Anilin  und  ist  demnach  als  Phenylkarbaminsäureäthylester
  anzusprechen.  Es  bildet ­
  weiße,  bei  49 0  schmelzende  Kristalle  von
nelkenähnlichem  Geschmacke,  die  sich  leicht  in
Alkohol  und  Äther,  hingegen  nicht  in  Wasser
lösen.
Phloridzin  nennt  man  ein  kristallisierbares
Glykosid,  das  durch  Ausziehen  der  Rinde  von
Apfel-,  Birnen-,  Pflaumen-  oder  Kirschbäumen
mit  60  °/o  igem  Alkohol  in  Form  zarter  glänzender ­
  Nadeln  erhalten  wird.  Es  zerfällt  beim
Kochen  mit  verd.  Säuren  in  Phloretin  und
Zucker  und  findet  an  Stelle  des  Chinins  als
Fiebermittel  Anwendung.
Phlorogluzin,  C 6 H 3 (OH)3,  das  symmetrische
Trioxybenzol,  findet  sich  in  der  Natur  in  Form
sogen.  Phlorogluzide  im  Drachenblut,  Gutti,  Kino
und  verschiedenen  anderen  Pflanzenstoffen,  aus
denen  es  durch  Schmelzen  mit  Ätzkali  gewonnen
werden  kann.  In  der  Regel  stellt  man  es  durch
Erhitzen  von  Resorzin  mit  Ätznatron  und  nachfolgendes ­
  Ausschütteln  der  angesäuerten  Schmelze
mit  Äther  dar.  Es  bildet  bei  212°  schmelzende,
farblose  Kristalle,  die  sich  in  Wasser,  Alkohol
und  Äther  lösen,  und  wird  in  der  Mikroskopie
als  bestes  Reagens  auf  Holzfaser  (in  Papier)  benutzt, ­
  die  sich  mit  Ph.  und  Salzsäure  rot  färbt.
Phloxin  ist  der  Name  mehrerer  Phtaleinfarbstoffe,
  von  denen  folgende  die  gebräuchlichsten ­
  sind:  Phloxin  P.  wird  durch  Einwirkung
von  Brom  auf  Dichlorfluorcszein  erhalten  und
besteht  aus  dem  Natronsa’.ze  des  Tetrabromdichlorfluoreszeins.
  Das  braungeibe  Pulver  gibt  mit
Wasser  eine  kirschrote,  grüngelb  fluoreszierende
Lösung,  die  Wolle  bläulichrot  färbt.  Phloxin
TA  (Erythrosin  B)  wird  durch  Einwirkung  von
Brom  auf  Tetrachlorfluoreszein  in  alkoholischer
Lösung  als  das  Natronsalz  des  Tetrabromtetrachlorfluoreszeins
  dargestellt.  Das  ziegelrote  Pulver ­
  ist  in  Wasser  mit  blauroter  Farbe  und  schwacher ­
  dunkelgrüner  Fluoreszenz  leicht  löslich.  Zy
anosin  ist  der  Methylester  des  Phloxin  P.  Zy
anosin  B  der  Äthylester  des  Phloxin  TA.
Phosphate  ist  der  wissenschaftliche  Name  für
phosphorsaure  Salze,  z.  B.  Natriumphosphat,  Eisenphosphat, ­
  im  Handel  versteht  man  darunter
aber  die  verschiedenen,  in  der  Natur  als  Mineralien ­
  vorkommenden  Arten  des  phosphorsauren
Kalks  (Kalziumphosphat),  wie  sie  zur  Darstellung ­
  von  Düngemitteln  für  die  Landwirtschaft
(s.  Superphosphat)  und  von  Phosphor  Verwandt
werden.  Die  hierher  gehörigen  Mineralphosphate ­
  Apatit,  Phosphorit  und  Osteolith  bilden
einen  bedeutenden  Handelsartikel,  so  namentlich ­

  der  Phosphorit  aus  der  spanischen  Provinz
Estremadura  und  die  Lahnphosphorite  aus  der
Provinz  Nassau.  Seit  einigen  Jahren  kommen
auch  P.  aus  Belgien,  Kanada,  Südkarolina  und
Aruba  sowie  russische  Phosphorite  aus  dem  Gebiete ­
  des  Tschnerojem  nach  Deutschland.  Die
größte  Menge  dieser  P.  wird  in  ein  feines  Mehl
verwandelt  und  zu  Superphosphat  verarbeitet.  -
Phosphin  (Ledergelb,  Philadelphiagelb,
frz.  Phosphine),  ein  seit  1862  bekanntes  Nebenprodukt ­
  der  Fuchsinfabriken,  bildet  ein  orangegelbes, ­
  in  Wasser  lösliches  Pulver,  s.  Akridinfarbstoffe. ­

Phosphor  (lat.  Phosphorus,  frz.  Phosphore,
engl.  Phosphorus),  ein  chemisches  Element  vom
Atomgewicht  P  —  zi,  wurde  im  Jahre  1669  von
Brand  in  Hamburg  bei  der  trocknen  Destillation
von  eingedampftem  Harn  entdeckt,  doch  gelangte ­
  diese  Beobachtung  erst  1678  durch  Kunkel ­
  an  die  Öffentlichkeit.  Bis  in  die  Mitte  des
vorvorigen  Jahrhunderts  blieb  der  Ham  das
einzige  Ausgangsmaterial,  und  4 a  600—700  1  desselben ­
  nur  30  g  P.  ergaben,  so  erklärt  sich  der
für  diese  geforderte  ungeheure  Preis  von  10  bis
16  Dukaten.  Erst  1769  wies  Gähn  das  Vorhandensein ­
  von  P.  in  den  Knochen  nach  und  1771
stellte  ihn  Scheele  zum  ersten  Male  daraus  dar.
Die  chemische  Natur  des  P.  ist  besonders  durch
die  Arbeiten  von  Lavoisier  aufgeklärt  worden.
Der  P.  findet  sich  in  der  Natur  nie  frei,  sondern
stets  gebunden,  und  zwar  meist  in  Form  phosphorsaurer ­
  Salze.  Aus  diesen  gelangt  er  in  die
Pflanzen  und  von  da  in  den  Tierkörper,  dessen
Knochengerüst  zum  großen  Teil  aus  Kalzium
phosphat  besteht.  Ein  anderer  Teil  des  in  den
tierischen  Körper  eingeführten  P.  wird  durch
die  Exkremente  und  den  Harn  wieder  ausge
schieden,  kehrt  in  den  Erdboden  zurück  und^
bildet  einen  wertvollen  Bestandteil  des  Düngers.
In  organischer  Bindung  findet  sich  der  P.  im
Gehirn,  den  Nerven,  dem  Eigelb,  dem  Kasein
usw.  Die  Darstellung  des  P.,  zu  der  fast  aus
schließlich  die  Knochen  dienen,  wurde  längere
Zeit  nur  von  einigen  englischen  und  französischen
Fabriken  betrieben,  bis  im  Jahre  1898  auch  die
chemische  Fabrik  Elektron  in  Griesheim  eine
elektrolytische  Anlage  errichtete.  Die  mit  Benzin
oder  Schwefelkohlenstoff  entfetteten  und  mit
überhitztem  Wasserdampf  entleimten  Knochen
werden  in  einem  Schachtofen  völlig  we.ßge
brannt.  Die  feingemahlene  Asche  wird  mit  dem
gleichen  Gewicht  76°/oiger  Schwefelsäure  erwärmt,
die  Lösung  des  sauren  phosphorsauren  Kalks  von
dem  aus  Gips  bestehenden  Bodensatz  klar  abgezogen, ­
  in  Bleipfannen  eingedampft  und  schwach
geglüht.  Der  hinterbleibende  metaphosphorsaure
Kalk  wird  im  Gemisch  mit  Holzkohlenpulyer
in  Retorten  aus  feuerfestem  Ton  bis  zur  Weißglut ­
  erhitzt  und  der  entweichende  Dampf  von
freiem  P.  in  Wasser  geleitet,  wo  er  sich  in  flüssiger ­
  Form  verdichtet.  Zur  Reinigung  preßte
man  den  Rohphosphor  früher  meist  in  geschmolzenem ­
  Zustande  unter  Wasser  durch  Leder,  während ­
  man  ihn  jetzt  in  der  Regel  einer  nochmaligen ­
  Destillation  unterwirft  oder  mit  Hilfe
von  Wasserdampf  durch  eine  poröse,  mit  Kohlenpulver ­
  bedeckte  Steinplatte  preßt.  Das  Formen
zu  Stangen  geschieht  im  kleinen  durch  Aufsaugen
des  unter  Wasser  geschmolzenen  P.  in  Glas