Plüsch

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Pomeranzen

reiben,  später  durch  mehrmaliges  Walzen  im
glühenden  Zustande  die  feste  Verbindung  herstellt. ­
  Eiserne,  nicht  aus  Blech  bestehende  Gegenstände, ­
  wie  Teile  von  Wagengeschirren  und
Reitzeug,  Türgriffe,  Eßbestecke  u.  dgl.  wurden
früher  mit  Hilfe  von  Zinn  plattiert,  das  als  Lötmittel ­
  zwischen  Silber  und  Eisen  trat.  Jetzt  werden ­
  diese  Gegenstände  meist  vernickelt.
Plüsch  (frz.  Peluche,  engl.  Plush,  Shag),  ein
samtartiger  Stoff,  der  sich  vom  eigentlichen  Samt
(s.  d.)  nur  durch  die  bedeutend  längere  Behaarung ­
  unterscheidet,  wird  sowohl  ganz  in  Seide
als  auch  in  Wolle,  Baumwolle  und  neuerdings
auch  in  Leinen  hergestellt.  Doppelplüsch  zeigt
beiderseitige,  doch  auf  der  inneren  Seite  kürzere
Behaarung  und  gelangt  in  verschiedenen  Farben,
wie  auch  bedruckt  in  den  Handel.  Zur  Nachahmung ­
  von  Pelzwerk  bestimmter  P.  führt  be
sondere  Namen,  wie  Astrachan  oder  falscher
Krimmer.
Podophyllin  (lat.  Podophyllinum,  frz.  Resine
de  podophyllum,  engl.  Resin  of  podophyllum),
der  wirksame  Bestandteil  der  Podophyllumwurzel,
  in  der  er  zu  2—2t/2°/o  enthalten  ist,
kommt  als  amorphe,  dunkelbraune,  harzartige
Masse  in  den  Handel,  die  sich  in  Alkohol  und
Äther  löst.  Das  P.,  das  wie  die  P.-Wurzel  (s.  d.)
medizinische  Verwendung  findet,  ist  kein  einheitlicher ­
  Körper,  sondern  ein  Gemenge  aus
zwei  kristallisierbaren  Stoffen,  dem  Podophyllotoxin
  und  dem  Pikropodop  h  yllin,  mit
einem  amorphen,  dem  Querzetin  ähnlichen
gelben  Farbstoffe.
Podophyliwurzel  (Fußblattwurzel,  Entenfußwurzel, ­
  lat.  Rhizoma  podophylli,  frz.  Rhizome ­
  de  podophyllum,  engl.  Podophyllum  root),
der  getrocknete,  oft  über  1  m  lang  werdende
Wurzelstock  von  Podophyllum  peltatum,
einer  im  östlichen  Teile  Nordamerikas  verbreiteten ­
  Pflanze,  kommt  in  rötlich  braunen  oder
gräulichen  Stücken  von  höchstens  2  dm  Länge
in  den  Handel.  Die  Bruchstücke  tragen  an  ihrem
knotigen  Ende  eine  vertiefte  Stengelnarbe  und
unterseits  ungefähr  10  dünne  blasse  Wurzeln,  die
leicht  abbrechen.  Der  bisweilen  verzweigte,  im
Querschnitt  elliptische,  höchstens  1  cm  dicke
Wurzelstock  erscheint  im  Inneren  Veiß  mit  einem
dünnen  Kreis  von  20—40  gelben  Gefäßbündeln.
Der  Geruch  ist  unangenehm  narkotisch,  der  Geschmack ­
  widerlich  bitter  und  scharf.  Die  P.  bildet ­
  ein  in  Nordamerika  viel  gebrauchtes  Arzneimittel ­
  gegen  Würmer  und  wirkt  auch  Erbrechen
erregend.  Sie  enthält  Podophyllin  (s.  d.)  und
Podophy  II  insäure.
Poho  (Pohoöl,  Pohoessenz)  nennt  man
die  bei  der  Herstellung  des  Menthols  aus  japanischem ­
  Pfefferminzöl  hinterbleibende  Flüssigkeit, ­
  die  auch  unter  der  Bezeichnung  Gouttes
japonaises  gegen  Kopfschmerz  und  Migräne
Verwendung  findet.  —-  Neuerdings  wird  eine
mit  Menthol  gefüllte  Metallhülse  als  P.  verkauft.
Poleikraut  (Flohkraut,  lat.  Herba  pulegii,
frz.  Herbe  de  pouillot,  engl.  Poley)  stammt  von
einer  Art  Minze  (Mentha  Pulegium  s.  Pulegium
  vulgare),  die  in  Süddeutschland  und
Schlesien  sowie  in  Mitteldeutschland  nicht  selten
auf  sandigen,  zeitweiliger  Überschwemmung  ausgesetzten ­
  Stellen  wächst.  Die  Stengel  sind  niederliegend, ­
  die  kleinen  gegenständigen  Blätter  rundlich ­

  und  drüsig  punktiert,  die  in  Quirlen  stehenden ­
  Lippenblüten  hell  purpurrot  oder  lila.
Das  frische  Kraut  riecht  durchdringend  gewürzhaft, ­
  der  Geschmack  ist  brennend  und  bitter.
Die  in  der  Blüte  gesammelte  und  getrocknete
Pflanze  dient  als  bitteres,  aromatisches  Volksheilmittel. ­
  Das  aus  dem  blühenden  Kraute  mit
Wasser  destillierte  ätherische  öl  (Poleiöl,  lat.
Oleum  pulegii,  frz.  Essence  de  pouillot,  engl.
Oil  of  European  Pennyroyal)  ist  gelb  bis  rötlichgelb ­
  und  riecht  und  schmeckt  minzartig.  Es
besteht  zum  größten  Teil  aus  dem  bei  221 0
siedenden  Keton  Pulegon  und  wird  wie  das
Kraut  verwandt.
Polierschiefer  (Silbertripel),  eine  leichte,
schiefrig  erdige,  zerreibliche  Masse  von  gelblich-,
gräulich-  oder  bräunlichweißer  Farbe,  die  sich
mager  anfühlt,  wenig  an  der  Zunge  klebt  und
vermöge  ihrer  Lockerheit  auf  Wasser  schwimmt,
nach  dem  Eindringen  des  Wassers  jedoch  untersinkt, ­
  ist  eine  Abart  des  Tripels  und  besteht  wie
dieser  aus  den  hinterlassenen  Kieselpanzern  mikroskopischer ­
  Tierchen  (Galli  onella).  Nur
durch  Gewicht  und  Dichtheit  unterscheidet  sich
der  Klebschiefer  (Saugschiefer),  eine  derbe
dünnblätterige  Masse,  die  sich  stark  an  die  Zunge
hängt  und,  gepulvert,  wie  jener,  zum  Putzen  von
Metallen,  Glas  usw.  dient.  Der  P.  findet  sich  in
Böhmen  bei  Bilin  und  Warnsdorf.
Polpapier  zur  Auffindung  des  negativen  Pols
elektrischer  Batterien  besteht  aus  einem  mit
Lösungen  von  Phenolphtalein  und  Neutralsalzen
(Salpeter,  Glaubersalz)  getränkten  Filtrierpapier.
Beim  Anlegen  des  befeuchteten  Reagenspapiers
an  den  negativen  Pol  wird  Alkali  in  Freiheit  gesetzt, ­
  das  mit  dem  Phenolphtalein  eine  rote
Färbung  liefert.
Pomeranzen  (frz.  Oranges,  engl.  Oranges),
die  Früchte  des  Pomeranzenbaumes,  Citrus
Aurantium,  kommen  in  zahlreichen  Arten  mit
süßem  und  mit  bitterem,  zugleich  sauer  schmekkendem
  Safte  in  den  Handel,  doch  werden  nur
die  ersteren  als  Obst  genossen.  Die  getrockneten
Schalen  der  bitteren  Sorten  C.  Aurantium  Bigaradia
  bilden  unter  dem  Namen  Pomeranzenschalen ­
  (lat.  Cortex  fructuum  aurantiorum  amarorum,
  frz.  Ecorce  d’Oranges  ameres,  engl.  Orange ­
  peels)  einen  Gegenstand  des  Drogenhandels
und  werden  sowohl  in  Apotheken  und  Drogerien,
als  auch  zur  Herstellung  von  Likören  benutzt.
Man  erhält  sie  in  Form  elliptischer,  an  beiden
Enden  zugespitzter  Abschnitte,  die  außen  dunkelrotgelb ­
  bis  bräunlich  gefärbt,  ziemlich  hart  und
rauh  und  mit  zahlreichen  Poren,  den  Überresten
eingetrockneter  Ölbehälter,  versehen  sind.  Die
Innenfläche  ist,  wie  bei  allen  Früchten  der
Hesperideen,  mit  einem  schwammigen,  gelblichweißen ­
  Überzug  versehen,  der  nach  vorherigem
Einweichen  in  Wasser  durch  Schaben  mit  dem
Messer  entfernt  werden  kann  und  der  Träger  des
bitteren  Geschmackes  ist,  während  die  gelbe
Außenschale  (lat.  Cortex  fructuum  aurantiorum
amarorum  expulpatus  seu  sine  parenchymate
seu  Flavedo  aurantii)  ätherisches  Öl  enthält.  —
Eine  besondere  Art  von  Pomeranzenschalen  bilden ­
  die  Curacaoschalen  (s.  d.).  —  Die  ebenfalls ­
  in  den  Handel  kommenden  sehr  harten  unreifen ­
  Früchte  des  bitteren  Pomeranzenbaumes
(lat.  Fructus  aurantii  immaturi,  frz.  Orangettes,