Rhabarber

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Rhodamine

Rhabarber  (lat.  Rhizoma  rhei,  frz.  Rhubarbe,
engl.  Rhubarb),  eine  in  China  und  Mittelasien
heimische  Pflanze  aus  der  Familie  der  Polygonazeen, ­
  wird  wegen  ihrer  als  Gemüse  benutzten
Stengel  und  ihrer  medizinisch  wirksamen  Wurzeln
vielfach  angebaut.  Für  den  ersteren.  Zweck
kommen  hauptsächlich  Gartenrhabarber  oder
bandförmiger  R.  (Rheum  palmatum),  Englischer ­
  R.  aus  der  Tatarei  und  Tibet  (Handleaved
  Rh.),  R.  comp  act  um  aus  der  Mongolei,
wellförmiger  R.  (R.  undulatum)  und  Bast ­
  ard-R.  (R.  hybridum),  für  den  letzteren
Zweck  besonders  Rheum  officinale  und  palmatum ­
  in  Betracht.  Der  kleinblättrige  R.
(Rheum  r  hapon  tic  um),  auch  Berg-oder  Pontischer
  R.  genannt,  und  der  Emodi-  oder  Ostindische ­
  R.  (Rheum  emodi)  liefern  die  adstringierend ­
  wirkenden  Rap  o  nt  ika-Würze  ln
(falscher  Rhabarber,  lat.  Radix  Rhapontici,
frz.  Racine  de  rhubarbe  rhapontic,  engl.  Rhapontic
  Root),  die  nur  in  der  Tierheilkunde  Verwendung ­
  finden.  —  Die  Rhabarber-Wurzel
(lat.  Rhizoma  rhei,  frz.  Racine  de  rhubarbe,  engl.
Rhubarb  root),  eines  der  ältesten  und  zuverlässigsten ­
  Heilmittel,  stammt  von  im  Inneren  Asiens
wachsenden  Pflanzen  und  kam  früher  auf  dem
Landwege  über  Rußland  als  Russischer  R.
(Radix  rhei  moscovitica,  rossica  oder  coronalis)
oder  auch  als  Bucharischer  R.  in  den  Handel,
während  sie  jetzt  nur  noch  von  Shanghai  auf
dem  Seewege  als  Chinesischer  R.  eingeführt
wird.  —  Die  russische  Ware  erhält  man  in  oben
und  unten  abgestutzten,  kegelförmigen  Stücken
oder  in  Längsschnitten  größerer  Wurzeln,  die
auf  einer  Seite  flach,  auf  der  andern  gewölbt
erscheinen.  Die  Stücke  sind  stets  ganz  geschält
und  fühlen  sich  rauh  an.  Auf  dem  Bruche  oder
Durchschnitt  zeigen  sie  auf  weißem  Grunde  rote
Streifen  und  Adern,  und  die  Schönheit  dieser
Marmorierung  bildet  neben  der  Festigkeit  des
Holzkörpers  und  der  Feinkörnigkeit  des  Bruches
einen  Maßstab  für  die  Güte.  Zum  Anreihen  auf
Fäden  zum  Trocknen  sind  die  größeren  Wurzelabschnitte ­
  durchbohrt.  —  Die  weniger  wertvolle
Chinesische  Ware  bildet  Stücke  verschiedener
Form  und  Größe,  entweder  walzenförmige,  durch
das  Schälen  kantige  Rundstücke  mit  einem  Bohrloch ­
  für  die  Anhängeschnur  oder  glatte,  unvollständig ­
  geschälte  Stäbe  ohne  Durchlochung.  Die
rote  Marmorierung,  das  Zeichen  höherer  Wirksamkeit, ­
  tritt  schwächer  hervor,  und  dementsprechend ­
  ist  auch  das  Pulver  weit  heller  als
das  dunkelgelbe  der  russischen  Droge.  —  R.  hat
einen  eigentümlich  aromatischen  Geruch  und
bitter  aromatischen  Geschmack.  Das  Pulver
knirscht  wegen  des  Vorhandenseins  von  Oxalatkristallen ­
  zwischen  den  Zähnen  und  färbt  den
Speichel  gelb.  Seine  abführende  Wirkung  beruht
auf  dem  Gehalte  an  Emodin  und  Oxymethylanthrachinon.
  Als  weitere  charakteristische  Bestandteile ­
  sind  zugegen:  oxalsaures  K-alzium,
Frangulasäure,  Chrysophansäure,  möglicherweise ­
  in  glykosidischer  Bindung,  eine  eigentümliche ­
  Gerbsäure,  Rheumgerbsäure,  und
verschiedene  Stoffe,  die  möglicherweise  erst  durch
Zersetzung  entstanden  sind.  Von  dem  chinesischen
R.  unterscheidet  man  hauptsächlich  zwei  Sorten,  den
wilden  oder  Shensi-R.,  der  auf  den  Bergen
der  gleichnamigen  Provinz  wild  wächst  und  im

März  oder  April  nach  Shanghai  auf  den  Markt
kommt,  und  den  kultivierten  oder  Szechuen-R..
  der  im  Oktober  geerntet  wird.  Die  Ware
kommt  in  Kisten  aus  dünnem  Holz,  die  mit  Blei
ausgelegt  und  mit  grünem  Papier  überzogen
sind,  nach  Europa.  Um  sich  gegen  Verfälschungen ­
  und  Unterschiebung  minderwertiger
Ware  zu  schützen,  muß  man  folgende  Merkmale
beachten:  Die  Stücke  sollen  schwer  und  dicht,
hingegen  nicht  schwammig  sein.  Nach  dem  Abreiben ­
  mit  einer  scharfen  Bürste  müssen  sie  eine
dunkle  Farbe  und  die  rötliche  Marmorierung
zeigen.  Zusätze  von  Bolus  und  Ocker  erkennt
man  an  der  Erhöhung  des  Aschengehaltes,  Zusätze ­
  von  Stärke  mit  Hilfe  des  Mikroskopes.  Die
zu  Anfang  erwähnten  europäischen  Wurzeln  sind
minder  wirksam  und  sollen  wie  der  pontische
nur  zu  Tierheilmitteln  benutzt  werden.  Der  Nachweis ­
  der  letzteren  ist  auf  mikroskopischem  Wege
nicht  möglich,  kann  aber  in  der  Weise  erfolgen,
daß  man  io  g  des  Pulvers  mit  so  viel  6o  %  igem
Alkohol  auszieht,  bis  25  ccm  klares  Filtrat  erhalten ­
  werden.  Die  bei  80 0  auf  7  ccm  eingedampfte
Lösung  wird  mit  10  ccm  Äther  kräftig  durchgeschüttelt. ­
  Ein  nach  einiger  Zeit  erhaltener
bräunlich  kristallinischer  Niederschlag  deutet  auf
Rhapontikum-Rhabarber.  —  Der  R.  wirkt  infolge ­
  seiner  verschiedenen  Bestandteile  sowohl
adstringierend  als  purgierend,  kann  also  in
kleinen  Gaben  zur  Stillung  von  Durchfällen,  in
größeren  als  Abführmittel  Verwendung  finden.
Außerdem  wird  er  in  Form  von  Pulvern,  Pillen,
Extrakten,  Tinkturen  und  Sirupen  gegen  viele
U  nregelmäßigkeiten  der  Verdauungsorgane,  gegen
Leber-  und  Nierenleiden  und  Skrofeln  verordnet
sowie  technisch  als  Farbstoff  verwendet.
Rhenser  Sprudel  bei  Koblenz.  1000  Gewichtsteile ­
  enthalten  nach  Hintz  und  Grünhut  (1902):
Bikarbonate  des  Natriums  0,8890  g,  Lithiums
0,0102  g,  Ammoniums  0,0097  g,  Kalziums  0,4623  g,
Strontiums  0,0003  g,  Magnesiums  0,3438  g,  Eisenoxyduls ­
  0,0229  g,  Manganoxyduls  0,0015  g,  Chlornatrium ­
  1,2536  g,  Bromnatrium  0,0014  g,  Jodnatrium ­
  0,00002  g,  Sulfate  des  Kaliums  0,0426  g,
Natriums  0,7605  g.  Arsensaures  Natrium  0,00015  g,
Borsaures  Natrium  0,0057  g,  Kieselsäure  0,0170  g
und  freie  Kohlensäure  3,1080  g.
Rhodamine  nennt  man  eine  Reihe  roter  basischer ­
  Farbstoffe,  die  im  Jahre  1887  von  Ceresoie ­
  entdeckt  wurden  und  die  vierte  Gruppe
der  Xanthenfarbstoffe  bilden.  Zu  ihrer  Darstellung ­
  bedient  man  sich  zweier  Arbeitsweisen.
Nach  der  einen  kondensiert  man  Phtaisäureanhydrid
  oder  die  Anhydride  substituierter  Phtalsäuren
  mit  m-Aminophenolen,  nach  der  anderen
wird  Fluoreszeinchlorid  mit  Aminen  umgesetzt.
Ihre  Zusammensetzung  entspricht  derjenigen
eines  Rosamins,  in  das  eine  Carboxylgruppe  eingetreten ­
  ist,  nämlich  der  allgemeinen  Formel:
COOH  .  C 6 H 4  .  C(C 6 H 3  .  NR 2 ) 2 .  OC1.  —  Der  einfachste ­
  Vertreter  der  Gruppe,  das  Rhodamin  B,
ist  das  Tetraäthylderivat  (R  —  C 2 H 5 )  und  entsteht ­
  beim  Zusammenschmelzen  von  Phtalsäureanhydrid
  mit  Dimethylmetamidophenol  und  Behandlung ­
  der  Schmelze  mit  Salzsäure  in  Form
grüner  Kristalle  oder  eines  rötlichvioletten  Pulvers, ­
  das  mit  Wasser  eine  bläulichrote,  stark
fluoreszierende  Lösung  gibt.  Der  Farbstoff  färbt
Wolle  und  Seide  sehr  echt  bläulichrot  mit