Sozojodol  422  Speckstein

marinden,  Samen  von  Bockshornklee,  Kümmel,
Blätter  von  Dragon,  Kerbel,  Minze,  Thymian,
Majoran,  Pfeffer,  Paprika,  £enf,  Muskatnuß,
Gewürznelken,  Ingwer,  Garnelen,  Hummer,  Anchovis ­
  und  Lobster.  Von  den  bekannteren  Soßen
soll  Maggis  Suppenwürze  aus  Gemüsen  und
Steinpilzen  hergestellt  werden.  Ovos,  VVuk,
Sitogen  sind  unter  Hefenextrakte,  Shoya
(Soja)  und  Worcester  unter  ihrem  Namen  in
besonderen  Aufsätzen  besprochen  worden.
Sozojodol,  eines  der  vielen  neueren  Arzneimittel, ­
  besteht  aus  Dijodparaphenolsulfosäure,
CsIisMOHjSOjjH.  Die  in  weißen  Nadeln  kristallisierende, ­
  in  Wasser,  Alkohol  und  Glyzerin
leicht  lösliche  Verbindung  wird  zu  denselben
Zwecken  wie  Jodoform  verordnet,  vor  dem  sie
den  Vorzug  der  Geruchlosigkeit  hat.
Sparadrap  (Emplastra  extensa)  nennt  man
die  in  Apotheken  und  Drogenhandlungen  vorrätig ­
  gehaltenen  Pflaster,  deren  zur  Aufnahme
der  Pflasterschicht  bestimmte  Unterlage  meist
aus  Schirting  oder  Halbleinen  besteht.  Eine
Unterabteilung  der  S.  sind  die  Pflastermulle
oder  Guttaperchapflastermulle  (Perchemplastra),
  die  auf  Mull  oder  mit  dünner  Guttaperchalage ­
  bedeckten  Mull  ausgestrichen  sind
und  sich  durch  große  Geschmeidigkeit  und  Klebkraft ­
  auszeichnen.  Als  bekanntere  Beispiele  seien
Sparadrap  de  Vigo,  ein  Quecksilberpflaster,
und  Sparadrap  de  Thapsia,  ein  Harz- 1erpentinpflaster,
  angeführt.
Spargel  (Sparse,  Sparschen,  frz.  Asperge,
engl.  Asparagus)  nennt  man  die  jugendlichen,
nur  eben  über  die  Erdoberfläche  herausgewachsenen ­
  Sprossen  der  angebauten  Spargelpflanze,
Asparagus  officinalis.  Die  ausdauernde  Pflanze
wird  0,5—1,3  m  hoch  und  besitzt  dünne,  nadelähnliche ­
  Blätter,  grünlichgelbe  Blüten  und
schwarze  Samen  in  roten  Beeren.  Aus  Samen
gezogene  Pflänzchen  werden  bei  etwa  5  cm  Länge
20  cm  voneinander  entfernt  in  Reihen  verpflanzt,
rein  von  Unkraut  gehalten  und  dann  auf  die
Beete  in  Gräben  oder  neuerdings  auf  Hügeln
in  60  cm  weiten  Abständen  in  gut  gedüngten
Boden  gesetzt  (reichlich  Stalldünger  mit  Kalisalz). ­
  Die  Anlage  und  Unterhaltung  der  Spargelbeete ­
  ist  sehr  kostspielig,  da  man  für  Rajolen
des  Bodens,  Düngung,  Auswerfen  der  Gräben
oder  Hügel  und  Pflanzung  für  den  Hektar  bis
über  1000  M.  und  an  jährlichen  Kulturkosten  mindestens ­
  600  M.  rechnen  muß.  Die  Dauer  der
Beete  beträgt  15—18  Jahre,  auf  Ertrag  ist  vom
dritten  Jahre  an  zu  rechnen.  Gute  Beete  geben
dann  in  65  Tagen  Stechzeit  auf  den  Hektar  bis
4000  kg  S.  Trotz  der  hohen  Kosten  ist  der  Anbau ­
  außerordentlich  lohnend.  —  Der  S.  enthält
neben  geringen  Mengen  Säuren,  Zucker,  Gummi
und  Mineralstoffen  als  charakteristischen  Bestandteil ­
  das  harntreibende  Asparagin,  C 2 H 3 .
(NH 2 )(COOH)COONHj.  Die  Samen  enthalten
ein  fettes  Öl,  die  reifen  Beeren  Traubenzucker
und  einen  roten  Farbstoff,  Stengel  und  Kraut
Inosit.  Die  frischen  S.  sind  Gegenstand  des
Orts-  und  des  Welthandels,  des  Groß-  und  des
Kleinhandels  und  werden  auch  in  Dosen,  Gläsern ­
  und  Büchsen  eingemacht  in  den  Verkehr
gebracht.  Nach  den  Grundsätzen  der  braunschweigischen ­
  Konservenfabrikanten  soll  erster
S.  aus  normal  gewachsenen  (nicht  krummen)

Stangen  mit  weiß  gestochenen  Köpfen  (rostfrei
und  ohne  Faulflecke)  bestehen,  die  vom  Kopfe
bis  auf  die  Mitte  des  unteren  Schrägabschnittes
nicht  unter  22  cm  lang  sind,  bei  einem  Gewicht
von  mindestens  35  g  für  jede  einzelne  Stähge.
Roter  Anlauf  der  Stange,  der  augenscheinlich
nach  dem  Stiche  eingetreten  ist,  beeinträchtigt
die  Eigenschaft  als  erster  S.  nicht.  Zweiter  S.
soll  im  Durchschnitt  nicht  mehr  als  22  Stangen
auf  Vs  kg  aufweisen  und  nicht  länger  als  22  cm
sein.  Gänzlich  grüne  Köpfe  dürfen  in  dieser
Sorte  nicht  enthalten  sein  und  ebensowenig
vollständig  hohle  Stangen.  Suppenspargel  muß
sich  gut  schälen  lassen.  -
Spartein  (lat.  Sparteinum,  frz.  Sparteine,
engl.  Spartein).  Die  mit  den  Kelchen  getrockneten, ­
  goldgelben  Blüten  des  Besenginsters,
Sarothamnus  scoparius  seu  Spartium  scoparium
  (lat.  Flores  Spartii  scoparii  seu  Genistae,
  frz.  Fleurs  degen6t,  engl.  Broom  Flowers),
enthalten  neben  gelbem  Farbstoff  und  dem  stark
diuretisch  wirkenden  Bitterstoff  Skoparin
auch  ein  flüssiges  und  flüchtiges  Alkaloid,  das
Spartein,  das  dem  Kurare  und  Koniin  ähnlich
wirkt.  Das  auch  aus  den  in  Eng .and  gegen
Wassersucht  benutzten  Zweigspitzen  der  Pflanze
hergestellte  Alkaloid  bildet  ein  farbloses  01  von
eigentümlichem  Gerüche  und  stark  bitterem  Geschmack, ­
  das  sich  an  der  Luft  rasch  verändert.
Das  Spartein  und  sein  schwefelsaures  Salz,  Sparteinsulfat ­
  (lat.  Sparteinum  sulfuricum),  finden
beschränkte  medizinische  Anwendung  bei  Herzerkrankungen. ­

Sparterie  (Spanböden)  nennt  man  Flechtwerke ­
  aus  dünnen,  bandartig  geschnittenen  Streifen ­
  von  weichem,  weißem  Holze,  wie  Linden,
Weiden,  Espen,  die  zum  Teil  durch  Handflechterei, ­
  zum  Teil  auf  dem  Webstuhl,  mitunter
auch  im  Gemisch  mit  Zwirnsfäden,  hergestellt
werden.  Man  festigt  aus  Sp.  Tischdecken,
Fenstervorsetzer,  Hutfutter  sowie  Mützen  und
Hüte,  die  fälschlich  auch  Bast-  oder  Reisstrohhüte ­
  genannt  werden.  Die  Industrie  ist
besonders  in  Böhmen  heimisch,  und  die  wohlfeilen ­
  Waren  werden  weit  versandt.
Speck.  Mit  diesem  Namen  belegt  man  das
noch  nicht  ausgelassene,  nur  aus  dem  Körper
gewisser  Tiere  ausgeschnittene,  festere  Fettgewebe,
namentlich  der  Schweine  (Schweinespeck,
Speckseiten),  doch  spricht  man  auch  von
Robbenspeck  und  Walfischspeck.  Speckseiten ­
  werden  gewöhnlich  gesalzen  und  geräuchert. ­

Speckstein  (Steatit,  venetianische  oder
spanische  Kreide),  ein  aus  wasserhaltiger
kieselsaurer  Magnesia  bestehendes  Mineral
(siehe  auch  Talk),  ist  sehr  weich,  fettglänzend
und  fettig  anzufühlen,  rein  weiß  oder  oft  gelblich, ­
  grünlich  bis  gräulich  gefärbt  und  sehr  leicht
zu  schneiden,  wird  aber  im  Feuer  so  hart,  daß
er  selbst  Glas  ritzt.  Der  Stein  findet  sich  nesterweise ­
  in  unregelmäßigen,  kleineren  und  größeren
Stücken  in  zersetztem  Glimmerschiefer  sowie  auch
eingewachsen  in  Serpentinfels.  Seine  hauptsächlichsten ­
  Fundorte  sind  bei  Wunsiedel  in  Bayern
(Göpfersgrün,  Thiersheim),  doch  findet  er  sich
auch  im  Fichtelgebirge,  bei  Zoblitz  und  Altenberg ­
  in  Sachsen,  in  Briangon  und  in  Nyntsch
(Ungarn).  Aus  S.  werden  auf  der  Drehbank  und