Stemanis

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Störe

Abkochung  von  Blauholz  und  Galläpfeln,  die
mit  Essig,  Alaun  und  Eisenvitriol  und  darauf
mit  Gummiarabikum  und  Terpentin  gemischt
wird.  Zum  Zeichnen  der  Wäsche  wird  meist
ein  Gemisch  von  ammonia  kalischer  Silberlösung
mit  Soda  und  Gummiarabikum  benutzt.
Sternanis  (Badian,  lat.  Fructus  anisi  stellati,
Semen  badiani,  frz.  Badiane  ou  Anise  ötoild,
engl. Star  anise)  nennt  man  die  würzigen  Früchte
eines  im  östlichen  Asien  heimischen,  in  China
häufig  angebauten,  immergrünen  Baumes  aus
der  Familie  der  Magn oliazeen,  Illicium  anisatum.
  der  auch  in  Japan  und  auf  den  Philippinen ­
  gezogen  wird.  Der  Name  rührt  von  der
eigenartigen  Form  der  Frucht  her,  die  aus  fünf
bis  acht  schotenförmigen,  mit  den  Spitzen  aufwärts ­
  gebogenen  Fächern  sternförmig  zusammengesetzt ­
  ist.  Bei  der  Fruchtreife  springen  die
Fächer  oben  auf  und  bilden  nun  kahnförmige
Gebilde,  in  denen  je  ein  linsenförmiger,  glänzend ­
  hellrotbrauner  Samenkern  sichtbar  ist.  In
der  Handelsware  finden  sich  die  unversehrten
Früchte  meist  mit  Bruchstücken  und  ausgefallenen ­
  Körnern  vermengt.  Die  holzigen,  zerbrechlichen ­
  Hülsen  oder  Kapseln  sind  außen  graubraun ­
  und  runzelig,  innen  glatt  und  braunrot.
Die  Droge  hat  einen  starken  Geruch  nach  Anis
und  einen  würzig  süßlichen,  etwas  brennenden
Geschmack.  Sie  wird  hauptsächlich  als  Gewürz,
doch  auch  bisweilen  medizinisch  als  Bestandteil
von  Brusttee  und  anderen  Tees  angewandt.  Das
dem  eigentlichen  Anisöl  sehr  ähnliche  ätherische
Öl  findet  sich  am  reichlichsten,  bis  zu  s°/o,  in
den  Kapseln,  in  den  Kernen  hingegen  nur  zu
2  o/o.  und  wird  meist  schon  in  China  durch  Destillation ­
  der  frischen  ganzen  Früchte  dargestellt.
—  Das  Sternanisöl  (lat.  Oleum  anisi  stellati,
frz.  Essence  de  badiane  ou  d’anise  ötoilö,  engl.
Oil  of  star  anise)  wird  in  ziemlich  erheblicher
Menge  aus  Südchina  bezogen  und  in  Blechkanistern ­
  versandt,  die  mit  dem  bekannten  graugrünen, ­
  mit  chinesischen  Schriftzeichen  versehe
nen  Papier  beklebt  sind.  Das  spez.  Gew.  des  Öles
liegt  zwischen  0,980  und  0,990,  der  Erstarrungspunkt ­
  bei  -f-14  bis  -{-18 0 .  Sternanisöl  löst
sich  in  drei  Teilen  900/oigem  Spiritus  klar  auf.
Neben  Safrol,  durch  dessen  Anwesenheit  es
sich  von  Anisöl  unterscheidet,  sind  als  wichtigste ­
  Bestandteile  Anethol,  MethyIchavikol
und  Pi  nen  zugegen.  Das  öl  wird  hauptsächlich
zur  Herstellung  von  Likören  benutzt,  ln  der
Medizin  dient  es,  wie  Anisöl,  als  würzhaftes,  erwärmendes ­
  Mittel.—  Von  den  bisweilen  beobachteten ­
  Verwechslungen  mit  anderen  ähnlichen
Samen  ist  besondere  Vorsicht  gegenüber  den
Früchten  der  in  Japan  heimischen  Art  Illicium
religiosum  geboten,  die  wegen  des  Gehaltes  an
den  Glykosiden  Shikimin  und  Shikiminsäure
giftig  wirken.  Man  erkennt  sie  leicht  an  der  geringeren ­
  Größe  und  dem  stark  zurückgebogenen
Schnabel  am  Ende  eines  jeden  Fachs.
Sternwurzel  (Sterngraswurzel,  Leuchtsternwurzel, ­
  Kolikwurzel,  engl.  Blazing  star),
eine  in  Nordamerika  sehr  bekannte  und  allgemein ­
  als  Hausmittel  angewandte  Droge,  die
neuerdings  auch  in  Europa  als  Arzneimittel
empfohlen  wird,  stammt  von  der  Liliazee  Aletris
  farinosa  und  besteht  aus  einem  wagerechten, ­
  s—8  cm  langen  Wurzelstock  von  0,4  bis

:,ocm  Dicke.  Der  letztere  ist  oben  glatt,  unten
konkav  und  mit  hellgrauen,  faserigen  oder  schuppigen ­
  Blattresten  besetzt  und  trägt  an  seiner
unteren,  konkaven,  Fläche  zahlreiche,  einfache,
im  älteren  Zustande  glänzendschwarze,  im  jüngeren ­
  braune  oder  weißliche  Wurzelfasern  von
5—8  cm  Länge.  Das  Innere  des  Wurzelstockes
ist  meist  mehlig,  von  zerstreuten  Netzbündeln
durchzogen,  der  Geschmack  anfangs  nur  mehlig,
später  aber  sehr  bitter.
Stickoxydul,  N 2 0,  bildet  im  verflüssigten  Zustande ­
  einen  Gegenstand  des  Handels  und  wird
ähnlich  wie  die  flüssige  Kohlensäure  in  eisernen
Flaschen  versandt.  Es  wird  hauptsächlich  von
Zahnärzten  zum  Betäuben  an  Stelle  des  Chloroforms ­
  benutzt  und  wegen  eines  eigentümlichen
Zustandes  der  Berauschung,  den  es  erzeugt;
Lachgas  oder  Lustgas  genannt.  Man  gewinnt
das  S.  durch  Erhitzen  von  Ammoniumnitrat  als
ein  färb-  und  geruchloses,  nur  aus  Stickstoff
und  Sauerstoff  bestehendes  Gas  von  süßlichem
Geschmack.  Es  ist  1,52  mal  schwerer  als  Luft
und  wird  bei  o°  unter  einem  Drucke  von  30  Atmosphären ­
  flüssig.  Unter  gewöhnlichem  Luftdruck ­
  bildet  es  erst  bei  —88°  eine  farblose
Flüssigkeit,  die  bei  —  too 0  C  zu  einer  eisartigen
Masse  erstarrt.
Stiefmütterchenkraut  (Dreifaltigkeitsblume, ­
  lat.  Herba  violae  tricoloris  seu  Herba
jaceae,  frz.  Pensöe  sauvage,  engl.  Pansy),  das
getrocknete,  blau  blühende  Kraut  des  wild
wachsenden  Stiefmütterchens,  Viola  tricolor ­
  (L.),  wird  in  Apotheken  und  Drogenhandlungen ­
  als  blutreinigender  Tee  und  gelinde
wirkendes  Abführmittel  für  kleine  Kinder  verkauft. ­
  Es  besitzt  einen  nur  schwachen  Geruch
und  süßlich  schleimigen  Geschmack  und  enthält
als  wirksamen  Bestandteil  ein  Glykosid,  Violaquerzitrin, ­
  neben  Salizylsäurementhylester.  Es
muß  jährlich  frisch  gesammelt  werden.  In  vielen
Gegenden  werden  nur  die  Blüten  der  Pflanze
(lat.  Flores  violae  tricoloris  seu  Flores  jaceae,
frz.  Fleurs  de  pensöe  sauvage,  engl.  Pansy  flowers)
als  Tee  verlangt.
Stiiiingiasamen  sind  die  talghaltigen  Samen
des  zu  den  Euphorbiazeen  gehörenden  Talgbaumes, ­
  Stillingia  sebifera  Michx.,  der  im
tropischen  Asien  und  China  vielfach  angebaut
wird.  Die  schwarzen  Samen  liegen  in  den  dreikantigen ­
  Früchten  in  einer  fettigen  Masse  von
gleicher  Zusammensetzung  wie  das  Samenfett
eingebettet  und  geben  beim  Auspressen  einen
weißen  Talg,  der  chinesischer  Talg,  vegetabilischer ­
  Talg  (frz.  Suis  d’Arbre,  engl.  Vegetable ­
  tallow  of  China)  genannt  wird  und  zur
Herstellung  von  Seifen  und  Kerzen  Verwendung ­
  findet.  Seine  Hauptbestandteile  sind  Palmitin ­
  und  Stearin.
Stiltonkäse,  ein  überfetter  englischer  Weichkäse, ­
  der  in  dem  Dorfe  Stilton  in  der  Grafschaft ­
  Huntington  und  in  einigen  Gegenden  von
Leicestershire  bereitet  wird,  bildet  zylindrische
Stücke  von  15—20  cm  Durchmesser,  20—30  cm
Höhe  und  3—10  kg  Gewicht.  Er  ist  erst  gegen
Ende  des  zweiten  Jahres  genügend  reif  und  gilt
als  besonders  gut,  wenn  er  im  Inneren  von
Schimmel  durchsetzt  ist.
Störe,  Acipenseridae,  zu  den  Schmelzschuppern ­
  (Ganoidei)  gehörende  Fische  mit