Thujaöl

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Tinte

ten  Ammoniumzitratmischung  löslicher  Phosphorsäure ­
  beurteilt.  —  Die  bisweilen  fälschlich
als  T.  bezeichnete  Martinsschlacke  enthält
nur  etwa  halb  soviel  Phosphorsäure.
Thujaöl  (Lebensbaumöl,  lat.  Oleum  thujae,
frz.  Essence  de  Thuya,  engl.  Thuja  oil),  das
ätherische  öl  aus  den  Blättern  von  Thuja
occidentalis,  dem  sog.  Lebensbaum,  ist
farblos,  gelb  oder  grüngelb  und  von  kampferartigem ­
  Geruch  und  hat  ein  spez.  Gew.  von
0,915—0,935.  Aus  den  im  März  geschnittenen
Zweigen  erhält  man  0,65,  aus  den  im  Juni  und
November  geschnittenen  0,400/0  Ausbeute  an  Öl.
Das  letztere  enthält  zwei  isomere  sauerstoffhaltige ­
  Verbindungen,  Thujen  und  Fenchon,
von  denen  das  eine  rechts,  das  andere  links
dreht,  außerdem  rechts  drehendes  Pinen,  Linksborneol,
  frei  oder  verestert,  und  Spuren  von
Ameisensäure  und  Essigsäureestern.  Das  T.
wird  äußerlich  wie  innerlich  gegen  Warzen  und
Geschwülste  sowie  als  Abortivmittel  benutzt.
Thunfisch  (Tunfisch,  frz. Thon,  engl. Tunnyfish).
  Dieser  Riese  unter  den  Makrelen
(Scomber  Thynnus),  ein  lachsartiger,  dicker,
3—6  m  langer,  250—500  kg  schwer  werdender
Seefisch,  hat  zwar  für  unsere  Märkte  keine  Bedeutung, ­
  eine  um  so  größere  aber  für  die  Bewohner ­
  der  Mittelmeerküsten,  denen  er  die  dort
fehlenden  Heringe  und  Stockfische  ersetzt.  Die
Tiere  leben  im  Weltmeer,  kommen  aber  alljährlich ­
  im  Frühjahr  zum  Laichen  in  großen  Scharen ­
  ins  Mittelmeer,  um  an  den  spanischen,  französischen ­
  und  italienischen  Küsten  vorbei  bis  in
das  Schwarze  Meer  zu  ziehen.  Gegen  den  Winter ­
  kehren  sie  dann  mit  junger  Brut  wieder  in
den  Ozean  zurück.  Die  Hauptzeit  des  Fanges
fällt  in  das  Frühjahr.  Die  gefangemen  Fische
werden  gleich  getötet,  so  schnell  als  möglich
auf  die  Fahrzeuge  gezogen  und  ans  Land  in  die
Einsalz-  und  Packräume  gebracht.  Hier  schlägt
man  den  Fischen  die  Köpfe  ab,  zieht  sie  am
Schwänze  mit  einem  Seilzeug  auf,  weidet  sie
wie  Schlachtvieh  aus  und  schneidet  sie  zum
Einsalzen  in  Streifen  und  Stücke.  Aus  den
Köpfen  und  übrigen  Abfällen  wird  Tran  gesotten. ­
  Das  zum  Einsalzen  bestimmte  Fleisch
läßt  man  in  den  Tonnen  zunächst  8—10  Tage
unter  freiem  Himmel  an  der  Sonne  stehen,  salzt
es  dann,  tritt  es  in  die  Tonnen  fest  ein  und
schließt  diese.
Thymian  (welscher  Quendel,  lat.  Herba
thymi,  frz.  Herbe  de  thym,  engl. Thyme).  Dieses
bei  uns  in  Gärten  gepflegte,  im  südlichen
Europa  heimische  aromatische  Gewächs  ist  ein
kleiner  ausdauernder,  zu  den  Labiaten  gehöriger ­
  Halbstrauch,  Thymus  vulgaris  L.,
dessen  krautartige  Teile  getrocknet  das  Thymiankraut ­
  des  Handels  bilden,  das  als  Würze
für  Würste  und  Speisen  Verwendung  findet.
Der  starke  aromatische  Geruch  und  Geschmack
beruhen  auf  einem  Gehalte  an  ätherischem  Öl,
dem  Thymianöl  (lat.  Oleum  thymi,  frz.
Essence  de  thym,  engl.  Oil  of  thyme),  das  sich
in  Drüsen  der  Blätter  eingebettet  vorfindet  und
durch  Destillation  mit  Wasser  in  Menge  von
etwa  i  o/o  erhalten  wird.  Das  zum  Parfümieren
von  Seifen  und  zu  ähnlichen  Zwecken  benutzte
öl  ist,  frisch  bereitet,  rotbraun,  läßt  sich  durch
Rektifizieren  heller  machen,  nimmt  aber  mit  der

Zeit  die  frühere  Farbe  wieder  an.  Seine  wichtigsten ­
  Bestandteile  sind  Thymol  (s.  d  ),  Karvakrol,
  zwei  phenol  artige  Verbindungen  und
einige  Kohlenwasserstoffe.  Außer  dem  ätherischen ­
  öl  führt  man  im  Handel  noch  Thymianextrakt ­
  als  Fluidextrakt,  der  ähn  ich  dem
Kondur angoextrakt  (s.  d.)  als  Mittel  gegen  Magenkrankheiten ­
  wie  auch  gegen  Keuchhusten
angewandt  wird.
Thymol  (Thymiansäure,  Thymiankampfer, ­
  lat.  Thymolum,  Acidum  thymicum,  frz.
und  engl.  Thymol)  f.ndet  sich  neben  den  Kohlenwasserstoffen ­
  Zymol  und  Pinen  fertig  gebildet ­
  im  Thymianöl,  wird  aber,  weil  dieses
zu  geringe  Ausbeute  gibt,  lediglich  aus  dem
Ajowansamen  durch  Wasserdampfdestillation
gewonnen.  Zeitweilig  hat  auch  das  sehr  thymolreiche ­
  Öl  von  Mcmarda  punctata  als  Ausgangsmaterial ­
  gedient,  und  neuerdings  wird  zu
diesem  Zwecke  der  Anbau  des  Krautes  in  den
Vereinigten  Staaten  empfohlen.  Das  in  chemischer ­
  Hinsicht  als  Methylpropylphenol,  CgH,.
(OH)(CH 3 )  (C 3 H 7 ),  anzusprechende  T.  bildet
farblose,  tafelförmige  Kristalle  von  thymianartigem ­
  Geruch  und  stark  pfefferartigem  Geschmack, ­
  schmilzt  bei  50—51 0  und  siedet  unzersetzt
  bei  232  °.  Es  löst  sich  leicht  in  Alkohol, ­
  Äther,  Chloroform  und  Natronlauge,  hingegen ­
  schwer  in  Wasser.  T.  wird  an  8.  eile  des
Phenols  als  Antiseptikum  bei  Verbänden,  besonders ­
  im  Gemisch  mit  Wasser  oder  Leinöl,
als  mildes  Ätzmittel  sowie  als  Zusatz  zu  Zahnwässern ­
  benutzt.
Tierkörpermehl  nennt  man  ein  in  Abdeckereien ­
  mittels  Pode  wilsscher  Apparate  gewonnenes ­
  trockenes  Pulver  mit  etwa  8  0/0  Wasser,
150/0  Fett,  60  0/0  Rohprotein,  350/0  verdaulichem
Protein,  160/0  Asche  und  6°/o  Phosphorsäure,
das  als  Futtermittel  Anwendung  findet.
Tillyöl,  eine  Einkochung  von  Schwefelblumen
mit  Leinöl  unter  Zusatz  von  Terpentinöl  nach
Art  des  Oleum  Terebinthinae  sulfuratum  (holländisches ­
  oder  Harlemer  Öl),  wurde  früher
in  der  Volksmedizin  benutzt,  ist  aber  jetzt  durch
das  Ichthyol  und  ähnliche  Mittel  ersetzt.
Tinkturen  (lat.  Tincturae,  frz.  Teinture,  engl.
Tincture)  sind  Auszüge  aus  Rohdrogen  aller
drei  Naturreiche.  Als  Lösungsmittel  wird
meist  Alkohol,  bei  einigen  aber  auch  Äther  oder
Wein  angewandt.  Man  zerkleinert  die  Rohstoffe
und  unterwirft  sie  einer  mehrtägigen  Digerierung
  oder  Mazerierung,  preßt  dann  ab
und  filtriert.  Als  wichtige  T.  sind  zu  erwähnen:
Arnika-,  Baldrian-,  Benzoe-,  China-,  Myrrhen-,
Opium-,  Ratanhia-,  Vanilletinktur  u.  a.  Wegen
der  gesetzlichen  Bestimmungen  hinsichtlich  des
Verkaufs  s.  die  Verordnung  über  den  Verkehr  mit
Arzneimitteln.  —  Näheres  über  die  einzelnen
Tinkturen  unter  ihrem  eigenen  Namen.
Tinte  (lat.  Atramentum,  frz.  Encre,  engl.  Ink)
nennt  man  die  zur  Erzeugung  von  Schriftzügen
benutzten  Flüssigkeiten,  von  denen  die  ältesten,
die  schwarzen  Gallustinten,  schon  bei  den
alten  Babyloniern,  Hebräern  und  Persern  in  Gebrauch ­
  waren.  Ebenso  alt  ist  die  Verwendung
von  Zinnober,  Minium,  Bergblau,  Gold-  und
Silberpulver,  schwarzer  Tusche,  Sepia  und  farbigen ­
  Pflanzensäften,  die  mit  Reisschleim,  Honig,
Tierleim  oder  Gummi  verdickt  und  zum  Schutze