Herstellung unserer Valuta auf die frühere Parität mit anderen Währungen zu erzielen, wäre dann nicht eine sog. Devalvation, eine Lerabsetzung des Nennwertes der Mark zweckmäßig? Diese Frage ist schon in früheren Zeiten häufig aufgeworfen worden, aber man ist sich auf Grund der Irrtümer über das Geldwesen niemals recht klar geworden, was unter Devalvation, unter Herab setzung des Nennwerts der Währung eigentlich zu verstehen ist. Wenn der Staat bestimmte, daß jeder Schuldner statt bisher 100 Mark nur 80 Mark zu zahlen hätte, so würde das natürlich zu erheblichen Einkommensverschiebungen führen, allen Schuldnern, in erster Linie dem weitaus größten, dem Staate selber, nützen, allen Gläubigern schaden. Dem Auslande gegenüber, woraus es uns hier ankommt, würde es uns aber nicht sehr viel nützen, weil nur wenig von unseren Anleihen sich im Auslande befindet und im Gegen teil im Kriege erhebliche Schulden in der ausländischen Wäh rung aufgenommen worden sind. Aber unter Devalvation versteht man nicht eine derartige Seisachtheia im Sinne Solons, an die heute niemand mehr denkt. Sondern der Begriff ist zunächst von einer metallischen Währung und von der herrschenden metallistischen Auffassung des Geldes hergenommen. Er bedeutet, daß der Staat erklärt, er wolle z. B. statt bisher 139 1 / 2 Zehnmarkstücke jetzt etwa 150 solcher Münzen aus einem Pfund Feingold prägen und diese kleineren Münzen auch Zehnmarkstücke nennen. Das verstand man bisher immer unter Devalvation. Was aber würde die Wirkung dieser Maßregel sein? Llnter den jetzigen Verhältnissen, wo die Goldwährung aufgehoben ist, würde es gar keine Wirkung haben. Es würde die heutigen Preise nicht im geringsten ändern. Es würde auch das Agio nicht ändern, welches das jetzige Zehn markstück in unserem Gelde hätte, wenn es noch frei zirkulierte. Auch den Kurs unseres Geldes im Auslande würde es nicht ändern, der heute eben auf Grund dessen bewertet wird, was man mit unserem -Gelde im Inlande kaufen kann. (Nur insofern als im heutigen Kurse etwa schon die Erwartung zum Ausdruck kommt, daß unsere Valuta später wieder den früheren Paristand erreichen werde, würde eine Devalvation eine gewisse Wirkung auf den Devisenkurs haben.) Einen „Nennwert" des Geldes gibt es nach der bisherigen Auf- faffung nur bei einer metallischen Währung in diesem Währungs metall ausgedrückt; er ist, wie alle Geldausdrücke, nur ein Preis, der Preis dieses Edelmetalls in der Währung, in der abstrakten 174