Joseph  Schumpeter,

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das  kostspielig  und  theoretisch  nicht  nötig  ist.  Dieser  Ballast
erleichtert  die  Navigation  des  Schiffes.
Nochmals  sei  betont,  daß  die  Goldwährung  hier  nicht  als
ein  Ideal  hingestellt,  daß  sie  hier  überhaupt  nicht  prinzipiell
verteidigt  wird/Auch  wird  zugegeben,  daß  schon  in  der  durch
die  Kräfte  des  Marktes  nie  eindeutig  zu  bestimmenden  Reservepolitik ­
  der  Zentralbanken  immer  ein  Moment  künstlicher
Regelung  des  Goldwertes  lag,  jetzt  aber  und  in  der  Zeit  des
üeberganges  in  noch  höherem  Maß  liegen  muß,  daß  in  diesem
Sinn  auch  eine  Goldwährung  eine  .managed  currency'  ist,  deren
Stütze  selbst  der  Stützung  bedürfen  kann,  und  daß  es  sich  selbst
bei  freiester  und  allgemeinster  Goldwährung  immer  um  einen
»regulierten  Automatismus«  handelt  —  der  allerdings  etwas
wesentlich  anderes  ist  als  ein  System,  in  dem  Manipulation
Prinzip  und  Triebkraft  ist.  Endlich  ist  klar,  daß,  wenn  uns  die
Goldproduktion  ganz  unvorhersehbare  Ueberraschungen  bereiten ­
  sollte,  die  Einstellung  freier  Prägung  und  die  Suspension
der  Goldankaufspflicht  der  Notenbanken  unvermeidlich  und
damit  der  Goldautomatismus  definitiv  erledigt  wäre.  Jetzt
also  kommen  wir  zur  Frage,  die  uns  hier  allein  interessiert:  Was
ist  von  der  gefrorenen  Flutwelle  von  amerikanischem  Gold  zu
fürchten  ?  Zz
Nur  der  Krieg  und  seine  Konsequenzen  haben  diese  Flutwelle ­
  aufgetürmt.  Es  ist  zwar  nicht  falsch,  aber  es  heißt  an  der
Oberfläche  der  Dinge  haften,  wenn  man  wie  Hawtrey  sagt,  daß
das  Gold  einfach  deshalb  nach  Amerika  geströmt  sei,  weil  Amerika
den  höchsten  Preis  dafür  zahle.  Denn  Amerika  zahlt  nur  deshalb ­
  den  höchsten  Preis  dafür,  weil  der  Krieg  und  seine  Folgen
die  Zahlungsbilanz  n )  zu  seinen  Gunsten  verschoben  haben.  Selbst
ohne  alle  Papiergeldinflation  in  Europa  wäre  das  der  Fall  gewesen, ­
  wobei  ein  kleines  Land  wie  Schweden  sich  einfach  dem
Gold  verschließen  konnte,  aber  ein  Faktor  wie  Amerika  kaum
eine  andere  Wahl  hatte,  als  zunächst  das  Gold  zu  akzeptieren
und  dann  allerdings  auch  es  im  Werte  zu  halten.  Damals  und
nicht  erst  in  unseren  Tagen  fiel  die  Entscheidung  über  die  Währungspolitik ­
  der  nächsten  Zukunft.  Die  wirtschaftlichen  Verschiebungen ­
  der  Kriegszeit  sind  die  Wurzel  der  Schwierigkeiten,

11 )  Durch  die  Kreditdeflation,  die  nach  dem  Kriege  in  Amerika  einsetzte,
wurde  die  Zahlungsbilanz  noch  weiter  zugunsten  Amerikas  beeinflußt.  Doch
war  das  nur  ein  sekundäres  Moment.