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Joseph  Schumpeter,

Politik  speziell  gegen  diesen  Prozeß  noch  weiter  zur  Wehr  setzen
wird,  aber  Sinn  hat  das  keinen.  Denn  Amerika  muß  sich  auf  die
Stellung  eines  kapitalistischen  Gläubigerlandes  mit  passiver
Handelsbilanz  einrichten.  Sogar  von  seinem  industriellen  Standpunkt ­

  aus  wird  es  ähnliche  Bahnen  einschlagen  müssen  wie  England ­
  vor  hundert  Jahren,  denn  das  Exportinteresse  wird  für  die
amerikanische  Volkswirtschaft  fortschreitend  größere  Bedeutung
gewinnen  —  und,  wie  schon  die  Klassiker  sagten,  das  einzige
Mittel,  den  Export  zu  entwickeln,  ist  den  Import  freizugeben.
Natürlich  wehren  sich  dabei  nicht  nur  die  unmittelbar  bedrohten
Interessen,  sondern  es  liegt  nach  hundertfünfzig  Jahren  Schutzpolitik ­
  das  schutzzöllnerische  Argument  nunmehr  jedem  Amerikaner ­
  so  im  Blute,  es  sind  die  Parteimaschinen  so  sehr  darauf
eingestellt,  die  Politiker  darauf  eingeschworen,  daß  es  viel  Zeit

und  Agitation  brauchen  würde,  um  eine  Freihandelspolitik  möglich ­
  zu  machen.  Aber  kommen  wird  sie  und  der  Tag  dafür  zu
kämpfen  ist  schon  da.  Monetär  bedeutet  dieser  Prozeß,  mag  er
nun  ungehindert  vor  sich  gehen  oder  sich  gegen  alle  Widerstände
erst  durchsetzen  müssen,  im  Zusammenhang  mit  dem  Mechanismus ­
  des  Kapitalexportes,  von  dem  er  ja  im  Grunde  gar  nicht
trennbar  ist,  früher  oder  später  vermutlich  völlig  ausreichende
Entspannung.  die  anderthalb  Milliarden  des  im  früher  erwähnten ­
  Sinne  überflüssigen  amerikanischen  Goldes  werden  schneller
aus  Amerika  verschwinden  als  wir  glauben,  so  schnell  vielleicht,
daß  die  im  Wesen  doch  metallistisch  orientierte  Mentalität  von
heute  darüber  erschrecken  wird.  Deshalb  ist  auch  schon  lange
vorher,  d.  h.  bevor  sich  der  erwähnte  Prozeß  ausgewirkt  haben
wird,  vom  amerikanischen  Gold  praktisch  wohl  weder  eine  große
Hausse,  noch  eine  darauffolgende  Krise  zu  fürchten,  denn  das
stete,  sei  es  nun  langsamere  oder  schnellere  Abfließen  von  Gold
wird  so  beunruhigend  wirken,  daß  man  in  der  Kreditgewährung
schon  deshalb  bremsen  wird,  um  alte  Vorurteile  zu  schonen  13 ).
Dieses  Bremsen  wird  auch  nötig,  aber  allerdings  viel  schwieriger
sein  in  jenen  Ländern,  in  die  dieses  Gold  einströmt.  Dort  wird
die  Warnung  des  Geldreformers  sehr  am  Platze  sein  und  er  wird
die  Genugtuung  erleben,  daß  die  Anwendung  der  alten  Grundsätze ­
  der  Bankpolitik  temporär  unterlassen  werden  oder  aber

tatsächlich  zu  Krisen  führen  wird.
13 )  Deshalb  ist  das  Argument  Mr.  Keynes’  von  der  »Auslieferung«  der  englischen ­
  Kreditpolitik  an  den  Federal  Reserve  Board,  die  in  der  Rückkehr  zur
Goldwährung  liege,  wohl  mehr  wirksam  als  zutreffend.