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Joseph  Schumpeter,

Nur  auf  Grand  einer  solchen  produktiven  Leistung  kommt  die
Kaufkrafteinheit  in  die  Hand  des  Subjektes,  das  über  sie  verfügt, ­
  oder  überhaupt  erst  in  Existenz.  Die  Aufschwungsperiode,
wie  immer  wir  sie  sonst  theoretisch  erklären'mögen,  ist  charakterisiert ­
  dadurch,  daß  sich  vor  allem  in  ihr  die  Arbeit  der  Neugestaltung ­
  der  Wirtschaft  zusammendrängt 1S ),  daß  in  ihr  neue,
bisher  noch  nicht  dem  regelmäßigen  Kreislauf  der  Wirtschaftsperioden ­
  zugehörige  Geschäfte  entriert  und  neue  Unternehmungen
gegründet  werden.  Sie  ist  die  typische  Abweichung  vom  theoretischen ­
  Bild  einer  statischen  Wirtschaft,  sowie  die  Depressionsperiode ­
  die  typische  Annäherung  an  dieses  Bild  und  die  Einordnung ­
  des  Neuen  ist.  Wer  nun  in  der  Volkswirtschaft  Neues
unternimmt,  dem  steht  für  seine  Produktion  nicht  wie  dem
Produzenten  des  statischen  Kreislaufes  der  Strom  der  Einnahmen ­
  aus  der  Verwertung  der  Resultate  vorhergegangener
Produktion  zur  Verfügung.  Im  Prinzip  —  denn  wenn  er  über
anderweitige  Mittel  verfügt,  so  ist  das  von  diesem  Standpunkt
aus  gesehen  Zufall  —  ist  er  also  auf  Kredit  und  zwar  nicht  auf
bloßen  Zirkulations-  oder  Warenkredit  angewiesen,  sondern  auf
einen  Kredit,  der  die  ihm  fehlenden  »  Bestätigungen  vorgetaner  Leistung« ­
  ersetzt.  Nun  kann  dieser  Kredit  gewiß  vom  Sparer  beigestellt ­
  werden,  also  von  einem  Wirtschaftssubjekte,  welches
selbst  durch  produktive  Leistungen  irgendwelcher  Art  in  den
Besitz  der  nötigen  Summen  gelangt  und  bereit  ist,  sie  direkt  oder
durch  ein  Vermittlungsorgan  dem  Unternehmer  zur  Verfügung
zu  stellen.  Aber  das  ist  nicht  die  einzige  Methode,  und  wenn  es
die  einzige  wäre,  so  wäre  die  wirtschaftliche  Entwicklung  wohl
reichlich  um  ein  halbes  Jahrhundert  zurück.  ,  Vielmehr  steht
auch  noch  eine  andere  Methode  zur  Verfügung,  um  die  Durchführung ­
  der  neuen  Dinge  möglich  zu  machen,  nämlich  die  Methode
  der  Kaufkraftschöpfung  ad  hoc.  Der  typische  und  wichlä
 )  In  allen  neuerenTheorien,-  besonders  aber  Deskriptionen  des  Konjunkturwechsels, ­
  steckt  dieses  Moment.  Nur  pflegt  es  nicht  in  seiner  Bedeutung  erfaßt
zu  werden,  so  daß  man  in  den  Prosperitätsperioden  im  Wesen  noch  immer  dasselbe ­
  sieht  wie  früher,  nämlich  bloß  gleichsam  gesteigertes  Tempo  des  Wirtschaftslebens, ­
  statt  dessen  Um-  und  Ausgestaltung.  Es  wird  sogar  betont,  daß
gerade  die  größten  Investitionen  ohne  Rücksicht  auf  den  Konjunkturwechsel ­
  nach  langfristigen  Gesichtspunkten  erfolgen.  Daran  ist  etwas  Wahres
—  und  soweit  das  fortschreitend  immer  wahrer  wird,  tendiert  das  den  Konjunkturwechsel ­
  zu  mildern.  Solange  aber  die  Vielheit  mittlerer  Unternehmungen
und  Kapitalisten  noch  das  Wirtschaftsleben  charakterisiert  und  Konzerne  von
solcher  Starke,  wie  sie  jene  Politik  voraussetzt,  noch  nicht  Alleinherrscher  des
Marktes  sind,  ist  es  anders  für  die  Gesamtheit  der  Volkswirtschaft.