Joseph  Schumpeter,

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halte  ich  die  eben  gegebene  Formulierung  für  viel  natürlicher
und  auch  dem  Wesen  der  Sache  entsprechender  als  Mr.  Keynes’
Darstellung  mit  Hilfe  des  Begriffes  der  Realguthaben  oder  gar
den  Mißbrauch  des  Begriffes  der  Umlaufsgeschwindigkeit  von
Bankdepositen  1S ).
Die  Erklärung  der  Preissenkung  in  der  Depressionsperiode
liegt  dann  in  dem  Auftreten  der  Resultate  der  gesteigerten  Produktion ­
  auf  den  Märkten  der  Endprodukte,  welche  Resultate
eben  das  normale  Komplement  der  in  der  Prosperitätsperiode
neugeschaffenen  Kaufkraft  sind.  Weil  ihre  Preissumme  ferner
normalerweise  sogar  größer  sein  muß,  als  diese  letztere  —  denn
sonst  wäre  ja  profitlos  produziert  worden  —  und  weil  die  Realisierung ­
  des  in  der  Prosperitätsperiode  Begonnenen  mindestens
teilweise  zu  Rückzahlungen  an  die  Banken  und  Verschwinden
von  Zahlungsmitteln  führen  muß,  so  muß  die  Preissenkung  der
Tendenz  nach  schärfer  sein  als  die  vorhergehende  Steigerung.
Natürlich  kommen  auch  bei  der  Preissenkung  die  sekundären
Momente  spekulativer  Antizipation  und  einer  entsprechenden
Kreditkontraktion  hinzu,  von  der  Wirkung  der  Möglichkeit  von
Paniken  und  Zusammenbrüchen  ganz  zu  schweigen  19 ).
Im  Wechsel  der  Konjunkturen  wird  also  zwar  letzten  Endes
der  Parallelismus  zwischen  Geld-  und  Güterstrom  nicht  aufgehoben ­
  20 ),  aber  es  tritt  jahrelange  Ungleichzeitigkeit  zwischen
den  Druck  der  Kostensteigerung  auf  dem  Weg  der  Inflation  paralysieren.  Der
erste  Fall  ist  offenbar  in  Aufschwungsperioden  nicht  gegeben,  der  zweite  findet
sich,  wenn  der  Aufschwung  einmal  im  Gange  ist,  zwar  auch  ein,  hat  aber  mit
dem  Kausalzusammenhang  nichts  zu  tun.
18 )  Materiell  meint  Keynes  dasselbe  wie  wir,  wenn  er  sagt,  daß  die  Bewegung ­
  der  Größen  K  und  K'  seiner  Gleichung  im  Wirtschaftszyklus  »at  the
root  of  the  trouble«  sei,  wenngleich  sich  das,  was  diese  Ausdrucksweise  besagt,
mit  dem  Inhalt  unserer  Formulierung  sowenig  deckt,  wie  die  Variationen  seiner
Größe  r.
Der  Begriff  der  Umlaufsgeschwindigkeit  der  Bankdepositen  fußt  auf  der
Vorstellung,  daß  die  Bankdepositen  in  ähnlicher  Weise  objektiv  quantitativ  bestimmt ­
  sind  wie  etwa  Gold-  oder  Papiergeld  und  daß  dieses  Quantum  »zirkuliert«.
Angesichts  der  Tatsache,  daß  sie  durch  Buchung  entstehen  und  verschwinden
und  zwar  auch  durch  Buchung  auf  Grund  einfacher  Kreditgewährung,  deren
Umfang  in  weitem  Maß  nicht  eindeutig  bestimmt  ist,  kann  man  mit  dieser
Vorstellung  wenig  anfangen.
19 )  Die  Tatsache,  daß  die  Rückzahlungen  nur  sehr  allmählich  erfolgen  und
bald  von  neuem  Bedarf  überholt  werden,  erklärt  noch  mehr  wie  das  »Einfrieren«
von  Krediten,  daß  tatsächlich  die  Preissenkung  der  Depressionsperioden  lange
nicht  so  weit  geht  als  nach  dem  Gesagten  zu  erwarten  stünde.
20 )  Hawtrey  wendet  sich  in  seiner  Besprechung  des  10.  Jahresberichts
des  Federal  Reserve  Board  (Econ.  J.  1924)  gegen  den  » altehrwürdigen  Irrtum