Kreditkontrolle.

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und  Zusammenbrüche,  die  in  früheren  Zeiten  einer  Krise  den
Charakter  eines  Sensationsdramas  gaben,  pflegen  sich  in  engen
Grenzen  zu  halten  —  ganz  abgesehen  davon,  daß  eine  auf  Privateigentum ­
  und  privater  Verantwortung  beruhende  Volkswirtschaft ­
  auf  die  ultima  ratio  der  wirtschaftlichen  Vernichtung  der
mit  ungeeigneten  Betriebsformen  verbundenen  Individuen  nicht
verzichten  kann,  während  doch  mehr  oder  weniger  kühne  Experimente ­
  in  neuen  Kombinationen  gleichwohl  notwendig  bleiben.
Mitchell  schätzt  (Report  of  a  Committee  of  the  Presidents  Conference ­
  on  Unemployment  1923)  die  Differenz  zwischen  den  besten
und  den  schlechtesten  Jahren,  gemessen  an  der  Einkommensumme ­
  auf  15—-20%,  die  Differenz  zwischen  diesen  und  mittleren ­
  Jahren  auf  8—12%,  und  das  für  Amerika,  wo  diese  Schwankungen ­
  infolge  der  Intensität  der  wirtschaftlichen  Entwicklung
sicher  erheblich  stärker  sind,  als  z.  B.  in  England  oder  Frankreich. ­
  Auf  Grund  eines  allerdings  noch  fast  ärmlichen  Materials
kam  schon  1913  Aftalion  zu  dem  Resultat  —  das  übrigens  jeder
Blick  auf  irgendwelche  Indexzahlen  bestätigt  —,  daß  im  allgemeinen ­
  der  Preisfall  des  ersten  Depressions]  ahres  nur  ein  paar
Prozent  ausmacht:  etwa  13%  der  beobachteten  Preise  bleibt
überhaupt  unverändert,  über  ein  Viertel  derselben  steigt  sogar,
und  nur  etwa  3 / 5  aller  Produkte  macht  diesen  Preisfall  prompt
mit.  Wirklich  große  Schwankungen  haben  ihre  Ursachen  in  den
besonderen  Verhältnissen  der  einzelnen  Artikel  und  weder  mit
Kreditpolitik,  noch  mit  Konjunktur  Wechsel  etwas  zu  tun.  Die
Arbeitslosenziffer  folgt  der  Konjunktur  fast  ganz  genau  und  erreicht ­
  mitunter  im  Tiefpunkt  10%  —  das  Vierfache  der  in
Westeuropa  normalen  Ziffer  ungefähr  —  ohne  Berücksichtigung
der  Kurzarbeit.  Und  die  Gesamtsumme  des  Reallohns  pflegt
um  einen  erheblichen  Teil  des  Gewinnes  zurückzugehen,  den  sie
im  vorhergehenden  Höhepunkt  auf  zu  weisen  hat.  Das  ist  gewiß
ernst  genug,  wenngleich  es  ebenfalls  an  die  durch  die  ganze  psychologische ­
  Atmosphäre  der  Depressionsperiode  erzeugten  übertriebenen ­
  Vorstellungen  nicht  heranreicht.  Aber  nur,  wenn  man
dem  Pulsschlag  der  Konjunkturen  jede  Funktion  abspricht,
liegt  darin  allein  schon  ein  Argument  für  eine  Politik  völliger
Unterdrückung  der  Preiszyklen.  Sonst  liegen  andere  Mittel  näher.
trieben  die  populären  Vorstellungen  darüber  sind,  sehen  wir  auch  aus  dem
Special  Memorandum  Nr.  8  des  London  &amp;  Cambridge  Economic  service  (J.  W.  F.
Rowe):  Der  Rückgang  des  Volumens  der  Produktion  im  Jahre  1908  betrug
zwischen  7  und  8%  des  Volumens  von  1907.
Archiv  für  Sozialwissenschaft  und  Sozialpolitik.  54  2.

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