18 dieselbe Geistesverfassung, die zu Verirrungen ge führt hat, die er nicht verzeihen kann, in anderen Gebieten als verdienstvoll anzuerkennen: Mit der „Aufklärung“ und all den öden Phrasen, in die das Ungeheuer Publikum die Geistestaten der Zeit ver arbeitete, haben wir aber hier nichts zu tun, so wenig, wie der Maler, der eine Eiche malt, sich um die Würste zu kümmern braucht, in die die Schweine, die im Eichenwald weiden, verarbeitet werden. Viele also schieden nicht einfach von der Theo logie, sondern zogen sie ein Stück' mit sich fort. Schließlich kam es zum Scheiden, aber vorher noch zur „natürlichen Theologie“. Wir finden sie als Be standteil der großen Lehrsysteme der Moralwissen schaft jener Zeit und des Curriculum der Universi täten neben Rechts-, Sitten- und Wirtschaftslehre. Und sie war nicht etwa eine Religionswissenschaft von der Art, wie wir sie heute kennen, keine Lehre von den sozialen Funktionen und Erscheinungsformen der Religion — von der Religion als sozialer Er scheinung — sondern eine Diskussion des Wahrheits gehaltes der fundamentalen Glaubenssätze, ein Ver such, diese Glaubenssätze logisch zu beweisen oder zu widerlegen. Das konnte für die Folgezeit keine Bedeutung behalten und speziell für die Sozialwissen schaft hat es nur d i e Bedeutung, daß solche Dis kussionen Vorläufer waren für jene wissenschaftliche Untersuchung der psychologischen und soziologischen Tatsachen des religiösen Lebens. Hätte ich Raum, so könnte ich die Keime solcher Tendenzen sogar in jener „natürlichen Theologie“ nachweisen.