19 Auch von fachtheologischer Seite lenkte man viel fach, das Wesen des Gebiets verkennend, in diese Bahnen ein. Als Beispiel sei das berühmteste Buch der anglikanischen Theologie genannt, Bischof Butlers „Analogy of religion“. Da war der Versuch gemacht, zu zeigen, daß die religiösen Lehren durch aus der Denkweise der Naturwissenschaften ent sprechen und der Vernunft nicht mehr und nicht weniger Schwierigkeiten machen als diese. Die end liche Wirkung des Buchs war der beabsichtigten ge rade entgegengesetzt, und wenn es etwas bewies, so war das die furchtbare Ausdehnung der großen Kluft. Nun sind zwar die einzelnen Autoren oder viel mehr Schulen auf diesem Feld zu sehr verschiedenen Resultaten gelangt, welche trotz aller Verherrlichung der absoluten Vernunftherrschaft wesentlich Kinder der betreffenden religiösen Milieus sind, in denen ihre Autoren aufgewachsen waren. Aber trotzdem evolvierte eine Auffassung, welche man immerhin mit größerem Recht als irgendeine von den andren als Produkt derjenigen Zeittendenzen bezeichnen kann, welche auf kongenialeren Gebieten soviel für die Sozialwissenschaften leisteten. Das war der Deismus. Wir wollen auf ihn und die zahlreichen Formen, die er annahm — das Wort deckt sehr verschiedene In halte — nicht eingehen. Für unseren Zweck ist er nur in zwei Richtungen wichtig: Einmal deshalb, weil er uns als praktisches Beispiel für die Leistungs unfähigkeit logischer Analyse in dieser Beziehung dienen kann, an welchem wir sehen können, wie eine Vernunftreligion aussieht, wie sehr sie nur in nega-