betreten, das der Metaphysik am nächsten liegt; — freilich sehen wir auch, daß die wissenschaftlichen Bäume trotzdem kräftig aus dem Unterholz wuchsen. Gewiß betrachtete man in der Psychologie noch das metaphysische Problem der Seele, aber an die Stelle der primitiven Auffassung treten immer neue Ver feinerungen derselben — die Seele wird immer mehr als die Einheit der psychischen Erscheinungen des Individuums, als Träger seiner Persönlichkeit, seines Char akters interpretiert. Und wird die Persönlichkeit auch auf ein besonderes reales Agens, der Charakter des Individuums als Symbol einer vom Weltgeist ab gespalteten „Idee“ metaphysisch hypostasiert, als ein Funken einer übersinnlichen Flamme, so lag darin kaum mehr als eine gleichsam künstlerische Ver klärung der Tatsache, daß die Elemente, die eine Per sönlichkeit ausmachen, lebendige Zellen eines organi schen Ganzen sind. Und vor allem hinderte diese ästhetische Interpretation des Charakters nicht die wissenschaftliche Arbeit, die in unendlich reichem, in allen Farben des Regenbogens blitzendem Strom hervorbrach. Für uns ist diese psychologische Arbeit deshalb von größter Bedeutung, weil sie direkt und indirekt zu einer der Grundlagen der sozialwissenschaftlichen wurde. In der Tat, wenn man das Verständnis der sozialen Dinge in den sozialen Dingen selbst suchen wollte, so mußte die Erforschung des menschlichen Handelns und der menschlichen Psyche, der Art wie unsere Psyche funktioniert, zu einer der Hauptauf