53 sagt, die meisten Theoretiker der Geschichte nicht auf der Höhe des historischen Wissens ihrer eigenen Zeit standen. Aber das ist ja — gerade für jene Pio niere — Nebensache und jeder kann das korrigieren. Das Entscheidende ist das klar gesehene, kühn an gestrebte, großartige Ziel, das wie ein Wegweiser in die Welt ragt und nie seine Bedeutung verlieren kann. Das ist also ein Beispiel für jene erste Art der „Verwissenschaftlichung“ der Geschichte, für die Analyse des historischen Geschehens oder einer Seite oder eines Ausschnitts desselben mit Hilfe einer anderen Wissenschaft. Die völlige Freiheit von aller Metaphysik springt in die Augen. Hierher gehört auch Adelung, der es (1782) ausdrücklich ablehnte, das historische Geschehen aus metaphysischen Quellen abzuleiten oder es als unbeherrschbare Masse von einzigartigen Ereignissen („Zufällen“) aufzufassen und das Prinzip ausspricht, daß ein jeder historische Zustand aus dem vorhergehenden begriffen werden muß. Hierher gehört auch Herder, so befremdend das klingen mag. Zunächst ist er ein Beispiel für eine von der erwähnten psychologisierenden verschiede nen Richtung: Klima und andere „objektive“ Tat sachen treten bei ihm in den Vordergrund; Milieu und Tradition sind die Determinanten des historischen Geschehens. Nun, wenn das jemand anderer geschrie ben hätte, so wäre die philosophische Welt fassungs los gewesen vor Entsetzen über diesen Positivismus, diesen Materialismus usw. Denn daß er daneben auch noch eine metaphysische Betrachtung der Geschichte