65 gehende Aufschwung schuf, nur mit Schmerzen assi miliert werden kann und vieles Eingelebte bedroht, so daß es zu Paniken, Zusammenbrüchen usw. kommt. So etwas passierte damals. Die Schlagworte, die aus den Sozialwissenschaften in das „Publikum“ drangen — stets Übertreibungen, meist auch Entstellungen — wurden schließlich unangenehm empfunden. Man be gann sie gar als Ursachen der großen Revolution zu betrachten — und man wetterte gegen sie. Gerade der „kalte Rationalismus“ der Aufklärung führte zum Wiedererwachen religiösen Geistes, gerade das viele Gerede von Weltverbesserung rief politischen Kon servativismus zu neuem Leben oder besser — es weckte ihn aus seinem Schlummer. Es kam dann auch das bloße Moment der Ermüdung an nunmehr zu oft Gehörtem hinzu — das ja stets eine sehr wirksame Ursache politischer und sonstiger Stim mungswechsel der Menge ist: Man will von Zeit zu Zeit einfach „etwas anderes“, was immer es sei. Zu all dem kam aber, daß die Sozialwissenschaf ten weiteren Kreisen immer unsympathisch gewesen waren und es umso mehr wurden, je weiter und tiefer sie drangen. Die Abneigung gegen sie ist ähn lich zu verstehen, wie die Abneigung, die ein ge selliger Kreis gegen eines seiner Mitglieder faßt, von dem die übrigen wissen, daß es ein böses Mund werk hat. Man fühlt sich durch dasselbe geniert und bedroht. Und eine ganze Masse von Leuten fühlte sich in den Grundlagen ihrer sozialen Existenz und ihren Idealen geniert und bedroht durch die sozial wissenschaftliche Analyse, die fortwährend Fragen Schumpeter, Vergangenh, u. Zukunft d. Sozialwissenach. 5