69 oder weniger kennen und verstehen — sondern stets nur ungestümes Wollen. Nicht nur das politische, alles menschliche und auch das wissenschaftliche Lehen, ist nicht von Vernunft und Erkenntnis be herrscht. Gefühle, Leidenschaften, Schlagworte ent scheiden auch das Schicksal von Wissenschaften. Deshalb wandten sich also die neuen Gelehrten generationen von den Leistungen des 18. Jahr hunderts ab, weil sie in ein Milieu gebettet waren, das diese Leistungen nach ihren populären und poli tischen Ausläufern beurteilte und verwarf. Das gab die Tendenz ab und das Wollen. Und zum Inhalt dieses Wollens wurde eben, was die Zeitumstände boten. So haben wir da wirklich eine zum Teil neue wissenschaftliche Welt vor uns, die nicht durch die Schule derjenigen gegangen war, die vorher in der Wissenschaft geschaltet hatten. Dabei vereinigten sich die verschiedensten Ele mente. Der eine zürnte der Epoche des Naturrechts, weil sie zu wenig positiv und empirisch, ein anderer stimmte ihm zu, weil sie zu positiv und antimetaphy sisch gewesen sei. Der eine, weil er ihre schwachen Punkte erkannte — und mit ihm vereinigte sich der, der die starken nicht sah. Die einen — und zunächst waren das die meisten — bekämpften den pietätlosen politischen Fortschritts-, jaRevolutionsgeist darin, und ihre Schar vereinigte sich mit der Schar jener, die in jener Literatur einen Hort der Reaktion zu sehen begannen und ein Hindernis im Wege der Reform. Der Haß der einen wurzelte in religiöser Überzeu gung, die man gefährdet glaubte — diesen sekundier-