70 ten andere, aus gleich heftigem Haß gegen die zu religiöse Stimmung, die in jenen Werken wehte. Der eine stürmte gegen den Individualismus des Natur rechts an, der andere half ihm, weil die Systeme der Moralwissenschaft das Individuum erdrückt hätten. Es begegneten sich, von allen möglichen Seiten zu sammenströmend, Leute aller Tendenzen und aller Typen. Die stärksten Männer der Zeit waren dar unter und auch deren schwächste — die, die über und die, die unter dem Geleisteten standen. Das ge meinsame Band war die Opposition, obgleich sich bald so etwas wie ein gemeinsames Aktionsprogramm herausstellte. Wer dächte nicht an analoge Erschei nungen im politischen Leben? Ich suche nach Beispielen, an denen ich den einen oder den anderen Punkt deutlicher machen könnte. Nehmen wir etwa Carlyle her, den Schotten mit dem deutschen Geist. Gewaltig ragt er aus dem Strom der Zeit. Öffnet man seine Geschichte der französischen Revolution, so schlagen die Flammen des Genius heraus. Er predigt uns, die Geschichte sei ein Ge webe aus den Biographien großer Männer, in deren Tun, deren Motiven, lägen die letzten Gründe des Geschehens — sie selbst unanalysierbar, göttliche Funken. Er kündet vom autonomen Agens „Mensch“. Er gießt die Schale seines Zornes über Nützlichkeits philosophie und Profitjagd aus. Er schüttelt die Fäuste gegen die Krämerseele der Wirtschaftslehre und deutet dann auf eine unzerzausbare Welt, die Schauer unendlicher Geheimnisse umhauchen. Er preist die große Seele Shakespeares, die alle Arten