71 von Leuten und Dingen in sich aufnehmen und sie darstellen konnte in runder Vollkommenheit und schiebt „das novum organum und all den Intellekt, den man in Bacon findet“, verächtlich beiseite. All das ist wahr und groß in seinem eignen Kreis — aber der liegt am anderen Ufer. Soweit die Wissenschaft da hinüber will, hat ja Carlyle ganz recht. Unsere Analyse produziert weder Falstaff noch Othello, noch Juliet noch Coriolan — und auch keine Weltanschau ung. Nur ist sie dazu auch gar nicht da, und mit all dem wäre ihr auch nicht geholfen. Und das Reich, das auf ihrem Ufer liegt, das hat Carlyle fast nicht gekannt, und er hat gar nicht verstanden, daß auch dort die Sonne leuchtet. Deshalb ist er wie ein Kind, wenn er über ihre Dinge spricht. Doch nur um so größer ist sein Selbstbewußtsein. Zornvoll ruft er uns z. B. zu: „Politische Wissenschaft? Politische Wissenschaft sollte eine wissenschaftliche Offen barung sein des ganzen geheimnisvollen Mechanis mus, der die Menschen in der Gesellschaft zusammen hält . . . Statt dessen sagt sie uns, wie Flanelljacken gegen Schinken ausgetauscht werden.“ Ich führe das an, weil es so lehrreich ist: Ein großer Mann sagte da etwas, was etwa so vernünftig ist, wie wenn ein König, der einen Palast haben wollte, den Unter tanen, die gehorsam Steine für diesen Palast herbei schleppten, zurufen würde: „Ich will einen Palast haben, und die Kerls bringen mir Steine!“ Aber er sagte es ohne die geringste Ahnung von seiner Ab surdität und der wissenschaftlichen Unfruchtbarkeit seines Sehnens zu haben. Er sagt es mit starkem