75 — ja schlimmer wie nichts — geleistet sei, und daß man von allem Anfang anfangen müsse. Daher sah er sich denn nach Material um, nach historischem, ethnologischem usw. und begann — auf schmälster Basis — herzhaft darauf los zu generalisieren. Welche Tragikomödie: Derselbe Mann, der kraftvoller als jeder andere, die Botschaft des naturwissenschaft lichen Gesetzes predigte, verwarf gerade jene Me thoden — der Abstraktion, Isolierung usw. — die in der Naturwissenschaft die größten Erfolge errungen hatten und die er selbst gerade wieder vorgetragen hatte für das Gebiet der Sozialwissenschaft: Der selbe Mann, der positives Tatsachenstudium forderte, erging sich in Betrachtungen über Ziele der Mensch heit, über eine „Entwicklung der Menschheit“, die eine Metaphysik in optima forma war! Aber er wirkte, und viele haben sich auf ihn berufen, die dem wahren Geist seines Werkes feindlich gegenüber standen. Als drittes Beispiel will ich eine ganze Richtung wählen: die Richtung, die man „historische Schule“ nennt. Sie steht zwischen den beiden eben erwähnten und hat Fühlung mit beiden. Denn einerseits — hat sie nicht ebenfalls, wie die Romantiker, gegen die Kahlheit und Banalität theoretischer Analyse ge donnert, den Volksgeist und die Einheit der Persön lichkeit auf den Schild erhoben und philosophischem Erschauen seinen Platz vindiziert ? Andrerseits aber — hat sie nicht „exakte Tatsachenforschung“ als ihr Prinzip verkündet gegenüber „nebelhafter Spekula tion“ ? Beides verträgt sich nicht gut miteinander und