94 wäre, und daß Einzelne und Richtungen schließlich alle gewissen großen Tendenzen dienen müssen, gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen, Tendenzen, die so unentrinnbar sind, wie wenn sie von einer Allmacht vorgeschrieben würden. Das ist einer von jenen auf allen Gebieten menschlicher Geschichte so häufigen Fällen, in denen zweifellose „Willkür“, „Zufälligkeit“, „Unberechen barkeit“ usw. im realen Einzelnen sich mit einem unwiderstehlichen Eindruck von „Gesetzmäßigkeit“, „Einheit“, „Notwendigkeit“ usw. im vom Beobachter erfaßten Ganzen paart. Diese Fälle haben erst die Einen veranlaßt, die „Einheit“ des Ganzen meta physisch zu deuten und dann die Anderen, die Tat sache der „Einheit“ zugleich mit ihrer — und wegen ihrer — metaphysischen Deutung für Humbug und alle „Entwicklungsgesetze“ für unwissenschaftlich zu erklären. Wir wollen auf Grund unserer Übersicht die Tatsache der „Regellosigkeit“ und die Tatsache der „Gesetzmäßigkeit“ — man verzeihe die Aus drücke, die leicht mißdeutet werden können — rein positiv zu erklären und so ein theoretisches Ver ständnis der Vergangenheit der Sozialwissenschaften und einen Anhaltspunkt für die Prognose ihrer Zu kunft zu gewinnen suchen. In unserem Fall wird die „Regellosigkeit“ offen bar begründet durch das jähe Abreißen angesponne ner Fäden. Woher kommt das, angesichts der Tat sache, daß jene Fäden noch lange nicht zu Ende gesponnen waren, vielmehr gerade ihr bester Teil