24 Wirtschaftliche Verhältnisse bildet. An sich minderwertig, ist er in Verbindung mit Petroleum- rückständen für die Heizung der Lokomotiven recht gut verwendbar. Der Kohlenbau hat erst in jüngster Zeit begonnen. Von 63378 tun Werte von 478960 Lei im Jahre 1899/90 wuchs er auf 242027 t im Werte von 2463811 Lei im Jahre 1912/13 cm; doch ist er auch heute noch unbedeutend. An Stein hat Rumänien reiche Sandsteinlager in Gura-Väii und viel Kalk in Albe^ti. Beide Eesteinsarten sind von vorzüglicher Güte. Die Steinbrüche gehören meist dem Staate und werden verpachtet. Ihrer gab es 1911/12 99 mit einem Flächenausmaße von 726 bs, und einer Ausbeute von Steinen aller Art im Werte von 211937 Lei. 2." Gewerbe und Industrie Das Gewerbe schloß sich in früheren Zeiten in Rumänien eng an die Landwirtschaft an, da nur landwirtschaftliche Erzeug nisse verarbeitet wurden, wie Wolle, Seide, andere Faserstoffe, Holz, Leder u. dergl. Bäuerliche Hausindustrie hat von jeher Ge webe, Kleider und Teppiche, Pelzwerk, Lederstiefel, Schuhe und Gürtel, Strohhüte, Weidenkörbe, Bottiche und Fässer, Ackergeräte und Fuhrwerke, Stühle usw. hergestellt. Besonders entwickelt hat sich die häusliche Tertilindustrie. Jede Bäuerin versteht zu spinnen und zu weben. Die Muster, die in wenigen leuchtenden Farben in das Leinen und in die Teppiche eingewebt werden, entstammen der osteuropäischen Volkskunst, sind aber spezifisch rumänisch. Von besonders erlesenem Geschmack sind die Stickereien auf den Ärmeln, den Brust- und den Schulterteilen der Hemden, die auch heute noch von den Bäuerinnen aus dem Kopfe in den von den Voreltern übernommenen traditionellen Formen ausgeführt werden. Zu dieser hochentwickelten Hausindustrie, die fast alle Bedürf nisse des Landvolkes deckt, ist durch die Tätigkeit zahlreicher Hand werkerschulen ein modernes Gewerbe hinzugetreten, das dem städ tischen Bedarfe vollständig entspricht. Vertreten sind alle Branchen. Die Gewerbetreibenden sind in Korporationen vereinigt, die sich in Genossenschaften gliedern. Im Jahre 1911 bestanden ins gesamt 116 Korporationen mit 796 Genossenschaften, denen 33400 männliche und 3278 weibliche, zusammen daher 36678 selbständige Gewerbeinhaber und 58962 gewerbliche Hilfsarbeiter angehörten. Die Löhne der letzteren bewegten sich zwischen 1 und 5 Lei und be trugen im Mittel 2,6 Lei täglich. Für die Hilfsarbeiter besteht auch eine Krankenversicherung, welche Krankenunterstützungen meist in der Höhe der Hälfte des Tagelohnes gewährleistet.