Handel 27 Rumänisches Vieh ging nach Ungarn und Polen bis Danzig. Der Wein der Moldau war berühmt in Polen und Süd-Rußland. Auch Balten, Faßholz, Salz, Eisen, Kupfer und sogar Gold wurden ausgeführt. Ein Handels- und Niederlassungsvertrag, den die Köni gin Elisabeth von England mit dem Fürsten der Moldau abschloß, beweist die weite Verbreitung der rumänischen Landeserzeugnisse. Im 16. Jahrhundert beschlagnahmten die Türken den rumänischen Erport, indem sie sowohl die Walachei, als auch die Moldau ver pflichteten, den türkischen Aufkäufern zu den von ihnen zu bestim menden Preisen so viel Korn zu liefern, als diese haben wollten. Das, was sie übrig ließen, durfte im Lande zu anderen Zwecken verwendet werden. Nur von Häuten und Wolle durfte ein Uber schuß nach anderen Ländern ausgeführt werden. Erst 1774 wurde im Friedensvertrage von Kudschuk-Kainardfchi dieser Druck gemildert. Der Pferdeverkauf wurde freigegeben. Die Gratislieferungen an den türkischen Fiskus hörten auf; das Getreide aber blieb den griechischen Händlern aus Konstantinopel reserviert, bis endlich 1829 die Türken gezwungen wurden, den Donaufürstentümern bis auf das Zollwesen völlige Handelsfreiheit zu gewähren. Das Zollwesen war durch die Kapitulationen geregelt, welche ohne Rücksicht auf die Herkunft der Ware einen bestimmten Wertzoll zugunsten der Türkei vorsahen. Uber diesen türkischen Einheits zoll hinaus hoben die moldauischen und walachischen Fürsten gegen den Willen der Pforte willkürliche, doch dem Satze nach gleichmäßig bemessene Zollzuschläge ein. Eine moldau-walachische Zollkon vention im Jahre 1847 und eine ihr 1848 folgende Zollunion ver einfachte deren Verwaltung und hatte zur Folge, daß sich die Aus fuhr des Landes stark hob. Seit der Beseitigung der Vorzugsrechte der Türkei auf den rumänischen Eetreideerport war die Möglich keit gegeben, das rumänische Getreide durch den Bosporus und die Dardanellen zur See auszuführen. Dieser Weg wurde im Laufe der Zeiten für Rumänien immer wichtiger. Vorerst bedienten sich seiner die Engländer und Franzosen, um die rumänische Korn kammer für ihren Bedarf auszunützen. Die Folge war die Zu- rückdrängung des Handels mit Österreich und ein immer stärkeres Hervortreten der Handelsbeziehungen zu den Westmächten, ins besondere seit England sich 1840 um den rumänischen Handel in tensiv zu interessieren begann. Sein Interesse war so groß, daß es diesen Handel auf die Linie Cernavoda-Küstendsche (Constantas zu lenken versuchte. Englische Unternehmer erwarben für diese Strecke der damals noch türkischen Dobrudscha von der Pforte eine Kanalbaukonzession, die bald in eine Bahnkonzession umgewandelt