Vorwort des Übersetzers. Als mir im November vorigen Jahres ein Exemplar des vorliegenden Buches, das damals noch nicht im Buchhandel erschienen war, in die Hände fiel, und als ich im Dezember mit der Übersetzung begann, war dasselbe kaum über die Grenzen dieses Staates hinaus bekannt. Heute hat das Buch bereits vier Auflagen erlebt und in ganz Amerika gerechte Sensation gemacht, und mehr und mehr bricht sich diesseits des Gzeans die Überzeugung Bahn, daß wir es hier mit „the book of modern times“ zu tun haben. Der Verfasser, der seit langer Zeit als geschätzter Journalist in San Francisco lebt, ist ein self-made-man und gehörte ursprünglich der Arbeiterklasse an. Dennoch ist die sonst nicht gerade wohlwollende englische Kritik, welche das Buch bisher er fahren, einstimmig in dem Urteil, daß die Gelehrsamkeit und literarische Arast des Verfassers geradezu erstaunlich und bewundernswert sind. Den unbefangenen Leser werden aber die sachlichen Ausstellungen, welche die englischen Kritiker an dem Werke zu machen haben, und welche sich nicht sowohl gegen die wissenschaftlichen Erörterungen, als gegen die praktischen Schlußfolgerungen und Tendenzen desselben richten, nur umsomehr zur reiflichsten Erwägung und aufmerksamsten Lektüre des Buches reizen. Denn daß die Ansichten des Verfassers über die Natur des Grundeigentums den in anerkannt ungesunden und un gerechten Grundeigentumsverhältnissen groß gezogenen konservativen Engländern keinen Beifall abgewinnen können, ist begreiflich genug; aber niemand wird auch von Männern, die in solchen Umgebungen ausgewachsen und von den traditionellen Anschauungen voreingenommen sind, volle Unbefangenheit und Freiheit der Auffassung erwarten, während man sich derselben von dem unter frischeren und ursprüng licheren Einrichtungen lebenden Amerikaner mit Recht versehen darf. Das Buch hält weit mehr, als der Titel verspricht. In der Tat ist dasselbe ein vollständig ausgearbeitetes System der Sozialwissen schaft, und obwohl es sich nicht in den hergebrachten Formen der Hand bücher bewegt, so werden doch alle wichtigen Kapitel der volkswirt- schafts- und Soziallehre mit tiefem Eindringen in den Gegenstand be handelt, und dies in einer Sprache, die sich von dem herkömmlichen trockenen Tone der volkswirtschaftlichen Literatur durch Lebhaftigkeit und Anschaulichkeit auszeichnet, oft aber sich zu wahrer Beredsamkeit