Kap. II. Der Sinn der Ausdrücke. H5 Arbeit gibt, ist ein Gut inr ökonomischen Sinne, noch entstehen aus der Aufwendung von Arbeit Güter, wenn nicht ein greifbares Produkt hervorgebracht wird, das die Kraft der Bedürfnisbefriedigung hat und behält. Da nun das Kapital der einem bestimmten Zwecke gewidmete Gütervorrat ist, so kann nichts Kapital fein, was nicht in diese De finition der Güter paßt. wenn wir dies erkennen und im Auge be halten, werden wir falsche Auffassungen los, die alle Schlüffe, bei denen sie eine Rolle spielen, fälschen, die Ansichten des Volkes umnebeln und selbst scharfsinnige Denker in Labyrinthe von Widersprüchen ge führt haben. Obwohl aber alles Kapital aus Gütern besteht, so sind doch nicht alle Güter Kapital. Das Kapital ist nur ein Teil der Güter, jener Teil nämlich, der der Unterstützung der Produktion gewidmet wird. Bei der Unterscheidung zwischen den Gütern, die Kapital sind, und den Gütern, die es nicht find, stellt sich leicht eine zweite Klasse von irrtümlichen Auffassungen ein. Die Irrtümer, die ich nachgewiesen habe und die in der Ver wechselung der Güter und des Kapitals mit wesentlich verschiedenen Dingen, d. h. solchen, die nur ein relatives Dasein haben, hestehen, sind jetzt nur noch vulgäre Irrtümer. Sie sind allerdings weitverbreitet und haben eine tiefe Wurzel, da sie nicht bloß von den weniger ge bildeten Klassen, sondern anscheinend auch von der großen Mehrheit derjenigen gehegt werden, die in so vorgeschrittenen Ländern wie England und die vereinigten Staaten die öffentliche Meinung formen und leiten, in Parlamenten und Kongressen die Gesetze machen und sie in den Gerichtshöfen anwenden. Sie wuchern überdies in den Er örterungen vieler jener oberflächlichen Schriftsteller, die mit zahlreichen Bänden sogenannter Nationalökonomie, welche bei den Unwissenden für Lehrbücher und bei denen, die nicht selbst denken, für Autoritäten passieren, die Literatur belastet und das Urteil getrübt haben! Nichts destoweniger sind es nur vulgäre Irrtümer, um so mehr als sie in den besten nationalökonomischen Schriftstellern keinen Vorschub finden. Durch eines jener versehen, welche sein großes Werk beeinträchtigen und schlagend die Unvollkommenheit auch des größten Talentes be weisen, zählt Adam Smith gewisse persönliche Eigenschaften zum Kapital, deren Einbeziehung mit seiner ursprünglichen Definition des Kapitals als Vermögen, von dem ein Einkommen erwartet wird, unvereinbar ist. Aber von seinen bedeutendsten Nachfolgern wurde dieser Irrtum vermieden und ist in den vorhin gegebenen Definitionen von Ricardo, McLulloch und Mill nicht enthalten, weder in ihren Definitionen, noch in derjenigen Smiths ist der vulgäre Irrtum enthalten, der mit wirklichem Kapital Dinge zusammenwirft, die nur relativ Kapital sind wie Schuldurkunden, Hypothekenbriefe usw. Aber hinsichtlich der Dinge, die wirklich Güter sind, weichen ihre Definitionen sowohl voneinander, als besonders von Smith eben so weit ab, wie hinsichtlich dessen, was