Kap. IV. Der Unterhalt der Arbeiter wird nicht dem Kapital entnommen. 67 langt. Nehmen wir z. B. die Speisen auf dem Frühstückstische eines Arbeiters, der heute arbeiten wird oder nicht, je nachdem sich die Ge legenheit dazu bietet, wenn die Unterscheidung zwischen Kapital und Nichtkapital in dem Unterhalt produktiver Arbeit liegt, sind dann diese Speisen Kapital oder nicht? Der Arbeiter so wenig wie ein Denker der Ricardo-Millschen Schule kann es sagen, auch dann nicht, wenn sie schon in seinem Magen sind, und wenn er nicht gleich Arbeit bekommt, sondern sich weiter danach umtun muß, sogar dann noch nicht, wenn sie schon in das Blut und die Gewebe übergegangen sind. Dennoch wird der Mann sein Frühstück unter allen Umständen zu sich nehmen. Dbschon die Sache logisch klar ist, wird es sich doch nicht empfehlen, hierbei stehen zu bleiben und das Argument sich um den Unterschied zwischen Gütern und Kapital drehen zu lassen. Auch ist es nicht nötig! Der Satz, daß die gegenwärtige Arbeit durch das Produkt vergangener Arbeit erhalten werden müsse, wird sich, wie mir scheint, bei der Analyse nur in dem Sinne als richtig erweisen, daß die Nachmittagsarbeit mit Hilfe des Mittagsmahls verrichtet werden, oder daß der Pass, ehe man ihn ißt, gefangen und gebraten werden muß. Offenbar aber ist dies nicht der Sinn, in welchem der Satz benutzt wird, um das wichtige Raifonne- ment, dem er als Angelpunkt dient, zu stützen. Dieser Sinn ist der, daß, ehe eine Arbeit verrichtet werden kann, die nicht sofort verfügbare Unterhaltsmittel liefert, ein die Arbeiter während der Verrichtung erhaltender Vorrat von Lebensmitteln vorhanden sein müsse. Sehen wir zu, ob dies richtig ist. Der Nachen, den sich Robinson Lrusoe mit so unendlicher Mühe machte, war eine Produktion, bei welcher seine Arbeit keinen sofortigen Ertrag ergeben konnte. Aber war es nötig, daß er, bevor er begann, einen genügenden Vorrat von Lebensmitteln anhäufte, die ihn ernähren sollten, während er den Baum fällte, den Nachen aushöhlte und schließ lich ins Meer ließ? Keineswegs. Ls war nur nötig, daß er einen Teil seiner Zeit der Anschaffung von Nahrung widmete, während er einen anderen Teil dem Bau des Nachens widmete. Oder nehmen wir an, hundert Mann landeten ohne irgendwelche Vorräte in einem neuen Lande, wird es für sie nötig sein, einen bis zur Ernte ausreichenden Vorrat von Lebensmitteln anzuhäufen, ehe sie mit der Bebauung des Bodens beginnen können? Durchaus nicht! Es wird nur nötig sein, daß Fische, wild, Beeren usw. so reichlich vorhanden sind, daß die Arbeit eines Teils der hundert genügt, um täglich eine für den Unterhalt aller genügende Menge zu beschaffen, und daß der Sinn der Interessen gemeinschaft und gegenseitigen hilfsbedürftigkeil stark genug entwickelt ist, um diejenigen, welche jetzt die Lebensmittel gewinnen, mit denen teilen (tauschen) zu lassen, deren Anstrengungen auf zukünftigen Lohn gerichtet sind. was richtig ist in diesen Fällen, ist in allen richtig. Ls ist zur Pro duktion von Dingen, die nicht als Lebensmittel benutzt oder nicht sofort