68 Arbeitslohn und Kapital. Buch I. gebraucht werden können, nicht nötig, daß eine vorherige Produktion der zuin Unterhalt der Arbeiter während des Produktionsprozesses erforderlichen Güter stattgefunden hat. Es ist nur nötig, daß innerhalb des Austauschkreises eine gleichzeitige Produktion hinreichender Sub sistenzmittel für die Arbeiter vor sich geht und die Bereitwilligkeit vor handen ist, diese Subsistenzmittel für den Gegenstand, auf den die Arbeit verwendet wird, zu vertauschen. Und ist es nicht im gewöhnlichen Verlaufe der Dinge tatsächlich so, daß die Konsumtion durch eine gleichzeitige Produktion erhalten wird? Hier ist ein reicher Müßiggänger, der weder mit dem Kopf noch mit der Hand arbeitet, sondern von dem Vermögen lebt, das ihm sein Vater, sagen wir in amerikanischen Staatspapieren, hinterlassen hat. Kommen seine Lebensmittel tatsächlich aus dem in der Vergangenheit angehäuften Vermögen oder aus der um ihn vor sich gehenden pro duktiven Arbeit? Auf seinem Tische sind frisch gelegte Eier, gestern geschlagene Butter, Milch, welche die Kuh am Morgen gab, Fische, die noch vor vierundzwanzig Stunden im Meere schwammen, Fleisch, das der Metzgerbursche gerade rechtzeitig zum Braten brachte, Gemüse frisch aus dem Garten und Früchte vom Bäum —kurz, kaum irgend etwas, das nicht eben erst die Hand des produktiven Arbeiters (denn in diese Kategorie müssen die den Transport und die Verteilung besorgenden Personen so gut wie die in den ersten Stadien der Produktion Be schäftigten eingerechnet werden) verlassen hätte und nichts, das vor längerer Zeit produziert wäre, es müßten denn einige Flaschen alten Weines sein, was dieser Mann von seinem Vater erbte, und wovon er, wie wir sagen, lebt, sind keineswegs faktische Güter, sondern ist nur die Macht, über Güter zu verfügen, die andere produzieren. Und aus dieser gleichzeitigen Produktion werden seine Suhsistenzmittel entnommen. Die fünfzig (engl.) Vuadratmeilen Londons enthalten unzweifel haft mehr Güter als innerhalb des gleichen Raumes irgendwo sonst existieren. Dennoch würden, wenn auf einmal die produktive Arbeit in London aufhören sollte, die Menschen innerhalb weniger Stunden anfangen, gleich kranken Schafen zu sterben, und in einigen Wochen oder höchstens einigen Monaten würde kaum einer am Leben geblieben sein. Denn eine völlige Unterbrechung der produktiven Arbeit würde ein schrecklicheres Unglück sein, als es je eine belagerte Stadt erfuhr. Es wäre keine bloße äußere Umfassungsmauer, wie sie Titus um Jerusalem zog, die den fortwährenden Zugang der Einfuhren, von denen eine große Stadt lebt, verhinderte, sondern es wäre, als wenn eine ähnliche Mauer um jeden Haushalt gezogen würde. Man denke sich eine solche Unter brechung der Arbeit in irgendeinem Lande, und man wird inne werden, wie wahr es ist, daß die Menschheit faktisch aus der Hand in den Mund