70 Arbeitslohn und Kapital. Buch I. nur die Erzeugung eines kleinen oder vielleicht auch kleinen Teiles der besonderen Dinge, derenkhalben er arbeitet, zuweist, er doch dadurch, daß er bei der Erzeugung dessen, was andere wünschen, hilft —> anderer Arbeit auf die Erzeugung der seinerseits gebrauchten Dinge lenkt —, dieselben der Wirkung nach selbst produziert. Und so ist, wenn er Taschen messer macht und Weizen ißt, der Weizen tatsächlich ebensogut das Produkt seiner Arbeit, als wenn er ihn selber gebaut hätte und die Weizen- produzenten ihre Taschenmesser selber hätte machen lassen. wir sehen somit, wie vollständig und durchaus richtig es ist, daß in allem, was die Arbeiter für geleistete Arbeit erhalten und konsumieren, kein Kapitalvorschuß an dieselben enthalten ist. wenn ich Taschenmesser verfertigt und mit dem erhaltenen Lohn Weizen gekauft habe, so habe ich einfach Taschenmesser gegen Weizen umgetauscht, dem vorhandenen Gütervorrate Taschenmesser hinzugefügt und Weizen entnommen. Und da die Nachfrage der Konsumenten die Richtung, in welcher die Arbeit zur Produktion verwendet wird, entscheidet, so kann, solange nicht die Grenze der Weizenerzeugung erreicht ist, nicht einmal gesagt werden, daß ich den Weizenvorrat vermindert Hätte; denn indem ich dem zum Austausch bestimmten Gütervorrate Taschenmesser hinzufüge und weizen entnehme, habe ich Arbeitskräfte am anderen Ende einer Reihe von Tauschen auf die Weizenproduktion hingelenkt, gerade wie der Weizenbauer, indem er weizen hineintut und Taschenmesser begehrt, Arbeitskräfte auf die Erzeugung derselben als den leichtesten weg, um Weizen zu bekommen, hinlenkt. Und so erzeugt der Pflüger — wenn auch die Ernte, für die er die Erde aufreißt, noch nicht gesät ist und nach der Aussaat noch Monate bis zur Reife braucht —> gleichwohl durch seine Arbeit am Pfluge virtuell die Nahrung, die er ißt, und den Lohn, den er erhält. Denn obgleich das Pflügen nur ein Teil der zur Erzielung einer Ernte notwendigen Verrichtungen ist, es ist ein Teil und ein ebenso notwendiger Teil, wie das Ernten. Die Ausführung desselben ist ein Schritt zur Beschaffung einer Ernte, welcher durch diö von ihm bewirkte Sicherung der künftigen Ernte, aus dem beständig gehaltenen Vorräte den Unterhalt und Lohn des Pflügers frei macht. Dies ist nicht bloß theoretisch, sondern praktisch und buchstäblich so. Angenommen, es würde zur gehörigen Zeit nicht gepflügt, würden sich nicht die Anzeichen des Mangels sofort kund geben, ohne bis zur Erntezeit zu warten? würde sich nicht die Wirkung im Kontor, in der Maschinenwerkstatt und in der Fabrik sofort fühlbar machen? würden nicht webstuhl und Spindel bald ebenso still stehen wie der Pflug? Daß es so sein würde, sehen wir an der Wirkung, die sofort nach einer schlechten Ernte eintritt. Und wenn dem so ist, pro duziert nicht der Mann, der pflügt, seinen Lebensunterhalt und seinen Loh ngeradeso gut, als ob seine Arbeit an dem Tage oder in der Woche faktisch die Dinge ergäbe, für welche seine Arbeit ausgetauscht wird? wo Arbeiter Beschäftigung suchen, wird der Besitzer eines Gutes,