138 Buch III. Die Gesetze der Verteilung. Zinses zusammengenommen, soweit die Verteilung unter diese drei Faktoren stattfindet. Der Teil des Produkts, der als Rente genoinnren wird, muß entscheiden, welcher Anteil für Lohn übrig bleibt, wo nur Grund und Boden und Arbeit in Frage kommt, oder zwischen Lohn und Zins verteilt werden muß, falls Kapital bei der Produktion beteiligt ist. Wir wollen indessen jetzt versuchen, jedes dieser Gesetze für sich zu finden. Gewinnen wir sie auf diese Weise, so müssen, wenn wir sie übereinstimmend finden, unsere Schlüsse die höchste Gewißheit haben. Und da die Entdeckung des Lohngesetzes der letzte Zweck unsrer Untersuchung ist, wollen wir zuerst das Thema des Zinses aufnehmen. Zch habe schon auf den Unterschied des Sinnes der Ausdrücke Gewinn und Zins hingewiesen. Ls mag der Mühe wert sein, hier ferner zu sagen, daß der Zins, als ein abstrakter Ausdruck bei der Verteilung der Güter, sich von dem ihm gewöhnlich beigelegten Sinne darin unter scheidet, daß er alle Vergütungen für Kapitalnutzung einschließt, und nicht bloß diejenigen, die vom Borger an den Darleiher gehen, und daß er andererseits eine Vergütung für Risiko ausschließt, die einen so großen Teil dessen, was gewöhnlich Zins genannt wird, ausmacht. Die Ver gütung für Risiko ist augenscheinlich nur eine Ausgleichung des Ertrages unter verschiedenen Kapitalsanlagen. Wir haben zu erforschen, was den gewöhnlichen Zinsfuß bestimmt. Fügt man dann die verschiedenen Sätze der Vergütung für Risiko hinzu, so ergeben sich die herrschenden Sätze des im Handel üblichen Zinses. Es ist klar, daß die größten Unterschiede in dem gewöhnlich so genannten Zins Unterschieden im Risiko zuzuschreiben sind; aber es ist auch klar, daß zwischen verschiedenen Ländern und verschiedenen Zeiten große Veränderungen im eigentlichen Zinsfuß stattfinden. Zn Kali fornien würden einst 2 Prozent monatlich nicht als übermäßiger Zinsfuß für eine Sicherheit angesehen worden sein, gegen die man jetzt zu ? oder 8 Prozent jährlich würde leihen können, und obgleich ein Teil des Unter schiedes dem Gefühl vermehrter Sicherheit zuzuschreiben sein mag, so ist der größere Teil doch offenbar einer anderen allgemeinen Ursache zuzuschreiben. Zn den Vereinigten Staaten war der Zinsfuß im all gemeinen höher als in England und in den jüngeren Staaten der Union höher als in den älteren; auch ist die Tendenz des Zinsfußes, in dem Maße zu fallen wie die Gesellschaft vorschreitet, scharf ausgeprägt und feit lange bemerkt worden, welches Gesetz verknüpft alle diese Ver änderungen und zeigt ihre Ursache? Es verlohnt nicht der Mühe, länger als bisher schon gelegentlich geschehen, bei dem Unvermögen der herrschenden Nationalökonomie zu verweilen, das wahre Zinsgesetz zu bestimmen. Zhre Spekulationen über diesen Gegenstand haben nicht die Bestimmtheit und den Zusammen hang, welche die Lohntheorie in den Stand gesetzt haben, sich trotz augen scheinlicher Tatsachen zu ha en, und erfordern nicht die gleiche ausführe liche Prüfung. Daß sie den Tatsachen widersprechen, ist offenbar. Daß