3*8 Die Wirkungen des Heilmittels. Buch IX. wie jetzt, den Produzenten zu sagen: „je mehr du den allgemeinen Gütern hinzufügst, desto höher sollst du besteuert werden", würde der Staat ihm sagen: „sei so fleißig, so strebsam, so unternehmend, wie du magst, du sollst deinen vollen Lohn behalten; du sollst keine Bußen dafür zu ent richten haben, daß du zwei Grashalme wachsen läßt, wo nur einer wuchs; du sollst nicht besteuert werden, weil du das Gesamtgut vermehrtest". wird der Staat etwa nicht dadurch gewinnen, daß er sich weigert, die Gans zu töten, welche die goldenen Gier legt; daß er davon absteht, dem Gchsen, der da drischet, das Maul zu verbinden; daß er dem gleiße, der Betriebsamkeit, der Geschicklichkeit ihren natürlichen Lohn voll und ungeschädigt läßt? Denn auch für den Staat gibt es einen natürlichen Lohn. Das Gesetz der Gesellschaft ist: einer für alle, sowie alle für einen. Niemand kann das Gute, wie das Schlechte, das er tut, für sich allein behalten. Jede produktive Unternehmung gewährt, außer dem ihrem Unternehmer zufallenden Ertrage, auch anderer: mittelbare Vorteile. Pflanzt jemand einen Gbstbaum, so ist sein Gewinn, daß er mit der Zeit seinen Herbst einheimst. Aber außer seinem eigenen Gewinn ist auch noch ein Gewinn für das ganze Gemeinwesen vorhanden. Andere als der Eigner ziehen aus dem vermehrten Gbstvorrat Vorteil; die Vögel, denen der Baum Schutz gewährt, fliegen von nah und fern herbei; der Regen, welchen er herbeiziehen hilft, fällt nicht bloß auf sein Feld, und selbst dem aus der Entfernung darauf ruhenden Auge gewährt er ein Gefühl der Schönheit. Und fo ist es mit allem anderen. Der Bau eines Hauses, einer Fabrik, eines Schiffes oder einer Eisenbahn nützt anderen außer denen, welche die direkten Gewinne davon haben. Die Natur lacht über einen Geizhals. Er ist gleich dem Eichhörnchen, das seine Nüsse vergräbt, und hernach unterläßt, sie wieder auszugraben. Seht da, sie sprossen und werden zu Bäumen. In feinen Leinen, mit köstlichen Spezereien getränkt, wird die Mumie aufbewahrt. Tausende und aber Tausende von Jahren danach kocht der Beduine seine Nahrung an einem Feuer aus ihren Umhüllungen, sie erzeugt den Dampf, mit dessen Hilfe der Reisende auf seinem Wege dahinfliegt, oder sie kommt nach fernen Landen, um die Neugierde anderer Rassen zu befriedigen. Die Biene füllt den hohlen Baum mit Honig, und schließlich kommt der Bär oder der Mensch, um ihn zu genießen. Mit Recht kann der Staat dem einzelnen Produzenten alles lassen, was ihn zur Anstrengung anspornt; mit Recht kann er dem Arbeiter den vollen Lohn seiner Arbeit und dem Kapitalisten den vollen Ertrag seines Kapitals lassen. Denn je mehr die Arbeit und das Kapital pro duzieren, desto größer wird der gemeinschaftliche Vorrat, an welchem alle teilhaben. Und in dem werte oder der Rente des Bodens ist dieser allgemeine Gewinn in bestimmter und konkreter Form ausgedrückt. Ljier ist ein Fonds, den der Staat nehmen kann, während er der Arbeit und dem Kapital ihren vollen Lohn läßt. Mit vermehrter Produktions tätigkeit würde dieser Lohn entsprechend zunehmen.