22 „Der Wertgedanke“, sonderen in der Eigenschaft des Gegenstandes bestimmend ist, dann mag es seiner eigenen Natur nach zwar immer noch Eines oder auch Mehreres sein: Als das zu Erledigende, als Gegenstand muß es Eines vorstellen; für jedermann das nämliche Einerlei, oder auch das nämliche ­ Vielerlei. Wird es aber als selbstverständlich angesehen, daß ein Gebiet durch seinen Gegenstand bestimmt erscheint, indem dieser es vereinheitlicht, dann setzt dies voraus, daß auch die Einheit des Bestimmenden ­ ohne Hinzutun der Wissenschaft vorhanden sei. Denn jegliches Hinzutun dafür würde eine Begründung der mit seiner Einheit gegebenen Bestimmtheit jenes Gebietes darstellen, der letzteren Selbstverständlichkeit ­ also widersprechen. Das Bestimmende, der Gegenstand, ­ muß daher schon nach dieser Sonderheit — als solcher für jedermann der nämliche und selbe zu sein — vorgesetzt erscheinen. Ein Gleiches gilt schließlich auch von der sprachlichen Vertretung desjenigen, das in der Eigenschaft des Gegenstandes bestimmend für jenes Gebiet wirkt. Wenn es für selbstverständlich gilt, diesen bestimmenden ­ Gegenstand namhaft zu machen, indem man das Wort „Wert“ ausspricht, dann muß auch dieser Tatbestand ohne Hinzutun ­ der Wissenschaft vorliegen. Denn wie beim Gegenstände die Setzung, so würde hier die Nennung der Selbstverständlichkeit widerstreiten, ­ mit der man auch diesen Tatbestand vorhanden sieht. Es muß daher jener Gegenstand gleich unter dem Sprachzeichen „Wert“ vorgesetzt ­ sein. Machen wir nun den Überschlag. Wir erkennen, daß sich jene vier Gedanken nach ein und derselben, also gemeinsamen und dabei unentratbaren Voraussetzung logisch verknüpfen lassen. Wer also im Geiste der herkömmlichen Anschauung irgendwie für das Gebiet oder auch über das Gebiet der sogenannten Wertlehre denkt, der nimmt dabei, ohne sich dessen bewußt zu werden, als schlechthin wahr den Inhalt des Gedankens an: Es sei der Wissenschaft unter dem Sprachzeichen „Wert“ ein Gegenstand vorgesetzt, der als der Eine, für jedermann nämliche und selbe seiner Erledigung ­ harrt. In kürzester Fassung: Es sei der Wissenschaft unter „Wert“ ein Singularobjekt ­ vorgesetzt. Im Wesen dieses Gedankens ist es belegen, daß ihn niemand denken kann, der im Banne der herkömmlichen Anschauung steht. Denn es schließt das herkömmliche Denken schon mit jenen vier Gedanken ­ ab, die ihm in Selbstverständlichkeit zueignen; man könnte