26 ,Der Wertgedanke“, Vorgehen, als ob es so denken würde; zu einem Vorgehen, das bei wahrhaft unbefangenem Betrachten nur dann verständlich erscheint, so bald man ihm jene Voraussetzung unterschiebt 1 ). Es ist nach zweierlei Unterfällen möglich, von einer wissenschaft lichen Aussage zu behaupten, daß sie den Ausdruck „Wert“ in jener beweiskräftigen Objektform in sich schließe. Entweder kann man sich dafür auf die Stellung berufen, die die betreffende Aussage in dem ganzen Systeme von Aussagen einnimmt, das sich auf ein und dasselbe Aussagesubjekt zurückführen läßt. Oder es geht jener verborgene, theoretisch unterschiebbare Sinn schon aus dem offenliegenden Sinn der Aussage ganz von selber hervor. Um ihn herauszuhören, dazu bedarf es nur des Freiseins von der Befangenheit des herkömmlichen Denkens. In der ersteren Hinsicht lassen sich jene Aussagen geltend machen, mit denen man die sogenannten Werttheorien einzuleiten pflegt, die regelrechten Beiträge des einzelnen Theoretikers zur „Wertlehre“. Da wird — und zunächst eben nicht im Sinne der Erledigung — von „dem Werte“ wie von etwas jedermann Bekanntem gesprochen, obwohl noch in keiner Weise gesagt wurde, was man sich denn eigentlich unter diesem Ausdrucke zu denken habe. Das betreffende Aussagesubjekt könnte es unter keinen Umständen für genügend erachten, für etwas, was doch offenbar erst zu erledigen ist, einfach den Ausdruck „Wert“ zu setzen, von ihm schlankweg als von „dem Werte“ zu reden, wäre in ihm auch nur der leiseste Zweifel rege, ob sich auf den Ausdruck „Wert“ hin auch jeder andere vor eben und genau denselben Gegen stand gestellt sieht, an den es in diesem Augenblicke selber denkt. *) Wie sehr es dem Geiste der herkömmlichen und damit allgemeinen Anschauung gemäß ist, den Ausdruck „Wert“ in jener bezeichnenden Objektform zu gebrauchen, davon kann sich jedermann leicht überzeugen. Es genügt, nach den Gedanken zu greifen, die sich etwa beim Lesen dieser Ausführungen einstellen mögen. So dürfte leicht jemand, der auf eine eigene oder fremde „Werttheorie“ einge schworen ist, den trotzigen Hintergedanken festhalten: „Die Wahrheit über den Wert liegt eben doch bei meiner Theorie 1“ Wer aber mit den hier verhandelten Dingen weniger vertraut ist, dem liegt vielleicht dauernd die Frage nahe: „Was ist denn eigentlich nun der Wert?“ Und endlich könnte mir jedermann den Einwurf machen wollen: „Irgend etwas muß der Wert doch sein!“ Ich habe an dieser Stelle weder jener Behauptung entgegenzutreten, noch jene Frage zu beantworten, noch endlich diesem Einwurfe Rede zu stehen. Aber mit allem Nach drucke weise ich darauf hin, daß es gar keinen Sinn hätte, den Ausdruck „Wert“ in solcher Weise in diesen drei Satzgefügen zu verwenden, würde man dabei nicht im stillen voraussetzen, es sei das unter „Wert“ zu Erledigende als der Eine und nämliche Gegenstand der Wissenschaft vorgesetzt 1 Man kann es gerade solchen ungezwungenen Redeweisen am besten nachfühlen, wie sehr jener Gedanke inhaltlich unseren Anschauungen in Fleisch und Blut übergegangen ist.