Zusatz zu Abschnitt II. 33 setzen, so daß man weiß, weshalb einmal von „Wert“, das andere Mal von „wirtschaftlichem Wert“ gesprochen wird. So z. B. Schäffle und Wolf. Aber auch diese beachten diese Scheidung nur für den Teil der eigenen Aussagen, während auch sie mit den fremden Aussagen polemisieren, ohne Acht darauf, ob die letzteren von „Wert“ oder von „wirtschaftlichem Wert“ reden. Bei anderen Theoretikern wieder ist es keineswegs klar ersicht lich, in welchem Verhältnisse das unter „Wert“ Gemeinte zu dem unter „wirtschaftlichem Wert“ Gemeinten steht und beides erscheint oft in ein und demselben Satzgefüge durcheinander geworfen; s. z.B.v.Böhm- Bawerk, Art. „Wert“ in Conrads Handwörterbuch d. St.-W. S. 685: „Von der volkswirtschaftlichen Theorie des Wertes heischen wir, daß sie uns die Entstehung und insbesondere auch die Größe des wirtschaftlichen Wertes erkläre und zwar ist, entsprechend der Doppeldeutigkeit dieses Namens, jene Erklärungsaufgabe natürlich für jede der beiden verschiedenen Er scheinungsgruppen zu leisten, die rnit dem Namen des Wertes bezeichnet werden; sowohl für den subjektiven als für den objektiven Wert der Güter.“ Die weitaus meisten Theoretiker gebrauchen überhaupt nur den Ausdruck „Wert“; dies gilt, mehr noch als für die deutsche, für die außerdeutschen Literaturen. Ihnen ist, von Übersetzungen und Nach ahmungen abgesehen, ein dem Ausdrucke „wirtschaftlicher Wert ent sprechender Ausdruck so gut wie fremd geblieben. Dies zur Illustration. Entscheidend aber in dieser Hinsicht muß es erscheinen, wenn man, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, behaupten kann: 1. Ein Gegensatz, der sich in der Verschiedenheit der beiden Aus drücke „Wert“ und „wirtschaftlicher Wert“ kundgeben sollte, ist niemals zum Gegenstand der Polemik zwischen den ver schiedenen „Werttheorien“ gemacht worden. Niemals hat man z. B. verfochten, es sei das oder jenes wohl „Wert“, aber nicht „wirtschaft licher Wert“, oder umgekehrt u. dgl. 2. Die Polemik, die zwischen den verschiedenen Theoretikern und insbesondere in den sogenannten „Dogmengeschichten des Wertes“ von allen gegen alle geführt wird, diese Polemik hat niemals eines Gegensatzes geachtet, der sich in der Verschiedenheit jener beiden Ausdrücke äußerlich dargetan hätte. Man hat sich, ehe die Polemik anhub, niemals darüber auseinandergesetzt, daß der eine Theoretiker von „Wert“, der andere jedoch von „wirtschaftlichem Wert“ spricht, vielmehr geradenwegs das eine gegen das andere ver fochten, als ob dem äußerlichen Gegensatz im Ausdrucke eine Nämlich keit des Inhalts entspräche. V. Gottl-Ottlilienfeld, Wirtschaft als Leben. 3