38 ,Der Wertgedanke“, Kenntnis des Wertgedankens und seiner Stellung zur „Wertlehre“, sagen: Jenem Forschen suchen wir zu seiner Selbstbesinnung zu verhelfen, das sich nach seinen bisherigen Äußerungen — und diese sind in der Aussagenwelt der „Wertlehre“ zu suchen — in einer Art und Weise betätigt, als ob der Wertgedanke zugleich sein Anlaß und seine Grundlage wäre. Grundlage und Anlaß. Denn als Grundlage läßt sich dieser Ge danke ganz im allgemeinen dem Denken unterschieben, das für unsere Wissenschaft das herkömmliche ist; als Grundlage darf er daher dem nationalökonomischen Forschen überhaupt theoretisch unterlegt werden. Aber gerade die fragliche Forschung können wir noch da durch unserem Begreifen näherbringen, daß wir ihr zumuten, sie fände an jenem Gedanken ihren bewegenden Anlaß, indem wir uns die Hegung jenes Gedankens als wirklich denken — was unter dem gegebenen Ver hältnis theoretisch zulässig erscheint — und diese Hegung zum Er kenntnisgrund des Daseins jener Forschung umstellen. Denn setzen wir es zur tatsächlichen Annahme, daß in der Wissenschaft wirklich (und zwar als ein selbstverständlicher) der Gedanke gehegt würde, es sei der Wissenschaft unter „Wert“ ein Singularobjekt vorgesetzt: dann würden die Versuche, dieses Objekt wissenschaftlich zu erledigen, ein selbständiges Gebiet der Forschung ins Dasein rufen; und dieses Gebiet wäre um der Einheit seines Gegenstandes willen einheitlich, mögen dabei noch so viele Erledigungen dieses einen Gegenstandes mitwirken, je von einem subjektiven Standpunkt aus unternommen, und seien auch diese Erledigungen noch so sehr untereinander verschieden. Dieses Gebiet aber würde offenbar der „Wertlehre“ entsprechen, so wie sie tatsächlich ist. Und derart setzt uns der Wertgedanke, als der Anlaß dieser Forschung aufgefaßt, in die Lage, diese Forschung selber als Eines aufzufassen, sie zu bestimmen. Wenn ich dieses und gerade so bestimmte Forschen nun der Kürze wegen die Wertforschung nenne, so darf hinter diesem Namen ganz und gar nichts anderes gesucht werden, als die stille Be rufung darauf, daß die Forschung, die unter diesem Namen gemeint wird, von unserem Standpunkt aus in der eben erwähnten Art ihre eindeutige Bestimmung erfahren habe. 1 ) *) Ich nenne eben dieses Forschen nur deshalb die „W e r t forschung“, weil ich den sie bestimmenden Gedanken den „Wertgedanken“ genannt habe; die letztere Nennung aber knüpft wieder nur an den Umstand an, daß man gerade unter dem Sprach- zeichen „Wert“ jenes Singularobjekt der Wissenschaft vorgesetzt betrachtet, das im Geiste der herkömmlichen Anschauung als der Gegenstand der „Wertlehre“ in Selbstverständlich keit gilt. Wer daher meine Nennung nicht vollständig mißverstehen will, darf aus dem