40 Der Wertgedanke“, Es ist ihr herkömmliches Vorgehen, dem er sich unterschieben läßt, und wir könnten den Wertgedanken daher auch als den Grund- und Leitgedanken der herkömmlichen Wertforschung auffassen, der als solcher allerdings nur theoretisch setzbar ist. Denn ihr her kömmliches Vorgehen betätigt die Wertforschung einfach und aus schließlich nur dadurch, daß sie im Geiste der herkömmlichen An schauung gepflegt wird. Sie paßt sich diesem Gedanken nicht anders an, als daß sie jene vier anderen Gedanken, denen der erstere die un- entratbare Voraussetzung ist, blindlings als etwas Selbstverständliches behandelt. Allein der Wertgedanke, der uns die herkömmliche Meinung über die „Wertlehre“ der Kritik unmittelbar zugänglich macht, erschöpft seine Bedeutung auch noch darin nicht, daß er der eindeutigen Be stimmung des Forschens dienlich wird, dessen Selbstbesinnung es gilt. Aus dem Wertgedanken können wir auch erfahren, wie die Wert forschung — im Einklänge mit ihrem herkömmlichen Vorgehen — in letzter Linie über sich selber denken müßte, wenn es ihr überhaupt gegeben wäre, über sich selber klar zu werden. Sich selber überlassen, verharrt sie eben notwendig in der Befangenheit des herkömmlichen Denkens. Solange man sich in der erwähnten Hinsicht begnügt, die her kömmlichen Namen „Wertlehre“ usw. buchstäblich zu nehmen, solange man also eine „Lehre, Doktrin usw. des Wertes“ schlechthin vorhanden sieht, dann bekundet man nicht mehr Einsicht in die fraglichen Dinge, als der Komplex jener vier Gedanken solche Einsicht vorstellt. Und diese Einsicht ist noch überdies in dem Sinne eine mangelhafte, daß ja über jene vier Gedanken der Schleier gezogen ist, der sich über alles breitet, was uns selbstverständlich dünkt. Ein Blick auf den Wert gedanken kann uns eines Besseren belehren: Sobald die Wertforschung folgerichtig über sich selber zu denken vermöchte, dann müßte sie sich eins wissen mit der Gesamtheit subjektiver Erledigungen, sagen wir also im unpersönlichen Sinne, mit dem Erledigen des Singular objektes „Wert“, das man der Wissenschaft vorgesetzt denkt. Darin nun gleichsam aufzugehen, das wäre der ständige und unentäußerliche Charakter dieser Forschung, darin würde sie sich selber gleichbleiben, was immer auch die Aufgaben des Gebietes sein mögen, auf dem sich diese Forschung betätigt; die Aufgaben, die jenes Gebiet im Rahmen unserer Wissenschaft zu erfüllen hätte, und die uns hier nicht weiter interessieren. Den Aufgaben der „Wertlehre“ gegenüber, über deren Art und Ausdehnung die Meinungen vielleicht geteilt sein