42 ,Der Wertgedanke“, oder falsch seien! — im Grundsätze sicher nicht das Recht haben, dafür zu gelten. Die bare Kenntnis des Wertgedankens als solche vermittelt uns noch nicht die Erkenntnis des Inhalts der Wertforschung. Wir dürften keineswegs sagen, daß es tatsächlich den Inhalt dieser Forschung ausmache, das Singularobjekt „Wert“ zu erledigen, das man der Wissen schaft vorgesetzt denkt. Vorläufig dürfen wir nur sagen, es gehe die Wertforschung herkömmlich so vor, als ob sie jenes Inhaltes wäre. Die Bedingung aber, unter welcher der Wertforschung dieser Inhalt tatsächlich zukäme, liegt auf der Hand: die Wahrheit des Wertgedankens 1 Auch diese Ansicht also — über den Inhalt der Wertforschung — die schon jenseits der herkömmlichen Meinung von der „Wertlehre“ liegt, dieser Meinung wesentlich unerreichbar ist, aber in der letzteren Geiste gebildet, auch diese Ansicht steht und fällt in ihrer Gültig keit mit der Wahrheit des Wertgedankens. Und wenn uns dieser Ge danke in mehr als einer Hinsicht gleichsam den Schlüssel zur Selbst besinnung der Wertforschung bedeuten will, so erkennen wir auch hier die Art, diesen Schlüssel für unsere Zwecke zu handhaben, in nichts anderem, als in der Kritik des Wertgedankens. 1 ) *) Hier, nachdem es sich geoffenbart hat, daß wir die Bürgschaft zur Erreichung unseres Zieles — der Selbstbesinnung der Wertforschung — schon in den Händen halten, sobald uns dasjenige gültig erschlossen sein wird, was ich den Inhalt der Wertforschung genannt habe, hier muß ich dem Einwande entgegensehen, weshalb ich nicht — in scheinbar rationellerer Weise — von Haus aus davon ausgegangen bin, jene letzten Dinge für den Belang der Forschung, die sich auf sich selber besinnen soll, geradenwegs zu suchen. Dem ließe sich schon im allgemeinen widersprechen. Die streng methodische Gliederung einer Untersuchung ist nicht immer die sachlich beste. Es läßt sich eben nicht alles über einen Kamm scheren. Jeder Stoff — und gar erst ein so eigenartiger, wie der hier behandelte — regiert seine Behandlung, und vermag daher eine gewisse Empirie dieser Behandlung sachlich zu rechfertigen. Und tatsächlich läßt sich das Ver fahren, das ich im Gange dieser Untersuchung befolge, in dem Sinne ein empirisches nennen, daß ich nur der gegebenen Eigenart des Stoffes, der mir vorliegt, verantwortlich dafür bleiben will, wie ich ihn behandle. Wie der Stoff, so die Behandlung. Der Schluß geht in allen Stücken Zug um Zug, und bewahrt mich so vor der Gefahr, mich in All gemeinheiten zu verlieren. Es sprechen aber noch besondere Gründe gegen jenen Einwand und rechtfertigen den Weg, den ich tatsächlich eingeschlagen habe. Ich habe es schon im Texte ange deutet, daß die Befangenheit des herkömmlichen Denkens von der Art ist, um jede eigentliche Erwägung über den Inhalt der Wertforschung auszuschließen. Ehe es zu einer solchen Erwägung käme, verstrickt sich gleichsam das herkömmliche Denken in die erwähnten Selbstverständlichkeiten, und reißt bei diesen naturgemäß ab. Wenn ich da nun mit der Tür ins Haus gefallen wäre, so hätte ich der Gefahr trotzen müssen,