62 ,Der Wertgedanke“, beitungen des Wertproblems lassen sich zwei Richtungen erkennen . . .“ (S. 2) usw. In diesem Sinne — als Bestandteil des „Wertproblems“ — be trachtet, kann man von der Frage „Was ist der Wert?“ sagen, daß die Bedeutung, mit welcher der Ausdruck „Wert“ schon in diese Frage eintritt, gleichzuachten wäre der Auffassung des unter „Wert“ zu Erledigenden. Eine nachgewiesene Verschieden heit jener Bedeutung besagt daher schon eine Verschiedenheit in der Auffassung des unter „Wert“ zu Erledigenden. Dies aber käme dem Nachweise sehr nahe, daß im Bereiche der „Wertlehre“ Verschie denes unter „Wert“ zu erledigen versucht wird, sobald man nämlich frei von der Befangenheit des herkömmlichen Denkens diese Dinge betrachtet, und nicht — im blinden Glauben an die Wahrheit des Wertgedankens — in aller Verschiedenheit hier immer nur Fehler der Anderen erblickt. Daß es solche Fehler sein könnten, das bleibt ja dabei als grundsätzliche Möglichkeit bestehen. Nun läßt sich der Frage „Was ist der Wert?“ bei ihrem Auftreten rings in der „Wertlehre“ in der Tat ein so wechselnder Sinn ab hören, daß man darüber den Eindruck empfängt, es würde sich jeder einzelne „Werttheoriker“ sein eigenes und für sich besondertes „Wert problem“ zurechtlegen. Da könnte man, nebenbei gesagt, leicht zu der Frage versucht werden, ob denn allen diesen verschiedenen „Wert problemen“ nicht ein Gemeinsames innewohne. Diese Frage läßt sich jedoch überhaupt nicht aufwerfen. Denn entweder ist der Wert gedanke richtig; dann aber wäre nicht zwischen Verschiedenen mit je einem Kerne von Gemeinsamem zu unterscheiden, sondern einfach zwischen Richtigem und Fehlerhaftem in der Stellung des „Wert problems“. Oder der Wertgedanke entbehrt der Wahrheit; dann kann man überhaupt nicht mehr, und weder von einem, noch von ver schiedenen „Wertproblemen“ reden, noch weniger von etwas Gemein samem in ihnen. Man darf eben dann die Wertforschung nicht in dem Sinne als etwas Zusammenhängendes ansehen, die verschiedenen „Wert theorien“ für einander relevant betrachten, daß es sich da um das Er ledigen eines Gegenstandes handle, der als der Eine, für jeder mann nämliche der Wissenschaft unter „W e r t“ vorgesetzt wäre. Vielmehr erstünde dann nur geradeaus die Frage nach dem inneren Zusammenhang der Wertforschung, oder, was auf dasselbe hinausliefe, nach ihrem Inhalte. Es wäre ein umständlich Beginnen, den Sinneswechsel der Frage „Was ist der Wert?“ von „Werttheorie“ zu „Werttheorie“ festzustellen. Ich beschränke mich notgedrungen darauf, die hervorstechendsten