4 8 4 „Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1 anschaulichsten Einheit, des Ichs, erfaßlich sind! Reicht der Allzusammenhang über die Möglichkeit der Individuation hinaus, so bleibt Alles unter dieser Möglichkeit, was zwar i m System,, aber nicht mehr als System erfaßbar ist; in vorbildlicher Weise gilt dies von der Vorstellung des „Atoms“. Innerhalb dieser Extreme ist wenigstens in formaler Hinsicht die Individuation möglich, ob sie außerdem an inhaltliche Voraussetzungen gebunden ist, steht noch dahin. Vorläufig handelt es sich um den Sinn jener Reihenbildung,, die den durchgängigen Zusammenhang aller überhaupt erfaßbaren Individuen darstellt. Blickt man gleichsam vom Allzusammenhang her aul die Totalität dieser Reihenbildung, dann ergibt sich diese als eine fortschreitende Zergliederung, als eine Entfaltung des Allzusammenhanges. Er weitern wir einfach unser Beispiel auf die geläufige Vorstellung, wie sich das Erdrund in Ozeane und Kontinente zerteilt, jeder Kontinent wieder — in „orographischer“ Hinsicht — in umfassende Systeme der Bodengestaltung, z. B. also Gebirgssysteme, diese in Gebirge, so daß wir schließlich bis zu unserem Berge gelangen könnten, wie zu jedem beliebigen anderen Konkretum. Wir sehen, daß hier jedesmal ein System nach seinen Teilsystemen auseinandergelegt wird. Macht nun dieses Auseinanderlegen schon den Vorgang der Explikation aus? Legt man ein System dergestalt nach seinen Teilsystemen aus einander, so geht im Grunde nichts vor, als daß man im Angesichte eines Ganzen alle seine Teile aufzählt. Aber selbst von der Struktur bestimmung, die doch nur ein Element der Individuation ist, war zn sagen, daß sie mehr als die bloße Aufzählung der Teile eines Ganzen sei. Dies muß erst recht von der Explikation gelten, sofern sie der Individuation die Wage halten soll. Im Wesen der Explikation muß sich also ein tieferer Sinn der Reihenbildung bergen. Es geht aber die Strukturbestimmung so über das bloße Aufzählen der Teile hinaus, daß sie das Verhältnis der Teile zum Ganzen zu erhellen sucht; wobei uns dieses zentrale Verhältnis zugleich über jenes der Teile untereinander auf klärt. Allein der Aufbau des Ganzen ist hier immer nur im nomothetischen Geiste zur Erkenntnis gebracht. Nun lehnt sich zwar auch die Explikation an das Kollektiv-Allgemeine an; auch ihr wird das Verhältnis der Teile unter einander und zum Ganzen das notwendige Objekt bleiben. Der wesentliche Unterschied liegt aber im Hervorbrechen der idio- graphischen Tendenz 1 Nicht, wie überhaupt die Teile das Ganze aufbauen, sondern wie ihr Verhältnis untereinander und zum