Umrisse einer Theorie des Individuellen, III. 503 Gattungsnamen für sich allein gekommen sind. Mithin muß für die Formung jener Begriffe noch etwas anderes haftbar sein, außer den Kategorien. Sehen wir uns einmal das sprachliche Gebilde „Berg“ an, den Ausdruck, als sinnvolles Wort genommen; nicht etwa, um in scholastischer Weise für die Sache aus dem Wort heraus zu argumentieren. Wir verfolgen einfach die Spur weiter, auf die wir in Sachen der inhaltlichen Voraussetzung aller Idiographie gelangt sind; und dazu frommt uns durch einen günstigen Zufall auch das Wort „Berg“, oder sagen wir genauer, seine „innere Sprachform“. Da ist es gleich bedeutsam, daß unser Sprachgefühl mitnichten verletzt wird, wenn von einem „Bergwerke“ auch dort gesprochen wird, wo das Eindringen mitten in einer Ebene erfolgt. Nicht minder „symptomatisch“ ist es, wenn der pfälzische Bauer nach seinem Aus druck „in den Berg“ geht, wo er einfach den ganz flach gelegenen Wald aufsucht! Wobei vielleicht dieselbe Ideenverflechtung unterläuft, die uns umgekehrt vom „Odenwald“ sprechen und schließlich doch ein Bergland meinen läßt. Es ist nämlich der Zusammenhang zwischen „Berg“ und „bergen“ nicht bloß etymologisch da, im urwüchsigen Sinne scheint dies überhaupt den Ausschlag zu geben, weshalb wir auch unabhängig von theoretisch-„orographischer“ Betrachtung das Schema „Berg“ als ein selbständiges handhaben. Danach wäre also ein Berg zunächst das, was entweder etwas vor uns „birgt“, oder uns selber zu „bergen“ vermag. Beides aber läßt sich gleich gut mit dem Sinn einer Bodengestaltung vereinen. Diese kann eben sowohl in ihrem Hohlraum allerlei Begehrenswertes einschließen, als auch auf ihrer Höhe uns Zuflucht gewähren. Das letztere so, daß sie uns den Vorteil eines weiten Ausblickes verschafft und zugleich die Annäherung an uns, die Bewegung des uns Feindlichen, erschwert. So hebt es die „innere Sprachform“ des Wortes klar hervor, warum eine Erhebung von beträchtlicher Höhe zu etwas Spezifischem wird und sohin einen Begriff für sich gestalten läßt: kraft ihres Sinnes für uns! Erst also in der Beziehung auf uns, auf das, was wir wollen oder nicht wollen, erstreben oder ab- wehren, wird eine Erhebung beträchtlicher Höhe zu etwas Spezifischem, wandelt sich also quantitative Eigenheit zu Begriffsqualität. Unsere praktischen Interessen als Handelnde geben in dieser hochtheoretischen Hinsicht den Ausschlag. Auch darüber löst sich jeder Zweifel, wes halb Gebilde nach dem Schema „Berg“ unser Interesse am Be sonderen anregen. Es genügt, daß solche Formungen des An schaulichen von der Wurzel aus unseren praktischen Interessen