Abschnitt V. 717 recht behelfen müssen. Ist doch der Ausbau der höheren Stufen solcher Theorie bloß im regen Wechselverkehr zwischen Theorie und Empirie denkbar, indem die erstere der letzteren unausgesetzt die Probleme stellt, die ein weiterer Ausbau von Formenlehre und Ge staltungslehre zu lösen erheischt; eine Aufgabe, die sich nur im Wege richtiger Werkfortsetzung erfüllen ließe, vielleicht über Generationen hinweg. Die Zeit der rasch fertigen Systeme ist dann eben endgültig vorbei. Die Nationalökonomie hört dann auch für den Teil ihrer Theorie auf, eine Wissenschaft zu sein, deren Stelle ihre Lehrbücher vertreten. Gewiß, nur ein Wechsel auf lange Frist wird hier ge zogen, aber es steht doch Barzahlung in klingender Münze der Erkenntnis in sicherer Aussicht. Für zwei Erfolge bietet sich die Bürgschaft dar: Einmal, daß so der Schlüssel zu finden wäre, um jeder wirklichen, auch jeder nur denkbaren Wirtschaft ihr tiefstes Wesen abzulauschen, im Geiste einer „Allwirtschaftslehre“; zweitens aber, daß hier ein Denken am Werke ist, im Vor gang und in seiner Problembewußtheit scharf diszipliniert, ein Denken, über dem sich die Theorie nicht vorweg und unheilbar zer klüftet. Denn nun gilt es nicht ferner, zu vorgegebenen Worten die richtigen Begriffe und Theoreme finden zu wollen, was unrettbar in Widersprüche von Theoretiker zu Theoretiker hineintreibt, die unauf lösbar schon deshalb sind, weil sie letzten Endes in abweichender Ge sinnung wurzeln. Gestritten muß immer werden, und so auch hier, über die Probleme zunächst, dann über ihre Lösung. Aber dieser Streit ist fruchtbar und führt notwendig zu förderlichem Ausgleich der Meinungen. So winkt hier erst wahrhaft eine Theorie, die sich dauernd dem Grenzwert allgemeiner Anerkanntheit zubewegt 1