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            <forname>Friedrich von</forname>
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      <div>Anhang, IX. 
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zu sein. Es ist dies ein Beginnen, das sich zugleich mit der landläufigen 
Lösung verurteilen würde, das aber jedenfalls ein Abweichen von dem 
Standpunkte in sich schließt, von dem aus die metahistorischen Er 
gebnisse allein ernst zu nehmen sind. Denn es sieht dann gerade so 
aus, als ob die ganze metahistorische Erkenntnis nur den Sinn hätte, 
den Unterbau der Geschichte zu liefern, die als Krönung des ganzen 
metahistorischen Systemes erschiene. Man sieht, hier erliegt die Natur 
wissenschaft gerade dabei einer anthropozentrischen Anwand 
lung, daß sie uns um jeden Preis jener harmlosen, aber unerschütter 
lichen Sonderstellung berauben will, die Träger und wechselseitigen 
Bürgen der empirischen Wirklichkeit zu sein. Sie will uns daher auch 
in unserer Eigenschaft als Akteure der Geschichte, als Kinder des 
Schicksals, mit unserem ganzen Tun und Leiden in ihr Erkenntnisbe 
reich einzwängen, in das einmal nichts anderes gehört als das „Werk 
zeugtier“, jener Hampelmann kausalen Gezappels, den wir in natur 
wissenschaftlicher Auffassung vorstellen. Hier verrät es sich übrigens, 
daß die landläufige „Lösung“ auch jene rationalistische Neigung, in 
Sachen der Erkenntnis alles über einen Kamm zu scheren, zum 
Bundesgenossen hat. 
Die Grenzen der Geschichte hätten endlich noch die Bedeutung 
einer Geburt der Logik im Geschehen. Auch in dieser Hin 
sicht versagt das naturwissenschaftliche Gegenstück. Dieser virtuelle 
Geltungsbeginn der logischen Denkgesetze ist im wesentlichsten Sinne 
so gemeint, daß ein geschlossener Geschehenszusammenhang, der uns 
vom Boden der logischen Denkgesetze aus erfaßlich ist, von irgendeiner 
Stelle an diese Erfaßlichkeit verliert; daß dort also in irgendeiner 
Weise die logische Natur der Zusammenhänge erlischt. 
Nun ist es wahr, erst mit dem Auftauchen des „Werkzeugtieres“ hübe 
die gattungsmäßige Existenz dessen an, was uns als naturwissenschaft 
liches Gegenstück des Vernunftwesens der Geschichte gelten darf; und 
so auch die gattungsmäßige Existenz jener Lebensäußerungen, in denen 
das vernünftige Geschehen sein Gegenstück findet. Der Übergang 
jedoch, der von andersgearteten Lebensäußerungen zum Gegenstück 
des vernünftigen Geschehens hin vermittelt, vollzieht sich beim Auf 
tauchen des „Werkzeugtieres“ wohl im Sinne des Erstmaligen, aber 
nicht des Einmaligen. Er wiederholt sich bei jedem Exemplar 
der Gattung, wenn auch unter geänderten kausalen Verhältnissen, und 
bei jedem Exemplar erfolgt auch seine Umkehrung: der Übergang in 
ein Geschehen, das nicht mehr ein Gegenstück vernünftigen Geschehens 
J st, das Umkippen der Lebensäußerungen in die Vorgänge der körper 
lichen Zersetzung, beim Tode. Was also da vorliegt, ist nur das</div>
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