32 Erster Abschnitt. Die Erklärungen der Wirtschaftskrisen. Glieder in die Krisen verpachten, so daß ihr Geltungsbereich extensiv erheblich zunimmt, und auch weiteste Kreise mit zunehmen der Extensität in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen abhängig werden von der allgemeinen Marktlage, von den Konjunkturen.“ Die dritte Theorie, auf welche hier noch etwas eingehender eingegangen werden soll, ist diejenige Bouniatans. Seine Analyse des Wirtschaftszyklus hat ihm gezeigt, „daß die Überkapitalisation die Grundlage des Wirtschaftslebens bildet und daß diese Überkapi talisation aus der Akkumulationstendenz der Privatwirtschaften ent springt“. Die privatwirtschaftlichen Motive dieser Akkumulation bieten einmal keine Garantie für eine ihr entsprechende Steigerung der Konsumtion, sie schließen sie sogar vielfach aus. Bei denjenigen, weiche im Kapitalbesitz nur das Mittel zur Erlangung von Macht und höherer Stellung sehen, drängt dieser Zweck die konsumtiven Rück sichten vollständig, zurück. Diese Tendenz berührt zunächst die Aufschwungsperioden mit den hohen Preisen und schließlicher Über produktion von Gütern. Dieser privatwirtschaftliche Ausgangspunkt setzt sich auch weiter in der Produktion fort. Der Unternehmer produziert nicht, um damit den Bedarf der Gesellschaft zu be friedigen, sondern um mit Men hergestellten Produkten einen Gewinn zu erhalten. Es ist ihm immer nur um die Herstellung der Waren zu tun. Für die Entstehung der Krisen kommt in erster Linie die soge nannte Überkapitalisation in Betracht, d. h, die Volkswirtschaft wird stärker mit Kapitalanlagen und Produktivkräften ausgerüstet, als den vorhandenen Konsumtionsmöglichkeiten entspricht. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine Tendenz zu einer Überproduktion auf dem Warenmärkte. Wenn die Konsumtion die steigenden Produktions mengen nicht mehr aufnehmen kann, muß unbedingt am Ende einer Aufschwungsperiode, welche mit einer solchen Überproduktion ein geleitet wird, eine Stockung in den Absatzverhältnissen eintreten. Es entsteht eine Spannung zwischen Produktion und Konsumtion, welche ihren Ausdruck in einem Preisrückgang findet. Dieser Preis rückgang „erscheint als ein Mittel, die Widersprüche zwischen Kapi- talisation, Produktion und Konsumtion aufzuheben oder wenigstens zu mildern“. Mit Eintritt der Krise werden große Mengen von Kapital brachgelegt. „Die periodischen Wirtschaftskrisen sind eigentlich nichts anderes als Perioden gewaltsamer, plötzlich eintretender De- kapitalisation von ungewöhnlichem Umfang, die sich nach Perioden von forcierter, auf reproduktivem Konsum beruhender Kapitalisation als notwendig erweisen.“ In der Depression beginnt nun die Kon sumtion als Folge einer Verbilligung der Preise zuzunehmen. In der