3. Die Stabilisierungskrise. 79 Zeit Wert des Dollar in Prag Parität = 4,935 Großhandels preise 1914 = 100 Zahl der Kon kurse Zahl der Arbeitslosen Januar 1923 35,03 1020 616 441075 März „ 33,68 1030 409 369420 Mai „ 33,55 l000 273 273234 Juli „ 32,91 960 237 216720 September „ 34,04 970 166 176333 November „ 34,76 — — 177367 In einem solchen Falle, in welchem der Geldwert steigt, wird dabei die Entwicklung den Gang gehen, daß zuerst unter dem Ein fluß des steigenden Wertes der Währung die Industrie mit ihren Preisen zurückgeht, daß dem dann möglichst schnell die Großhandels und dann die Kleinhandelspreise folgen. Erst dann wird man im allgemeinen an einen Abbau der Löhne und Gehälter gehen können. Auch in der Tschechoslowakei ist die Entwicklung, wie die fol gende Aufstellung zeigt, diesen Weg gegangen: Preissenkungen in Prozent gegenüber Januar 1922 *) Schweizer Franken an der Prager Börse Groß handels index Klein handels index Februar. . . 7,2 9,3 0,3 März.... 0,8 7,3 3,5 April.... 12,0 11,0 3,5 Mai .... 11,9 12,2 1,4 Juni .... 12,8 12,2 0,7 Juli .... 16,2 12,6 2,4 August . . . 28,6 13,3 12,0 September. . 49,3 31,2 24,6 Oktober. . . 49,2 36,8 30,7 November . . 49,8 39,2 35,8 Dezember . . 46,6 40,4 Man sieht deutlich, daß der Großhandelsindex wesentlich lang samer gesunken ist, als der Kurs der Krone stieg und daß der Kleinhandelsindex dem Sinken desjenigen des Großhandels nur langsam und unvollkommen folgte. Ist es ja auch leicht begreiflich, daß Industrie und Handel die Preisfestsetzung nach den Wieder beschaffungskosten viel gewissenhafter und gründlicher in den Zeiten steigender, als in den Zeiten fallender Preise durchführen werden. l ) Nach Herrnheiser, Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise in der Tschechoslowakei. „Der Arbeitgeber“ 1923, Nr. 3.